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Mittwoch, 27.08.2014
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Menschen brauchen schon seit Urzeiten Fleisch

Bruchstücke eines 1,5 Millionen Jahre alten Schädels zeigen deutliche Mangelerscheinungen des tierischen Produkts

Bei unseren Vorfahren stand Fleisch wahrscheinlich schon vor 1,5 Millionen Jahren auf dem täglichen Speiseplan, und damit fast 700.000 Jahre früher als bisher bekannt. Darauf deuten Fragmente eines Kinderschädels hin, die in einem Tal in Tansania ausgegraben wurden. Bei der Untersuchung der Frakturen in den Knochenfunden entdeckte ein internationales Wissenschaftlerteam, dass das damals zwei Jahre alte Kind an überschießender Knochenbildung gelitten haben muss. Diese wurde vermutlich durch einen Mangel an Vitamin B12 ausgelöst, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin PLOS ONE. Da Vitamin B12 hauptsächlich über Fleischprodukte aufgenommen wird, folgern die Forscher, dass der Körper der ersten Vorfahren des Menschen offenbar schon an regelmäßigen Fleischkonsum angepasst war. Denn wäre dies nicht so gewesen, hätte das Kind auch keine Mangelerscheinungen aufgezeigt.

Poröse Stellen am Schädelfund aus der Olduvai Gorge, Tansania

Bei der überschießenden Knochenbildung, auch bekannt als eine Form der Osteoporose, wird Knochengewebe wie ein Schwamm löchrig und weich. Heutige Erkenntnisse zeigen, dass diese überwiegend durch Blutarmut ausgelöst wird. Bei dieser, auch unter Anämie bekannten Erkrankung sind nicht mehr genügend sauerstofftragende Proteine im Blut. Sie kann vor allem bei Kindern meist auf einen Mangel an Vitamin B12 zurückgeführt werden, erklären der Studienleiter Manuel Domínguez-Rodrigo von der Universidad Complutense in Madrid und seine Kollegen. Dabei wird dieses fast ausschließlich über Fleisch aufgenommen. Vegetarier und vor allem Veganer müssen deshalb besonders darauf achten, immer genug Vitamin B12 zu sich zu nehmen. Bisher seien nur in menschlichen Überresten aus dem Mittel- oder Jungpleistozän Hinweise auf überschießende Knochenbildung und damit ein Mangel an Vitamin B12 gefunden worden. Diese sind damit maximal 800.000 Jahre alt.

Schädelfragmente sind ältester Beleg für Blutarmut


Mit einen Alter von 1,5 Millionen Jahren stelle ihr Fund aus dem Altpleistozän den weitaus ältesten Beleg für Anämie dar, sagen die Wissenschaftler. Die Schädelbruchstücke des damals zweijährigen Kindes gruben sie in der Olduvai Gorge in Tansania aus. Dabei würden die mit dem bloßen Auge sichtbaren löchrigen Stellen an den Knochenstücken eindeutig überschießende Knochenbildung aufweisen und damit zeigen, dass das Kind an Blutarmut gelitten hatte, sagen die Forscher. Für sie gibt es zwei mögliche Erklärungen: Die Mutter könnte zu abrupt oder früh mit dem Stillen aufgehört haben, so dass das Kind kein Vitamin B12 mehr über die Muttermilch aufnahm. Wahrscheinlicher sei jedoch, dass die Mutter selbst keinerlei Fleisch zu sich nahm, so dass bereits ihre Milch das Vitamin kaum enthielt. In beiden Fällen jedoch weise ihr Fund darauf hin, dass der Körper der damaligen, bereits menschenähnlichen Lebewesen schon an den regelmäßigen Fleischkonsum angepasst war. Dies verdichte auch die Hypothese, dass unsere Vorfahren bereits vor 1,5 Millionen Jahren aktiv auf Jagd gingen, sagen die Forscher. (doi:10.1371/journal.pone.0046414)
(PLoS ONE, 05.10.2012 - INR)

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