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Donnerstag, 25.08.2016
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Mikrokontinent vor Madagaskar entdeckt

Mauritia - so der Name der Neuentdeckung - war bisher unter Lavamassen verborgen

Wissenschaftler haben unter den Inseln Reunion und Mauritius einen neuen Mikrokontinent entdeckt. Bisher war Mauritia - so der Taufnahme des Kontinent-Fragments - unter den bekannten Ferieninseln verborgen geblieben, da er von gigantischen Lavamassen bedeckt ist, so die Forscher im Fachmagazin "Nature Geoscience". Ihr Fund weist darauf hin, dass solche Kleinstkontinente in den Ozeanen viel häufiger vorkommen als man bisher angenommen hatte.
Mauritia liegt, gut versteckt unter Lavamassen, unter Reunion und Mauritius.

Mauritia liegt, gut versteckt unter Lavamassen, unter Reunion und Mauritius.

Das Auseinanderbrechen von Kontinenten steht häufig mit sogenannten Mantelplumes in Zusammenhang: Das sind riesige Blasen heißen Gesteins, die aus dem tiefen Erdmantel aufsteigen und die tektonischen Platten von unten aufweichen. An den so aufgeweichten Stellen - den Hotspots - können die Platten der Erdkruste dann auseinanderbrechen. Eben dies passierte auch mit dem Urkontinent Gondwana vor zirka 170 Millionen Jahren. Er umfasste die heutigen Landmassen Südamerika, Afrika, Antarktika, Australien, Madagaskar und Indien. Zunächst zerbrach der Riesenkontinent zwischen Afrika und Madagaskar und schließlich zwischen Australien und der heutigen Antarktis. Woraufhin die Landmassen an ihre heutigen Positionen wanderten.

Reste der wanderenden Platten


Auch bei der Entstehung des Indischen Ozeans vor rund 60 Millionen Jahren scheinen solche Plumes, die sich derzeit unter den Inseln Marion und Reunion befinden, eine Rolle gespielt zu haben. Hinweise darauf lieferten bereits die Kontinentfragmente, die - besser bekannt als Seychellen - nördlich von Madagaskar im Indik liegen. Liegen nämlich solche Hotspots - ähnlich Sollbruchstellen der Kontinente - am Rande einer größeren Landmasse können Fragmente davon abgespalten werden. Als sich Indien von Afrika trennte und nordwärts Richtung Eurasien wanderte, wurden auf diese Weise Madagaskar und nach und nach auch die Seychellen abgespalten.

Im Falle der Seychellen war dieser Bildungsprozess schon länger bekannt. Doch die Inselgruppe scheinen nicht die einzigen Kontinentfragmente im Indik zu sein, die bei der Entstehung des Ozeans übrig blieben. Ein internationales Team von Geowissenschaftlern hat jetzt anhand von Lava-Sandkörnern, die vom Strand von Mauritius stammen, Hinweise auf weitere bisher unbekannte Bruchfragmente der Region entdeckt. Dazu hatten Forscher das Alter der Lavakörner bestimmt und herausgefunden, dass sie winzige Einschlüsse des Halbedelsteins Zirkon mit einem Alter von 660 bis 1.970 Millionen enthalten. Offenbar, so ihre Schlussfolgerung, muss die Lava bei ihrem Weg aus dem Erdmantel an die Erdoberfläche auch durch eine Gesteinsschicht geflossen sein, die diese Zirkone enthielt. Diese aber zeigen durch ihr Alter und ihre Zusammensetzung, dass es sich dabei um kontinentale Kruste handelte.



Verdeckt durch Lava und Hotspots


Auf Basis dieser Ergebnisse entwickelten die Wissenschaftler ein neues Modell der Plattentektonik der Region, wobei sie die Position der heutigen Hotspots einbezogen. Bernhard Steinberger vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ, der maßgeblich an dieser Neuberechnung beteiligt war, fasst die Ergebnisse so zusammen: „Es ergibt sich einerseits die Lage der Platten gegenüber den beiden Hotspots zum Zeitpunkt des Auseinanderbrechens, was auf den ursächlichen Zusammenhang hindeutet. Andererseits konnten wir zeigen, dass die weggebrochenen Kontinent-Fragmente hinterher ziemlich genau über den Reunion-Plume gewandert sind." Dies erkläre, warum die Fragmente von Vulkangesteinen zugedeckt und so bisher nicht entdeckt wurden, so der Forscher

"Die Fragmente, die man bisher nur als Spur des Reunion-Hotspots interpretierte, sind also kontinentale Bruchstücke, die bislang aber nicht als solche erkannt wurden, weil sie von Vulkangesteinen des Reunion-Plumes überdeckt wurden." Man müsse deshalb davon ausgehen, dass solche Mikrokontinente im Ozean häufiger vorkommen als bislang angenommen. Nature Geoscience, 2013; .doi: 10.1038/NGEO1736)
(gfz-potsdam , 25.02.2013 - KBE)
 
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