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Sonntag, 04.12.2016
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Mond mit Make-up

Sand auf dem Saturnmond Titan kaschiert seine Kraternarben

Wissenschaftler der NASA haben nun das Rätsel um das kraterlose Erscheinungsbildes des Saturnmondes Titan geklärt: Sand. Die Krater auf der Oberfläche des Mondes werden demnach stetig durch den in der Atmosphäre wehenden Wind mit feinem Körnchen aufgefüllt. Aufmerksam geworden waren die Wissenschaftler auf diese Eigenart des Mondes, weil seine insgesamt 61 Brüder gegen ihn eher pockennarbig und Krater übersäht erscheinen. Um die Ursache hierfür zu ergründen, verglichen Sie den Mond anhand von Aufnahmen der US-Raumsonde Cassini mit einem ähnlich großen Jupitermond namens Ganymed.
So könnte das schwimmende Methan-Ethan-Eis aussehen

So könnte das schwimmende Methan-Ethan-Eis aussehen

Mit Hilfe Cassinis haben die Forscher mittlerweile rund 50 Prozent der Oberfläche Titans erfasst hat. Bei ihren Auswertungen zählten sie rund 60 Krater. Im Vergleich mit den anderen kleineren Saturnmonden, die mehrere Tausend aufweisen, erscheint dies wenig. Als Vergleichsobjekt für den Titan schien sich jedoch aufgrund seiner Größe Ganymed besser zu eignen, als die wesentlich kleineren Saturnmondbrüder.

Es zeigte sich, dass die Einschlagkrater auf Titan im Durchschnitt mehrere Hundert Meter flacher sind als ansonsten gleich große Strukturen auf Ganymed. Diese Beobachtung legt nahe, dass geologische Prozesse die Krater auf Titan aufgefüllt haben. Der Schlüsselfaktor dabei, so die Wissenschaftler, sei die Atmosphäre denn diese unterscheide sich deutlich von der Ganymeds.

Titan mit spezieller Atmosphäre
Titan ist der einzige Mond im Sonnensystem, der von einer dichten Atmosphäre umgeben ist und auf dem es Seen und Meere gibt. Diese bestehen jedoch nicht, wie bei uns aus Wasser sondern zum Großteil aus Methan, das bei einer durchschnittlichen Oberflächentemperatur des Mondes von minus 180 Grad Celsius flüssig ist. Doch Methan ist nicht dauerhaft stabil: Ultraviolette Strahlung spaltet es auf. Die Partikel schließen sich wiederum zu festen Schwebeteilchen in der Atmosphäre zusammen und bilden die typische orangefarbene Dunstschicht des Titans. Im Laufe der Zeit werden die Teilchen dann so schwer, dass sie auf die Oberfläche herabsinken und schließlich eine Art Sand bilden. Dieser werde schließlich vom Wind über den ganzen Mond verteilt, so das Erklärungsmodell der Forscher.


Doch auch eine Alternativ-Deutung der Ergebnisse ist möglich: Fließendes Methan oder Ethan könnte die Krater abtragen. Ein vergleichbarer Prozess, wie die vom Wasser auf der Erde herbeigeführte Erosion. Nach Ansicht der Forscher müsse man in diesem Fall jedoch viele nur teilweise aufgefüllte Krater auf Titan sehen, was nicht der Fall ist. Deshalb ist für die Astronomen der vom Wind verteilte Sand die logischste Erklärung für das makellose Gesicht des Saturnmondes.
(NASA, 21.01.2013 - MVI)
 
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