Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Chinesische Kinder verlernen das Lesen
Digitale Lernmethoden erschweren das Erlernen der komplexen Schriftzeichen
Die chinesische Schrift existiert seit mehr als 3.000 Jahren. Doch die jüngste Generation von Chinesen hat immer mehr Probleme, die komplexen Zeichen zu entziffern. Schuld daran sind neue, digitale Lernmethoden, die an vielen Schulen das traditionelle Nachmalen der Schriftzeichen mit der Hand verdrängt haben. Das berichten Forscher der Universität von Hongkong im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences".
Chinesische Schriftzeichen
Chinesische Schriftzeichen
© SXC Chinesische Schriftzeichen
In den im Rahmen der Studie durchgeführten Tests hatten ein Drittel bis über die Hälfte der rund 6.000 getesteten Schulkinder der dritten bis fünften Klasse schwerwiegende Leseschwierigkeiten. Das sei weit mehr als jemals zuvor festgestellt, sagen Li Hai Tan und seine Kollegen. Mitte der 1990er Jahre habe der Anteil von Kindern mit Leseproblemen nur zwischen 1,9 und 7,9 Prozent gelegen.

Computer statt Handschrift
Den Hauptgrund für die zunehmende Leseschwäche der Kinder sehen die Forscher in der auf Computern basierenden sogenannten Pinyin-Lernmethode an Chinas Schulen. Dabei tippen die Schüler auf einer lateinischen Tastatur den Laut des gewünschten Worts ein – beispielsweise "li" für Birne – und erhalten dann eine Auswahl chinesischer Schriftzeichen, die "li" ausgesprochen werden. Aus diesen suchen sie dann das korrekte Zeichen aus.

"Durch diese Technik lernen die Kinder nicht mehr, die grafischen Formen, aus denen die komplexen Zeichen zusammengesetzt sind, zu schreiben und so visuell-räumlich zu analysieren", sagen Li und seine Kollegen. Um den Kindern das Lesenlernen zu erleichtern, mussten sie früher jedes Zeichen wiederholt abzeichnen. Auf diese Weise sei die Verknüpfung der Formen mit der Bedeutung des Schriftzeichens im Gedächtnis der Kinder verankert worden. Die zunehmend an Schulen eingesetzte Pinyin-Methode leiste dies offenbar nicht in ausreichendem Maße, sagen die Forscher.

300 Schriftzeichen als Lesetest
Für ihre Studie hatten Li und seine Kollegen Lesetests mit insgesamt knapp 6.000 Kindern der vierten und fünften Klassen durchgeführt. Die Kinder mussten dabei jeweils 300 Schriftzeichen, ausgewählt aus Schulbüchern ihrer Altersstufe, laut vorlesen. Trotz gleicher allgemeiner Intelligenz schnitten die Schulkinder, die am häufigsten mit Computerhilfe gelernt hatten, in den Lesetests durchgehend am schlechtesten ab – und dies sowohl in Ballungsräumen wie Peking und Guangzhou als auch in ländlicheren Gebieten.

"Die Ergebnisse zeigen einen klaren negativen Zusammenhang zwischen der Nutzung der Pinyin-Methode und den Leseproblemen der Kinder", sagen die Wissenschaftler. Die chinesische Schrift habe zwar bisher die technologischen Herausforderungen des digitalen Zeitalters überstanden. Jetzt aber zeige sich, dass die computergestützte Kommunikation auch eine Schattenseite habe: Sie störe offenbar ein effektives Lernen der Jahrtausende alten Schrift. (PNAS, doi: 10.1073/pnas.1213586110)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Chinesisch, Schriftzeichen, Sprache, Lesen, Leseschwäche, Computer, Pinyin, Schulkinder, Lesenlernen, China, Lernen
Weitere News zum Thema
Erneut Indiz für Dunkle Materie-Teilchen? (17.04.2013)
Untergrund-Detektor registriert mögliche Spuren von WIMPs
Forscher entdecken älteste Dinosaurier-Embryos (11.04.2013)
Jungtiere liefern wichtige Daten über das Wachstum der Riesendinos
Atem ist so individuell wie ein Fingerabdruck (04.04.2013)
Die Zusammensetzung der ausgeatmeten Luft ist bei jedem einzigartig
Samstag gehen weltweit die Lichter aus (22.03.2013)
Am 23. März soll die "Earth Hour" ein Zeichen für Klima- und Umweltschutz setzen
Akupunktur gegen Stress? (15.03.2013)
Gezielte Nadelung verhindert Ausschüttung von Stressbotenstoffen - zumindest bei Ratten
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Lernen
Wunder Gehirn
Dossiers zum Thema
Der Kommunikations-Code
Die Vielfalt der Sprachen
Das Echo des digitalen Gezwitschers
Twitter, Facebook & Co.
Informationsspeicher Gehirn
Den Mechanismen des Lernens auf der Spur
Was Hänschen nicht lernt...
Streit um die frühkindliche Bildung
News des Tages
Chinesische Kinder verlernen das Lesen
Weltraumreisen schaden dem Gehirn
Feuerkäfer: Frostschutz-Meister durch Fernwirkung
Leuchtender Einzeller ist Alge des Jahres 2013
Bücher zum Thema
Im Fokus: Neurowissen
Träumen, Denken, Fühlen - Rätsel Gehirn von Nadja Podbregar und Dieter Lohmann
Lernen
Gehirnforschung und die Schule des Lebens von Manfred Spitzer
Die blinde Frau, die sehen kann
Rätselhafte Phänomene unseres Bewußtseins von Vilaynur S. Ramachandran und Sandra Blakeslee
Eine kurze Reise durch Geist und Gehirn
von Vilaynur S. Ramachandran
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
3. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
4. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk
5. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir