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Sonntag, 28.05.2017
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Erstmals Krebsstammzellen aus Kindertumoren isoliert

Der Wilms -Tumor ist einer der häufigsten Krebserkrankungen bei Kleinkindern

Wissenschaftler haben erstmals Krebsstammzellen aus dem Wilms-Tumor der Nieren isoliert. Die Stammzellen, die seit einigen Jahren eine wachsende Rolle in der Krebsforschung spielen, konnten bisher nur für Tumore bei Erwachsenen oder Leukämie ermittelt werden. Sie gelten bei vielen Experten als "Keimzelle" der Krebsentstehung. Die Erforschung der jetzt isolierten Zellen könnte helfen den besonders bei Kindern weit verbreiteten Tumor der Nieren zu verstehen und gezielter zu behandeln, so die israelischen Forscher im Fachmagazin "EMBO Molecular Medicine". Sie hatten außerdem die Stammzellen in Mäuse transplantiert, um dort deren Entwicklung zu untersuchen.
Auch wenn der Krebs weg ist, bleiben oft Spätfolgen

Auch wenn der Krebs weg ist, bleiben oft Spätfolgen

Der Wilms Tumor ist die häufigste Krebsart der Nieren im Kleinkindalter. Zwar reagieren viele junge Patienten gut auf die zur Tumorentfernung durchgeführten Operationen. Muss jedoch eine Chemotherapie zum Einsatz kommen ist dies bei den Kinderpatienten besonders tragisch, da diese oft weitere Tumorbildungen im Erwachsenenalter oder direkte sekundäre Tumore verursacht und so zu Metastasen führt. Daher suchen Wissenschaftler nach Mitteln um den Krebs gezielter zu bekämpfen.

"Krebsstammzellen enthalten die gesamte genetische Maschinerie die nötig ist um einen Krebstumor auszulösen, am Leben zu erhalten und wachsen zu lassen. Deshalb werden sie oft als Krebs-initiierende Zellen bezeichnet", erklärt Benjamin Dekel von der Tel Aviv University. Daher sei es nicht nur wichtig ihre Funktionsweise in der Krebsentwicklung zu verstehen, die Stammzellen könnten vielmehr dazu dienen neue Behandlungsansätze zu testen, die das Streuen und das Wachstum verschiedener Tumore verhindern könnten, so der Wissenschaftler weiter. "Wir haben jetzt zum ersten Mal gezeigt, dass in dieser vor, allem bei Kleinkindern auftretenden, Tumorart auch Stammzellen nachweisbar sind."

Antikörper unterdrückt Krebsbildung


Um zu testen, welche Rolle die Krebsstammzellen bei der Tumorentwicklung einnehmen, pflanzten die Wissenschaftler sie in Mäuse ein. Dabei zeigte sich, dass tatsächlich nur die Verpflanzung der Krebsstammzellen, nicht aber die der andern Krebszellen zu einer Tumorentwicklung bei den Tieren führte. Außerdem konnten die Forscher zeigen, wie man die initiierenden Zellen von den anderen unterscheiden kann: "Wir identifizierten mehrere Biomarker wie Zelloberflächenmoleküle, Signalmoleküle und Mikro-RNAs, die die Stammzellen von den normalen Krebszellen unterscheiden." In weiteren Experimenten hätten sie zudem herausgefunden, dass Antikörper (in diesem Falle künstlich, speziell zur Erkennung der Krebsproteine erzeugte Moleküle) das Wachstum des Krebses komplett oder fast komplett unterbinden konnten. "Diese ersten Ergebnisse lassen vermuten, dass die jetzt von uns isolierten Krebsstammzellen zur Identifizierung neuer Angriffspunkte und Entwicklung neuer Krebsmedikamente gegen den Wilms-Tumors dienen können", fügt Dekel hinzu.


Weitere Untersuchungen sind allerdings notwendig, um zu verstehen wie genau der eingesetzte Antikörper die Krebsbildung unterbindet und wie er sich über längere Zeit auf den Wilms Tumor im menschlichen Gewebe auswirkt.( doi: 10.1002/emmm.201201516)
(EMBO Molecular Medicine, 17.12.2012 - KBE)
 
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