Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Augenbewegungen steuern Datenbrille
Photodiode registriert Blickrichtung und blättert entsprechend vor oder zurück
Forscher haben eine neuartige Datenbrille entwickelt, die allein mit Augen gesteuert werden kann. Das OLED-Mikrodisplay ermöglicht dem Nutzer nicht nur den Blick auf die reale Welt, sondern zeigt zeitgleich virtuelle Informationen wie Reparaturanleitungen. Der Clou: Der Monteur kann dabei mit den Augen durch die Seiten blättern. Bisherige Datenbrillen mit Augmented Reality müssen oft per Maus oder Datenhandschuh gesteuert werden.
Mit dieser Datenbrille können Anwender Displays durch die Bewegung ihrer Augen steuern.
Mit dieser Datenbrille können Anwender Displays durch die Bewegung ihrer Augen steuern.
© Fraunhofer COMEDD Mit dieser Datenbrille können Anwender Displays durch die Bewegung ihrer Augen steuern.
Wenn Mechaniker komplexe Reparaturen durchführen, waren sie bisher meist auf Informationen aus Handbüchern angewiesen. Doch das Blättern störte die Konzentration, die Arbeit dauerte länger. Daran ändert sich wenig, wenn die Daten vom PC oder Laptop abgerufen werden. Auch hier braucht es einige Klicks, um zur richtigen Zeichnung zu gelangen. Weiterer Nachteil: Werkzeuge müssen zur Seite gelegt werden. Forscher der Fraunhofer-Einrichtung für Organik, Materialien und Elektronische Bauelemente COMEDD in Dresden arbeiten daher seit mehreren Jahren am Design von interaktiven HMDs – Head Mounted Displays –, etwa für Datenbrillen, die auf OLED-Technologie basieren. Diese machen neben der realen Welt eine erweiterte Realität mit zusätzlichen Informationen sichtbar.

Bisher mussten Befehle für die erweiterte Realität (englisch: Augmented Reality) allerdings immer per Datenhandschuh oder Joystick eingegeben werden. Jetzt haben die Wissenschaftler mit Kollegen vom Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Karlsruhe und der Firma TRIVISIO eine Datenbrille entwickelt, deren Display sich per Augenbewegung steuern lässt. Ein damit ausgerüsteter Mechaniker kann sich den Schaden direkt mit der Brille ansehen und gleichzeitig mit den Augen durch eine eingeblendete Bedienungsanleitung blättern. Die Forscher stellen ihr neues System auf der Messe electronica vom 13. bis 16. November in München vor.

"Mit der Datenbrille kann der Nutzer gewohnt die reale Welt wahrnehmen, gleichzeitig werden die Augenbewegungen mit der Kamera aufgenommen", erklärt Herold. "Ein Blick auf die Pfeiltaste sorgt dafür, dass eine Seite umgeblättert wird. Auch wenn beispielsweise die Datenbrille von Google vielleicht noch etwas schicker ist, so erfordert auch sie einen Joystick, um sich durch das Menü zu blättern. Das entfällt hier." Ein Techniker oder Arzt behält die Hände frei und kann sich ganz auf seine Tätigkeit konzentrieren.

Photodiode erfasst Augenbewegungen
"Wir nutzen in unserer Brille einen neuartigen CMOS-Chip mit integrierter Kamera und OLED-Mikrodisplay, für den wir auch das Patent haben", erklärt Projektleiter Rigo Herold. Die Forscher haben hier zum ersten Mal OLEDs gemeinsam mit Photodetektoren auf den CMOS-Chip integriert. "Er wird mit mikroskalierten Sende- und Empfangseinheiten ausgestattet, die Anordnung der Informationen erfolgt dabei hintereinander – Arraystruktur lautet der Fachbegriff. So entsteht ein bidirektionales Mikrodisplay. Das heißt, wir können sowohl Bilder aufnehmen als auch wiedergeben", erläutert Herold.

Der Chip ist 11 mal 13 Millimeter groß und enthält vier Leuchtpixel sowie eine Photodiode in der Mitte. Diese erfasst die Augenbewegung des Brillenträgers. Die Pixel sind zuständig für die Bilder, die der Anwender auf das Mikrodisplay eingespielt bekommt. Letzteres besteht aus einer verschachtelten Matrix von OLED-Leuchtpixeln und dazwischen eingebetteten Photodetektoren, die quasi als Kamera arbeiten. Das Display hat eine Leuchtfläche von 10,24 mal 7,68 Millimeter. Blickt der Betrachter durch die Brillengläser zum Horizont, wird vor ihm in einigem Abstand etwa eine Montagezeichnung oder eine Landkarte in einer Größe von bis zu einem Meter projiziert.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Technik, Datenbrille, Augmented Reality, Photodiode, Mikrochip, OLED-Display, Mikrodisplay, Kamera
Weitere News zum Thema
Dünger kann tropische Böden unfruchtbar machen (23.05.2013)
Studie warnt vor falscher und forcierter Düngung in den Tropen und Subtropen
Allosaurus fraß wie ein Greifvogel (22.05.2013)
Tischsitten von Tyrannosaurus und Allosaurus unterschieden sich deutlich
Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk (17.05.2013)
Neue Funktechnik macht drahtlose Übertragung genauso schnell wie DSL
Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen (17.05.2013)
Komplexe Formen durch gezielte Manipulation der Wachstumsbedingungen
Erste Stammzellen aus einem Klon-Embryo (16.05.2013)
Forscher überwinden entscheidende Hürde zum therapeutischen Klonen
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Kluge Klamotten
Dossiers zum Thema
3D-Kino: Film ab – Brille auf
Forschung für bessere dreidimensionale Filme
Intelligente Kleidung
Hightech-Textilien auf dem Vormarsch
Wohnen der Zukunft
Was können die Häuser von morgen?
Smarte Kunststoffe und flexible Chips
Polytronik auf dem Vormarsch
News des Tages
Überforderte Abwehr: Herpes kommt zurück
Augenbewegungen steuern Datenbrille
"Beamen" statt Flugmeilen sammeln?
71 neue Risikogene für entzündliche Darmerkrankungen
Bücher zum Thema
Expedition Zukunft
Wie Wissenschaft und Technik unser Leben verändern von Nadja Pernat
Menschmaschinen
Wie uns die Zukunftstechnologien neu erschaffen von Rodney Brooks
4000 Jahre Wissenschaft
von Patricia Fara (Autor) und Andrea Kamphuis (Übersetzerin)
Homo sapiens: Leben im 21. Jahrhundert
Was bleibt vom Menschen? von Ray Kurzweil
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
3. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
4. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk
5. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir