Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Wasser-Entnahme war schuld an Erdbeben in Spanien
Erdstöße im Mai 2011 wurden durch den Menschen mitverursacht
Das Erbeben vom 11. Mai 2011 in Südspanien wurde durch den Menschen ausgelöst: Die Entnahme von großen Mengen Grundwasser ist schuld daran, dass eine Verwerfung im Untergrund instabil wurde und die Erdstöße verursachte. Das hat ein internationales Forscherteam anhand von Satellitendaten und Modellrechnungen festgestellt. Seit den 1960er Jahren sei der Grundwasserspiegel in dieser Region um 250 Meter gesunken. Dadurch hätten sich die Spannungen im ohnehin tektonisch sehr aktiven Untergrund verändert, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Nature Geoscience". Dieser menschengemachte Prozess habe auch die Schwere der Erdstöße beeinflusst. Das Beben der Stärke 5,1 hinterließ in der Stadt Lorca im Südosten Spaniens neun Tote, hunderte von Verletzten und schwere Schäden.
Kartenansicht des Bebens vom 11. Mai 2011
Kartenansicht des Bebens vom 11. Mai 2011
© USGS Kartenansicht des Bebens vom 11. Mai 2011
Dass direkte Eingriffe in den Untergrund Erdbeben auslösen können, ist nicht neu. Meist werden sie verursacht, wenn an einer Stelle Erdgas, Kohle oder Erdöl entnommen werden oder Bohrungen das Gestein destabilisieren. So hat der Kohlenbergbau im Saarland zwischen 2005 und 2008 mehrfach Erdstöße bis zur Stärke 4 ausgelöst. Die neue Studie zeigt nun, dass auch längerfristige Veränderungen wie die Absenkung des Grundwasserspiegels solche Folgen haben können. "Unsere Ergebnisse enthüllen eine unerwartete, vom Menschen verursachte Veränderung der oberflächennahen Spannungen im Gestein", schreiben Pablo González von der University of Western Ontario in Kanada und seine Kollegen.

In einem begleitenden Kommentar warnt der Geophysiker Jean-Philippe Avouac vom California Institute of Technology in Pasadena, man müsse solche menschengemachten Spannungsänderungen im Untergrund im Auge behalten und möglichst vermeiden. "Wir wissen heute zwar, wie man Erdbeben auslöst, aber wir sind noch weit davon entfernt, sie kontrollieren zu können", konstatiert der Forscher.

Aus ENVISAT-Satellitenbildern (oben) und Modellen ermittelte Verformung des Untergrunds
Aus ENVISAT-Satellitenbildern (oben) und Modellen ermittelte Verformung des Untergrunds
© González ert al. /Nature Geoscience Aus ENVISAT-Satellitenbildern (oben) und Modellen ermittelte Verformung des Untergrunds
Satellitenbilder vorher und nachher
Für ihre Studie hatten González und seine Kollegen Daten des ENVISAT-Satelliten ausgewertet, der die Erdbebenregion um Lorca sowohl vor als auch kurz nach dem Beben überflogen hatte. Die dabei erstellten Radaraufnahmen zeigen die genaue Form und Höhe des Untergrunds. Durch Vergleiche beider Aufnahmen stellten die Forscher fest, welche Veränderungen durch das Beben entstanden waren. Über ein Modell konnten sie daraus ermitteln, wo und in welcher Form sich die Verwerfungen bewegt hatten.

"Der Hauptstoß des Bebens erfolgte entlang einer großen tektonischen Störung in dieser Region, der Alhama de Murcia Verwerfung", berichten die Wissenschaftler. Nördlich der Stadt Lorca seien die Ränder dieser Störung in zwei bis fünf Kilometern Tiefe um 15 Zentimeter gegeneinander verschoben worden. Der Ursprung dieses Bruches lag, wie die Messungen zeigten, nahe an einem Grundwasserreservoir. Aus diesem und anderen in der Region wurden seit den 1960er Jahren große Mengen Wasser entnommen. Die Modellrechnungen ergaben, dass dadurch der Druck an der tektonischen Schwachstelle im Laufe der Jahre immer weniger wurde. Diese Entlastung habe die Spannungen im Gestein verändert und letztlich das Erdbeben ausgelöst, schreiben González und seine Kollegen. (doi:10.1038/ngeo1610)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Naturkatastrophen, Erdbeben, Tektonik, Verwerfungen, Lorca, Spanien, Grundwasserspiegel, Wasserentnahme
Weitere News zum Thema
China: "Kleine Kaiser" mit Folgen (11.01.2013)
Ein-Kind-Politik hat Einzelkinder mit psychischen Auffälligkeiten hervorgebracht
Naturkatastrophen 2012 trafen vor allem die USA (03.01.2013)
Sturm Sandy und Dürre sorgten für enorme Schäden
Plattenbewegungen komplexer als bisher angenommen (26.11.2012)
Forscher untersuchen unterseeische Gebirge um Plattendynamiken zu verstehen
Bei Stromausfällen effizienter handeln (02.11.2012)
Energieversorger, Behörden und Rettungskräfte müssen schnell und koordiniert zusammenarbeiten
Elbehochwasser 2002: Talsperren verhinderten Schlimmeres (13.08.2012)
Tschechische Talsperren hielten Millionen Kubikmeter Wasser zurück
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Erdbeben
Erdbebensimulationen
Naturgewalten
Mallorca-Tourismus
Dossiers zum Thema
Erdbeben
Vorhersagbar oder aus heiterem Himmel?
Warten auf das große Beben...
Japan - Ballungsräume auf dem Schleudersitz
Geoinformationssysteme
Mehr als nur Werkzeug der Geographen...
Kampf um Ressourcen
Mangel als Ursache und Verstärker von Krisen
Krieg um Wasser
Die neue Gefahr für den Weltfrieden?
Detektive im System Erde
Das GeoForschungsZentrum Potsdam
Auf Kante
Warten auf „The Big One“
News des Tages
Forscher pflanzen Ratten im Labor erzeugtes Nierengewebe ein
Wasser-Entnahme war schuld an Erdbeben in Spanien
Kalziumpumpe der Zellen hat einen Turbo-Schalter
Immer mehr Plastikmüll in der arktischen Tiefsee
Bücher zum Thema
Allgemeine Geologie
Eine Einführung in das System Erde von Frank Press und Raymond Siever
Der bewegte Planet
Eine geologische Reise um die Erde von Richard Fortey
Plattentektonik
Kontinent- verschiebung und Gebirgsbildung von Wolfgang Frisch und Martin Meschede
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir
3. Kluge Hirne sind wählerisch
4. Himmelsschauspiel: Planetendreieck am Abendhimmel
5. Urzeit-Wald auf Baustelle entdeckt