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Freitag, 21.07.2017
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Alarm für den Afrikanischen Löwen

Bestände in vielen Ländern gefährdet oder ausgerottet

Um den "König der Tiere" ist es schlecht bestellt: Ehemals über fast ganz Afrika verbreitet, gibt es nach einer aktuellen Studie nur noch 23.000 Löwen. "Vor allem in West- und Zentralafrika sind die Bestände extrem gefährdet. In Gabun, Lesotho, Liberia, Togo, Sierra Leone und anderen Ländern ist der Löwe sogar bereits ausgerottet", warnt Biologin Daniela Freyer von Pro Wildlife.
Löwenpärchen

Löwenpärchen

Sie appelliert an die internationale Staatengemeinschaft, bei der am Samstag beginnenden Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens, die vom 2. bis 14. Oktober in Bangkok, Thailand stattfindet, einen Antrag Kenias zu unterstützen, den Afrikanischen Löwen unter höchsten Schutz zu stellen. Neben Lebensraumzerstörung und eingeschleppten Krankheiten macht der imposanten Großkatze vor allem die Trophäenjagd zu schaffen. Jäger aus Europa und den USA zahlen bis zu 4.000 Euro für den noch immer legalen Abschuss eines Mähnenträgers und tragen direkt zum Niedergang des Löwen bei.

Seit den 50er Jahren korrigieren Wissenschaftler den Bestand des Afrikanischen Löwen permanent nach unten: Bei einer Untersuchung aus dem Jahr 1996 wurde der Gesamtbestand noch auf 30-100.000 Tiere geschätzt. Eine aktuelle Studie geht sogar nur noch von 23.000 Löwen aus, mit maximal 10.000 erwachsenen Tieren. Löwen sind zudem in 89 lokale Populationen zersplittert.
Vor allem in West- und Zentralafrika sind die Bestände klein, voneinander isoliert und stark rückgängig.

Nur noch vier größere Löwenpopulationen


Vier größere Löwenpopulationen gibt es derzeit noch - in der Serengeti (2.500 Löwen) und im Selous-Ökosystem (3.750 Tiere), im Okavonga-Delta in Botswana (1.438) und im südafrikanischen Krüger-Nationalpark (2.200). Dies bedeutet, dass 43 Prozent des Gesamtbestandes auf nur noch vier Länder verteilt sind. In vielen anderen Ländern bestehen die Bestände nur noch aus wenigen Dutzend Tieren. Trotzdem ist noch immer in 13 Ländern Afrikas die Trophäenjagd erlaubt, und auch deutsche Jäger importieren weiterhin Löwentrophäen, sogar aus Kamerun (Bestand 200 Tiere) oder Burkina Faso (Bestand 100 Tiere). Zwischen 1992 und
2002 wurden weltweit 7.354 Löwentrophäen, fast 2.500 -felle und fast 1.400 -schädel exportiert.


Zwar ist die Trophäenjagd neben Verfolgung durch Viehzüchter und Krankheiten nur einer von mehreren Faktoren, die die Tiere bedrohen, jedoch ein entscheidender: Vor allem die imposanten und erfahrenen "Mähnenlöwen" sind als Jagdbeute besonders begehrt. Doch gerade diese dominanten Männchen sind für den Fortbestand eines Löwenrudels besonders wichtig. Werden sie abgeschossen, rücken jüngere Männchen nach und töten den Nachwuchs des Vorgängers - mit zusätzlichen fatalen Konsequenzen für die Bestände. "Dennoch werden von vielen afrikanischen Ländern unverantwortlich hohe Quoten für die Trophäenjagd freigegeben, sogar in Schutzgebieten ist die Jagd teils zugelassen", kritisiert die Pro Wildlife-Sprecherin.

EU ist besonders gefordert


Die Organisation fordert die Mitgliedsstaaten des WA auf, den Afrikanischen Löwen streng zu schützen. Diese Forderung richtet sich auch und vor allem an die EU, die mit ihren 25 Stimmen wesentlichen Einfluss auf die Entscheidungen des WA nimmt. "Unter dem höchsten WA-Schutzstatus wäre zwar die Trophäenjagd aufgrund einer Sonderregelung prinzipiell noch möglich. Doch dann wären die Jagdquoten nicht wie bisher der Willkür einzelner Staaten ausgesetzt, sondern würden schärferen Kontrollen unterliegen. Einfuhrländer wie die USA oder die EU hätten dann z.B. die Möglichkeit, die Einfuhr von Jagdtrophäen zu verbieten ", erläutert Freyer. Zudem erwartet die PRO WILDLIFE Expertin auch, dass viele Länder ihre nationalen Schutzbemühungen für den Löwen intensivieren, wenn er international dem höchsten Schutzstatus unterliegt.
(Pro Wildlife, 29.09.2004 - DLO)
 
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