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Mittwoch, 01.10.2014
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Forscher spionieren Palmendieben mit GPS nach

Wissenschaftler gewinnen Einblicke in das Verhalten der Landkrabbe Birgus latro

Deutsche Wissenschaftler haben tropische Krebse mit GPS ausgestattet und deren Lebensgewohnheiten auf der tropischen Weihnachtsinsel untersucht. Diese Methode der satellitengestützten Telemetrie wurde damit erstmals bei einem wirbellosen Tier angewendet. Die Forscher versahen über drei Jahre hinweg männliche Krebstiere mit Sendern und sammelten so deren Bewegungsprofile. So fanden sie heraus, dass die Palmendiebe nur gelegentlich größere Wanderungen unternehmen und sich nach Entfernung von ihrem Standort zielstrebig wieder dorthin zurück bewegen.
Forscher mit Palmendieb

Forscher mit Palmendieb

Die Tiere erreichen ein Alter von wahrscheinlich weit über 60 Jahren und sind mit einem Gewicht von bis zu vier Kilogramm und einer Körpergröße von bis zu 40 Zentimetern die größten landlebenden Gliederfüßer (Arthropoda) der Erde. Weltweit werden nur die ihnen verwandten japanischen Riesenkrabben noch größer.
Auf der Insel im Indischen Ozean gibt es eine noch weitgehend ungestörte Population von mehreren Hunderttausend Tieren dieser Art, was die Wissenschaftler der Universität Greifswald und des Max-Planck-Institutes Jena nutzten, um deren ursprüngliche Verhaltensmuster anhand des neuen GPS-Ansatzes zu untersuchen.

Für ihre Studie versahen Wissenschaftler Jena zwischen 2008 und 2011 55 männliche Palmendiebe mit GPS Empfängern. Die Geräte können so programmiert werden, dass stündlich Positionen ermittelt und gespeichert werden und das über mehrere Monate hinweg. Der Empfänger enthält außerdem einen Beschleunigungsmesser (Accelerometer), der Bewegungen in x, y und z-Richtung und somit die Aktivität der Tiere aufzeichnen kann. Die Daten wurden dann drahtlos, also ohne die Tiere zu stören, etwa einmal pro Woche durch die Beobachter aus 200 Meter Entfernung abgerufen. Ähnliche Module werden auch genutzt, um die Wanderungen von Zugvögeln zu registrieren.

Heimattreue Krebse


Die Geräte lieferten mehrere tausend GPS-Positionen und mehr als 1.500 Aktivitäts-Tagesprofile der Palmendiebe, wobei einige Krebse bis zu drei Monate lang verfolgt wurden. Die Tiere konnten sich während der gesamten Zeit frei in ihrem Lebensraum bewegen. Dabei zeigte sich, dass die Tiere offenbar einem Standort treu blieben, von dem aus sie in der Regel nur kleinere Exkursionen unternahmen. Allerdings wurden auch größere Wanderungen zwischen Küste und dem rund drei Kilometer entfernten Regenwald im Inselinneren registriert. Diese ausgedehnten Ausflüge stehen vermutlich im Zusammenhang mit der Fortpflanzung, der Aufnahme von Salzen durch Trinken von Meerwasser oder dem Nahrungserwerb. Dabei scheinen die Tiere alt bekannten, individuellen Routen zu folgen.

In weiteren Experimenten sammelten die Forscher einige Tiere ei und transportierten bis zu einen Kilometer weit von ihrem Standort weg. Innerhalb von wenigen Stunden wanderten die Krebse darauf hin gezielt zurück an den Ausgangsort, was nach Ansicht der Wissenschaftler auf eine hohe Orientierungsleistung dieser Krebstiere hinweist.
(Max-Planck Institut, 19.11.2012 - KBE)

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