Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Ozeane: Zwei Drittel aller Bewohner noch unbekannt
Bestandsaufnahme liefert neuen Einblick in marine Artenvielfalt
Bis zu zwei Drittel aller Meeresbewohner warten noch immer auf ihre Entdeckung. Von den geschätzt knapp eine Million Pflanzen und Tieren in den Ozeanen wurden bisher erst rund 226.000 beschrieben, viele davon erst in den letzten Jahrzehnten. Das zeigt die bisher umfassendste Bestandaufnahme marinen Lebens durch ein Team von 270 Forschern aus aller Welt, welche jetzt im Fachmagazin "Current Biology" veröffentlicht wurde.
Korallenriff
Korallenriff
© Xavier Turon Korallenriff
Sie haben erstmals alle bekannten Arten in einem globalen Register zusammengetragen und ausgewertet. Demnach gibt es selbst in europäischen Gewässern - dem weltweit am besten erforschten Meeresgebiet - noch immer rund ein Drittel unbekannte Arten. Während unter den großen Meeressäugern und Krebsen nicht mehr viele Entdeckungen zu erwarten seien, habe man von anderen Organismengruppen wie den Meerasseln, Schnecken, Fadenwürmern und Kleinkrebsen bisher kaum mehr als 20 Prozent bestimmt.

"Zum ersten Mal haben wir einen detaillierten Überblick über die Artenvielfalt in allen großen Gruppen von Meeresbewohnern gewonnen", sagt Erstautor Ward Appeltans von der Intergovernmental Oceanographic Commission (IOC) der UNESCO. Das World Register of Marine Species (WoRMS) spiegele den heutigen Stand des Wissens wider - und zeige auch, was man alles noch nicht über das Leben in den Ozeanen wisse.

1.271 Namen für 87 Walarten
Für ihre Studie hatten die 270 Forscher aus 32 Ländern alle veröffentlichten Beschreibungen von marinen Tieren und Pflanzen zusammengetragen. Zellkernlose Einzeller wie Bakterien und Archaeen habe man dabei ausgenommen, erklären sie. Die Auswertung dieser Einträge ergab, dass von den rund 400.000 Artbezeichnungen 40 Prozent Synonyme waren - Dopplungen, weil für die gleiche Art irrtümlich mehrere Namen vergeben worden sind. "Am häufigsten kam dies bei gut beschriebenen Tiergruppen wie den Walen vor: Hier existieren 1.271 Namen für nur 87 real existierende Arten", berichten die Wissenschaftler. Ziehe man die Synonyme ab, komme man auf rund 226.000 bekannte marine Arten.

Aus der Verteilung der bekannten Arten auf die Hauptgruppen des Tier- und Pflanzenreichs und aus der Rate der Neubeschreibungen rechneten die Wissenschaftler mit Hilfe eines statistischen Modells dann hoch, wie viele Arten es wahrscheinlich noch in den Ozeanen gibt. "Die meisten bisherigen Schätzungen beruhten auf Umfragen unter Experten, ein globales Register gab es nicht", berichten die Forscher. Daher lagen vorherige Schätzungen weit auseinander und viele davon seien eher zu hoch ausgefallen. Die globale Datenbank WoRMS erleichtere die Hochrechnung und enge die Zahl der noch unbekannten Meeresarten auf zwischen 704.000 bis 972.000 ein.

Jedes Jahr 2.000 neue Arten
Wie die Wissenschaftler berichten, nimmt die Rate der Neuentdeckungen unter den marinen Arten momentan deutlich zu. Zurzeit werden jedes Jahr rund 2.000 neue Spezies beschrieben. "Die letzte Dekade war die produktivste Phase: Mehr als 20.000 neue Arten - neun Prozent aller bisher beschriebenen - wurden seit dem Jahr 2000 entdeckt", schreiben Appeltans und seine Kollegen. Halte dieser Trend an, könnten ihren Schätzungen nach in den nächsten 50 Jahren weitere 100.000 Spezies beschrieben werden. Bis zum Ende des Jahrhunderts seien dann möglicherweise schon 95 Prozent aller Arten gefunden.

