Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

So kommt HIV in die Zelle
Neu entdecktes Protein könnte alternativer Angriffspunkt in der Therapie werden
Ein deutsch-spanisches Forscherteam hat herausgefunden, wie genau sich das HI-Virus unversehrt Zugang zu den Immunzellen des Menschen verschaffen kann: ein spezielles Molekül hilft ihm dabei. Das von den Wissenschaftlern identifizierte "Taxiprotein" namens Siglec-1 könnte ein neuer Angriffspunkt zur Bekämpfung des Erregers sein, so die Hoffnung der Forscher, die ihre Ergebnisse gestern im Fachmagazin "PloS Biology" veröffentlichten.
HI-Virus
HI-Virus
© CDC/Dr. Edwin P. Ewing, Jr. HI-Virus
Stößt die Polizei des Immunsystems - die Dendritischen Zellen - auf ihrer Patrouille durch den Körper auf Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien, nehmen sie diese auf. Im Inneren werden die Eindringlinge schließlich verdaut und die Dendritischen Zellen alarmieren weitere Immunzellen, indem sie die unschädlich gemachten Bruchstücke der Erreger auf ihrer Oberfläche präsentieren. Zu den alarmierten Zellen gehören auch die sogenannten T-Helferzellen, die nach Erkennung der Fremdkörper gezielte Abwehrreaktionen einleiten. Genau diese T-Zellen sind jedoch das bevorzugte Ziel des Humanen Immundefizienz (HI) Virus. Im Laufe der Infektion werden sie kontinuierlich dezimiert, bis schließlich das Immunsystem versagt. Es kommt zur Immunschwäche AIDS mit verschiedenen Folgeerkrankungen.

Ausgetrickste Immunpatrouille
Die Dendritischen Zellen selbst sind gegen die am weitesten verbreitete Variante des HI-Virus (HIV 1) nahezu immun. Dennoch spielen sie eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Infektion im Körper: Sie fangen die Viren ein und verstecken sie im Inneren der Zelle, zerlegen sie allerdings nicht wie sonst in ihre Einzelteile. „Stattdessen präsentieren sie den T-Helferzellen die vollständigen und infektiösen Viren anstelle von ungefährlichen Bruchstücken der Virus-Eiweiße". Durch diese direkten Zell-Zell-Kontakte, die zur normalen Funktion der Immunzellen gehörten, komme es dann zur Infektion vieler T-Zellen, was den Infektionsverlauf beschleunige, erklärt Hans-Georg Kräusslich, Direktor der Infektiologie am Universitätsklinikum Heidelberg.

Siglec-1 ist schuld am Eindringen von HIV.
Siglec-1 ist schuld am Eindringen von HIV.
© AIDS-Forschungsinstitut IrsiCaixa Barcelona. Siglec-1 ist schuld am Eindringen von HIV.
Die Ergebnisse der Forscher aus Barcelona und Heidelberg zeigen, wie es HIV gelingt, gerade jene Immunzellen für sich zu nutzen, die eigentlich die körpereigene Virenabwehr in Gang setzen sollten: Für den unbeschadeten Transport hinein in die Patrouillen-Zellen sowie den verhinderten Abbau des Virus machen die Forscher ein Oberflächenprotein der Immunzelle, das Siglec-1, verantwortlich. Es dient dazu, kleine Vesikel, die der Zellkommunikation dienen, einzufangen und ins Zellinnere weiterzuleiten. Als Erkennungsmerkmal für die Aufnahme in die Zellen wirken dabei sogenannte Ganglioside, die es auch auf der Virenhülle gibt. Siglec-1 erkennt diese, das Virus wird gebunden und unbeschadet aufgenommen.

Um die Funktion des Siglecs zu untersuchen, blockierten die Forscher das Protein oder hinderten die Dendritischen Zellen daran, es zu bilden. Woraufhin kaum noch Viren in die Zellen gelangten. Auch die Übertragung auf T-Zellen konnte so im Experiment gestoppt werden. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass Siglec-1 der wichtigste Faktor zur Bindung von HI-Viren an Dendritische Zellen ist und so möglicherweise ganz wesentlich zur Ausbreitung der HIV-Infektion im Organismus beiträgt“, so Kräusslich. „Siglec-1 ist daher ein vielversprechender Ansatzpunkt, um das Fortschreiten der Infektion zu verlangsamen.“ (doi:10.1371/journal.pbio.1001448b)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Medizin, HIV, AIDS, Siglec-1, Immunsystem, Dendritische Zellen, T-Helfer-Zellen, Virus, Therapie
Weitere News zum Thema
Erste Stammzellen aus einem Klon-Embryo (16.05.2013)
Forscher überwinden entscheidende Hürde zum therapeutischen Klonen
Wer oben wohnt lebt länger (15.05.2013)
Bewohner höherer Stockwerke sterben seltener an Lungen- und Herzleiden als die der unteren
Merkmale des seltensten chemischen Elements enträtselt (15.05.2013)
Experiment klärt das Ionisations-Verhalten von kurzlebigem Element Astat
Rekord: Eine Motte hört am höchsten (08.05.2013)
Die Große Wachsmotte kann noch Frequenzen bis 300 Kilohertz wahrnehmen
Frühkindliche Erkältung könnte an Lernstörungen schuld sein (07.05.2013)
Häufiges Atemwegsvirus hinterlässt im Tierversuch Spätfolgen in Gehirn und Verhalten
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Aids
Viren
Proteine
Gefährliche Erreger
Dossiers zum Thema
AIDS
Auf der Suche nach der Wunderwaffe
Aids-Impfstoff gesucht
Eine Gen-basierte Strategie gegen das Virus im Test
Aids-Therapie aus dem Computer
Informatiker als "Assistenzärzte"
Lebenselixier Blut
„Ein ganz besondrer Saft“
Influenza
Alter Feind in neuem Gewand
News des Tages
So kommt HIV in die Zelle
Weihnachtsbaum: Pestizide zum Fest
Weniger Stress am Arbeitsplatz?
Schlüsselmechanismus der pflanzlichen Immunität
Bücher zum Thema
Virus
Die Wiederkehr der Seuchen von Nathan Wolfe
Virolution
Die Macht der Viren in der Evolution von Frank Ryan (Autor), Andrea Kamphuis (Übersetzerin)
Viren
Grundlagen, Krankheiten, Therapien von Susanne Modrow
Viren. Die heimlichen Herrscher
Wie Grippe, Aids und Hepatitis unsere Welt bedrohen von Ernst-Ludwig Winnacker
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir
3. Urzeit-Wald auf Baustelle entdeckt
4. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
5. Zweisprachige nutzen zwei Lautsysteme