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Mittwoch, 17.03.2010
Greenpeace: Trauben stark pestizidbelastet
Lebensmittel-Test: 35 Prozent der Tafeltrauben mit zu hohem Pestizid-Anteil
Die Verbraucherschutzorganisation von Greenpeace hat Tafeltrauben der großen Supermarktketten auf Pestizide untersuchen lassen. Das Ergebnis ist bedenklich: Bei 35 Prozent der Trauben liegt die Pestizidbelastung über dem zulässigen Grenzwert.

Trauben: pestizidbelastet
Trauben: pestizidbelastet
© IMSI Masterclips
Die Verbraucherschützer von Greenpeace haben, wie bereits im Vorjahr, Tafeltrauben untersuchen lassen, die aus dem Angebot der sieben größten deutschen Supermarktketten Aldi, Edeka, Metro, Lidl, Rewe, Spar und Tengelmann stammen. Nur eine der 23 Traubenproben aus konventionellem Anbau war frei von Spritzmittelresten. In 35 Prozent der Proben wurden die gesetzlichen Grenzwerte für Pestizide sogar erreicht oder - bis zum 14-fachen - überschritten. Die Untersuchungen der Verbraucherorganisation von Greenpeace weisen damit eine massive Verschlechterung nach. Im Vorjahr lag die Überschreitungsquote bei Traubentests noch bei 25 Prozent. Darüber hinaus fanden sich in den meisten Trauben gesundheitlich besonders bedenkliche Giftcocktails mit bis zu acht Pestiziden gleichzeitig. Gut schnitten dagegen Biotrauben ab, in denen keinerlei Pestizide nachgewiesen wurden. Greenpeace hat Anzeige gegen Aldi, Metro und Tengelmann wegen des wiederholten Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz erstattet.

Greenpeace sieht Lebensmittelskandal
"Trauben gehören heute zu den am stärksten mit giftigen Pestiziden belasteten Früchten", sagt Manfred Krautter, Chemie-Experte von Greenpeace. "Obwohl inzwischen der Verkauf von einem Drittel der Trauben aus den Mittelmeerländern gesetzwidrig ist, wird von den Handelsketten und der Lebensmittelüberwachung nichts dagegen unternommen. Dies ist ein Lebensmittelskandal, der die Gesundheit gerade von Kindern gefährdet." Im Juli 2004 hatte Greenpeace das Bundesverbraucherschutzministerium aufgefordert, gegen die zunehmende Pestizidbelastung bei Obst und Gemüse einzuschreiten und Maßnahmen zu benennen. Doch bisher stehe eine Antwort des Künast-Ministeriums noch aus, so die Verbraucherschützer. Auch die EU-Kommission hätte bestätigt, dass sich der Anteil der Pestizid-Grenzwertüberschreitungen in pflanzlichen Lebensmitteln von drei Prozent im Jahr 1996 auf 5,5 Prozent im Jahr 2002 fast verdoppelt hat.

Bei dem aktuellen Test hatten Greenpeace-Mitarbeiter Ende August 2004 Tafeltrauben in Supermärkten in Frankfurt, Hamburg, Köln und Leipzig gekauft und von einem Speziallabor nach zwei Testverfahren untersuchen lassen, durch die über 350 verschiedene Pestizidrückstände nachgewiesen werden können. Viele der in den Trauben gefundenen Pestizide sind gesundheitsschädlich. Sie können das Hormonsystem schädigen, die Fortpflanzung beeinträchtigen und Krebs auslösen.
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