Ein Grund für die zunehmende Entdeckungsrate ist nach Ansicht der Forscher der technische Fortschritt. Mit Hilfe von moderner Taucherausrüstung, ferngesteuerten und autonomen Tauchrobotern und anderen Unterwassertechnologien könne man heute auch zuvor unerreichbare Lebensräume wie Tiefseequellen, Schlammvulkane, unterseeische Canyons oder Höhlen erforschen. "Tauchboote und Tiefseetaucher haben beispielsweise zur Entdeckung von 30 neuen Fischarten selbst in einer so gut erforschten Region wie den Galapagos-Inseln geführt", berichten die Wissenschaftler (doi: 10.1016/j.cub.2012.09.036).
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Ozean, Bestandaufnahme, Arten, Meeresbewohner, Lebensraum, Meeressäuger, Tiefsee, Tauchroboter, unterseeische Canyons
Weitere News zum Thema
Edelsteine als Indikatoren für die Plattentektonik (21.05.2013)
Rubine und Jade zeigen an, wo die Erdplatten einst kollidierten
Gletscher verursachen ein Drittel des Meeresspiegel-Anstiegs (17.05.2013)
Ein Prozent des Eises in den Gletschern bewirkt genauso viel wie die restlichen 99 Prozent
Hohes Tsunami-Risiko für Iran, Oman und Pakistan (14.05.2013)
Makran Subduktionszone vor der Küste erweist sich als gefährlicher als gedacht
Supernova-Spur in fossilen Mikroben nachgewiesen (10.05.2013)
2,2 Millionen Jahre alte bakterielle Magnetit-Kristalle enthalten Eisen-Isotop aus Sternenexplosion
Versauerung lässt Miesmuscheln kalt (07.05.2013)
Ausreichend Futter kann Nachteile von saurem Wasser zum Teil ausgleichen - noch
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Meeressäuger
Tauchroboter Snookie
Schatzkammer Ozean
Tiefseegräben
Unterwasserhöhlen von Bermuda
Dossiers zum Thema
Eine Erde voller Arten
Darwins Vermächtnis in der heutigen Evolutionsbiologie
Wunderwelt Ozean
Zehn Jahre Volkszählung im Meer - „Census of Marine Life“
Geheimnisvolle Tiefsee
Von Mythen, Monstern und Manganknollen
Forscher gehen auf Tauchstation
Auf Expedition zu den kalten Quellen der Tiefsee
Die Schlünde der Meere
Eine Reise in die Tiefseegräben
Unterwasser-Canyons
Riesen-Schluchten am Kontinentalrand Europas
Müllkippe Meer
Ein Ökodesaster mit Langzeitfolgen
News des Tages
Stein-Speerspitzen gab es schon vor 500.000 Jahren
Heuschrecke: Ohr im Knie funktioniert wie unseres
Virensensor macht Abwehr bei Grippe anfälliger für Bakterien
Ozeane: Zwei Drittel aller Bewohner noch unbekannt
Oxytocin hält Flirtende auf Distanz
Bücher zum Thema
Wale & Delfine
Arten, Lebensräume, Verhalten von Rüdiger Wandrey
Schatzkammer Ozean
Volkszählung in den Weltmeeren von Darlene Trew Crist, Gail Scowcroft und James M. Harding
Faszination Meeresforschung
Ein ökologisches Lesebuch von Gotthilf und Irmtraut Hempel sowie Sigrid Schiel
Räuber, Monster, Menschenfresser
99 Unwahrheiten über Haie von Gerhard Wegner, Robert Hofrichter und Franziska Anderle
Meer ohne Fische?
Profit und Welternährung von Peter Cornelius Mayer-Tasch
Unter Wasser
von Bill Curtsinger
Expedition Tiefsee
von Gregor Rehder
Deep Blue
Entdecke das Geheimnis der Ozeane
Top-Clicks der Woche
1. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund
2. Ältestes Wasser der Erde entdeckt
3. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
4. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
5. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk