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Mittwoch, 28.09.2016
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Pangasius wird umweltfreundlicher

Vietnamesische Fischzucht verbessert ihre Umweltbilanz

Am Mekong vollzieht sich ein Wandel: Pangasius, einer der beliebtesten Speisefische in Deutschland, wird inzwischen zu zehn Prozent in umweltverträglicher, zertifizierter Aquakultur produziert. Die in Kooperation mit der Umweltschutzorganisation WWF erreichte Änderung der Zuchtbedingungen soll der Anfang für einen umfassenden Wandel bisher ökologisch extrem belastenden Aquakulturen am Mekong sein. Erkennbar ist der Pangasius aus kontrollierter Zucht am blauen ASC-Label.
Pangasius-Filet

Pangasius-Filet

Mehr als 90 Prozent des weltweit verkauften Pangasius stammt aus Vietnam. Der Großteil der Farmen, deren Größe zwischen einem und mehreren Hundert Hektar variiert, befindet sich im Mekong Delta. Weltweit werden pro Jahr 1,3 Millionen Tonnen Pangasius gezüchtet. In Deutschland zählt Pangasius zu den fünf beliebtesten Speisefischen. Im Jahr 2010 hatte die Naturschutzorganisation WWF auf die negativen Umweltauswirkungen der boomenden vietnamesischen Pangasiuszucht aufmerksam gemacht. In der Folge schlossen der WWF und die Vereinigung der Produzenten und Exporteure von vietnamesischen Meeresfrüchten (VASEP) sowie der vietnamesische Fischereiverband (VINAFIS) eine Kooperationsvereinbarung, mit der die Auswirkungen der Pangasiuszucht ökologisch und sozial verträglicher gestaltet werden.

ASC-Label signalisiert umweltverträgliche Haltung


Überprüft und nachgewiesen wird die Umstellung durch externe Zertifizierung der Zuchten. Das erste Zwischenziel, bis Ende 2012 zehn Prozent der Pangasius-Produktion für den Export nach dem Standard des ASC (Aquaculture Stewardship Council) zu zertifizieren, wurde nun erreicht. "Über zehn Prozent der vietnamesischen Pangasiusfarmen für den Export haben ihre Produktion so umgestellt, dass die Umwelt im Mekongdelta weniger belastet wird", freut sich Heike Vesper, Fischereiexpertin des WWF über den Erfolg. "Das ist ein Durchbruch für den Umweltschutz, denn nicht nur diese einzelnen Pionier-Betriebe sondern ein ganzer Industriezweig wird sich innerhalb weniger Jahre komplett wandeln. Ein wichtiges Etappenziel haben wir jetzt erreicht."

Damit ist Pangasius aus ASC-zertifizierten Farmen jetzt auch für deutsche Verbraucher erhältlich. Das aquamarinfarbene Label des ASC macht Fisch aus verantwortungsvoller Zucht für Verbraucher kenntlich. "Liebhaber von Pangasiusfilets haben jetzt neben Produkten aus Bio-Zucht eine weitere gute Option beim Einkauf", so WWF-Expertin Heike Vesper. Sie appelliert an die Konsumenten sich für bewussten Fischgenuss zu entscheiden: "Deutschlands Nachfrage nach möglichst billigem Fisch hat anderswo Umweltschäden zur Folge. Wer auf Umwelt- und Biosiegel achtet statt beim Fischeinkauf auf Schnäppchenjagd zu gehen, hilft Aquakultur und Fischerei umweltverträglicher zu machen." Mit der ASC-Zertifizierung seien die Weichen gestellt, um die konventionelle Pangasiuszucht und damit die Produktion für den Massenmarkt umweltschonender zu gestalten.


Als nächstes soll bis 2015 soll der gesamte vietnamesische Pangasius-Exportsektor zertifiziert sein - 50 Prozent davon nach den ASC-Kriterien. Der Rest entfällt auf andere internationale Zertifizierungen für Zuchtfisch. Die Standards beinhalten eine geringere Abwasserbelastung, weniger Chemie- und Medikamenteneinsatz sowie eine geringere Bestandsdichte in den Teichen. Zudem müssen Arbeits- und Sozialstandards erfüllt werden.
(WWF World Wide Fund For Nature, 18.02.2013 - NPO)
 
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