Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Australopithecus lebte noch teilweise auf Bäumen
Affenähnliche Schulterblätter deuten auf Anpassung an kletternde Lebensweise hin
Obwohl sie schon aufrecht gehen konnten, hielten sich unsere frühen Vorfahren noch häufig in den Bäumen auf. Darauf deuten die Schulterblätter des vor 3,3 Millionen Jahren lebenden Vormenschen Australopithecus afarensis hin. Sie seien in Form und Ausrichtung noch relativ affenähnlich und an eine Lebensweise auf Bäumen angepasst. Demnach habe der Mensch in seiner Entwicklung das Klettern länger beibehalten als bisher angenommen, berichten US-amerikanische Forscher im Fachmagazin "Science".
Kopf des Dikika-Mädchens, einem 3,3 Millionen Jahre alten Fossil des Vormenschen Australopithecus afarensis
Kopf des Dikika-Mädchens, einem 3,3 Millionen Jahre alten Fossil des Vormenschen Australopithecus afarensis
© Zeresenay Alemseged / Dikika Research Project Kopf des Dikika-Mädchens, einem 3,3 Millionen Jahre alten Fossil des Vormenschen Australopithecus afarensis
Die Wissenschaftler hatten erstmals die Schulterknochen und Wirbelsäule des sogenannten Dikika-Mädchens freipräpariert und untersucht, einem im Jahr 2000 in Äthiopien gefundenen Australopithecus-Skelett. "Die bemerkenswerten Fossilien liefern klare Beweise dafür, dass unsere Vorfahren in diesem Stadium der menschlichen Evolution noch immer auf Bäumen herumkletterten", sagt Zeresenay Alemseged von der California Academy of Sciences in San Francisco, einer der beiden Autoren der Studie.

Gut erhaltene Schulterknochen sind selten
Die Frage, ob der Vormensch Australopithecus afarensis strikter Zweibeiner war oder auch noch auf Bäumen herumkletterte, wird seit 30 Jahren heftig debattiert. Ein Grund dafür seien fehlende Fossilien des Schultergürtels. "Weil die Schulterblätter so dünn sind, bleiben sie nur selten erhalten - und wenn, dann meist nur in Bruchstücken", erklärt Alemseged. Zwei intakte Schulterblätter bei dieser Vormenschenart zu finden, sei daher ein echter Jackpot. Das von einem dreijährigen Kind stammende Skelett des Dikika-Mädchens war allerdings beim Fund fast vollständig in einem Sandsteinblock eingebettet. Um die Schulterblätter freizulegen, benötigten die Forscher elf Jahre der vorsichtigen Feinarbeit.

Größenvergleich des fossilen Schulterblatts mit einer menschlichen Hand
Größenvergleich des fossilen Schulterblatts mit einer menschlichen Hand
© David J. Green Größenvergleich des fossilen Schulterblatts mit einer menschlichen Hand
Die genaue Untersuchung der freipräparierten Schulterblätter ergab, dass der Sockel für das Schultergelenk beim Australopithecus-Fossil nach oben zeigte. Damit ähnelt er stark dem der heutigen Menschenaffen. "Diese Form verteilt die Belastung beim Klettern und Über-Kopf-Greifen besser", berichten die Forscher. Das deute darauf hin, dass auch Australopithecus noch an ein Leben in den Bäumen angepasst gewesen sei. Beim Menschen zeige die Ansatzstelle des Schultergelenks dagegen nach unten und außen.

Der vor 3,3 Millionen Jahren lebenden Australopithecus afarensis besaß demnach zwar schon Füße, Hüften und Beine, die an ein aufrechtes Gehen angepasst waren. Dennoch habe dieser Vormensch auch die ursprünglicheren Anpassungen an eine kletternde Lebensweise zunächst beibehalten, konstatieren die Forscher. "Dies bestätigt die einmalige Stellung, die diese Art in der menschlichen Evolution einnimmt", sagt Alemseged. Sie sei noch nicht ganz Mensch, aber schon klar auf dem Wege dahin. (doi:10.1126/science.1227123)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Evolution, Fossilien, Vormensch, Australopithecus afarensis, Dikika-Mädchen, Klettern, Schulterblatt, Afrika, Äthiopien
Weitere News zum Thema
Forscher entdecken kleinstes Genom der Pflanzenwelt (13.05.2013)
Erbgut einer fleischfressenden Wasserpflanze widerlegt Unverzichtbarkeit der Junk-DNA
Rekord: Eine Motte hört am höchsten (08.05.2013)
Die Große Wachsmotte kann noch Frequenzen bis 300 Kilohertz wahrnehmen
Versauerung lässt Miesmuscheln kalt (07.05.2013)
Ausreichend Futter kann Nachteile von saurem Wasser zum Teil ausgleichen - noch
Harte Kost schützt die Zähne (25.04.2013)
Zu wenig Abnutzung könnte die Hauptursache für weit verbreitete Zahnhalsdefekte sein
Raubdino Microraptor war ein guter Fischer (24.04.2013)
Fischreste im Magen des fossilen Vierflügel-Sauriers belegen vielseitigen Speiseplan
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Urahnen des Menschen
Frühmenschen
Neandertaler
Dossiers zum Thema
Vormenschen
Zu Besuch bei Ardi, Lucy & Co
Projekt Neandertaler
Gene lösen Rätsel um eiszeitlichen Vetter
Der Streit um den Neandertaler
Anmerkungen zur Evolution des Menschen
Gott oder Darwin?
Der Kreationismus auf dem Vormarsch
Gene auf Wanderschaft
Was verrät unser Erbgut über die Migration des Menschen?
News des Tages
Australopithecus lebte noch teilweise auf Bäumen
Erste gefiederte Saurier der westlichen Hemisphäre entdeckt
Pulsar erweist sich als zerstörerische Schwarze Witwe
Buntbarsche sehen Infrarot
Milchstraße: 84 Millionen Sterne katalogisiert
Bücher zum Thema
Die Ursprünge der Menschheit
von Fiorenzo Facchini
Das Rätsel der Menschwerdung
von Josef H. Reichholf
Adams Eltern
Expeditionen in die Welt der Frühmenschen von Friedemann Schrenk & Timothy G. Bromage
Die Welt des Neandertalers
Von den Ursprüngen des Menschen von Juan L. Arsuaga
Top-Clicks der Woche
1. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
2. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
3. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk
4. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
5. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund