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Montag, 25.09.2017
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Aids: Zahl der Neuinfektionen sinkt deutlich

Aufgestockte Therapieprogramme zeigen auch in den armen Ländern Wirkung

Pünktlich zum Weltaidstag am 1. Dezember gibt es die neuesten Zahlen zur HIV-Epidemie und ihrer Bekämpfung. Nach Angaben von UNAIDS ist die Rate der Neuinfektionen in den am stärksten betroffenen Ländern um mehr als die Hälfte gesunken. Auch habe sich die Zahl der Todesfälle reduziert. Ein Grund dafür seien die verstärkten Therapieprogramme, erklärt die UN-Organisation in ihrem Bericht. In Deutschland stagniert die Zahl der Neuinfektionen, zudem leben HIV-Infizierte dank immer besserer Therapiemöglichkeiten länger als noch vor einigen Jahren.
Aids-Virus

Aids-Virus

Nach wie vor lebt die Mehrheit der mit HIV infizierten Menschen nicht in den Industrieländern, sondern in den armen und ärmsten Ländern - vor allem im südlichen Afrika. Nach Schätzungen von UNAIDS tragen rund 34 Millionen Menschen weltweit das Aids-Virus in sich, aber nur die Hälfte davon kenne ihren HIV-Status. Dennoch gebe der aktuelle Bericht Grund zur Hoffnung. "Der Fortschritt beschleunigt sich", sagt Michel Sidibé, Exekutiv Direktor von UNAIDS.

Rate der Neuinfektionen sinkt vor allem bei den Kindern


Den aktuellen Zahlen nach haben sich im Jahr 2011 2,5 Millionen Menschen neu mit HIV infiziert - dies sind 700.000 weniger als noch zehn Jahre zuvor. Vor allem in 25 besonders stark betroffenen armen Ländern habe es eine Reduktion von mehr als 50 Prozent bei der Rate der Neuinfektionen gegeben. In einigen afrikanischen Staaten, darunter Botswana, Namibia und Malawi steckten sich sogar rund 70 Prozent weniger Menschen neu mit dem Virus an als noch 2001. Am meisten Fortschritte habe es bei den Neuinfektionen von Kindern gegeben, heißt es im Bericht. "Es werden deutlich weniger Babys mit HIV geboren - wir bewegen uns hier von der Verzweiflung zur Hoffnung", sagt Sidibé. Inzwischen erscheine es möglich, zukünftig Neuinfektionen bei Kindern ganz zu vermeiden.

Mehr Therapieprogramme auch in armen Ländern


Auch in Bezug auf die Todesfälle durch Aids gibt es laut UNAIDS eine positive Entwicklung. Demnach ist die Zahl der Aidstoten in den letzten fünf Jahren um eine halbe Million gesunken. Den größten Anteil daran hatten auch hier die bisher am stärksten betroffenen Länder Afrikas, darunter Simbabwe, Südafrika, Kenia und Äthiopien. Ein Grund für diese Fortschritte sei der vermehrte Einsatz von antiretroviralen Therapien in diesen Ländern. Bei uns längst Standard, waren Medikamente gegen HIV bisher für viele Menschen in den ärmeren Ländern nicht verfügbar oder nicht bezahlbar. Diese Situation scheint sich inzwischen leicht gebessert zu haben.


Wie UNAIDS berichtet, ist die Zahl der Menschen, die solche Mittel erhielten, global in den letzten zwei Jahren um 63 Prozent angestiegen. In Afrika südlich der Sahara hatten erstmals 2,3 Millionen Menschen Zugang zu HIV-Therapien. Allein Südafrika habe in dieser Zeit seine staatlichen Therapieprogramme um 75 Prozent aufgestockt - und damit 1,3 Millionen Menschen eine Behandlung ermöglicht. Allerdings, so betont UNAIDS auch, sei dies noch kein Grund zur Entwarnung: Denn noch immer sind sieben Millionen Menschen weltweit, die dringend eine Therapie bräuchten, unversorgt.

Deutschland: Schwule noch immer gefährdetste Bevölkerungsgruppe


Ergänzend zu den globalen Zahlen von UNAIDS hat das Robert-Koch-Institut (RKI) auch die neueste Statistik zur Situation in Deutschland veröffentlicht. Demnach leben hier insgesamt
etwa 78.000 HIV-infizierte Menschen. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland hat nach einem Anstieg zu Beginn des vergangenen Jahrzehnts ab 2004/2005 ein Plateau erreicht und schwankt seitdem leicht auf und ab. Für das Jahr 2012 gehen die Forscher von rund 3.400 Neuinfektionen aus, die Zahl stagniert damit. Während HIV in der Region südlich der Sahara und anderen Entwicklungsländern vor allem über heterosexuelle Kontakte verbreitet wird, gehören in Deutschland noch immer vor allem Schwule zu der am meisten gefährdeten Bevölkerungsgruppe, unter ihnen gibt es rund 51.000 Infizierte. Vor allem weitere sexuell übertragbare Krankheiten, wie Syphilis, haben nach Angaben des RKI dazu beigetragen, dass die Zahl der Neuinfektionen unter den Schwulen im Jahre 2011 leicht angestiegen ist.

Obwohl die Zahl in Deutschland lebender Menschen mit HIV seit Mitte der Neunzigerjahre angewachsen ist und mit einer weiteren Zunahme zu rechnen ist, bewerten Experten die Entwicklung der Erkrankungszahlen als positiv. Denn Grund für den Anstieg sei nicht eine immer höhere Neuinfektionsrate, sondern vielmehr gewährleiste die Verfügbarkeit wirksamer Therapien eine höhere Lebenserwartung der Betroffenen .Da die Zahl der Todesfälle jährlich stark gesunken ist, steige die Bilanz. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass mittlerweile etwa 50.000 Menschen in Deutschland eine HIV-Therapie erhalten und von den weiteren circa 28.000 Infizierten etwa 14.000 Betroffene noch nichts von ihrer Infektion wissen.
(UNAIDS/RKI, 30.11.2012 - NPO)
 
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