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Montag, 24.07.2017
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Mammografie: Digital ist effektiver

Neue Technik findet mehr aggressive Brustkrebs-Frühformen

Aggressive Brustkrebs-Tumore werden mit der digitalen Mammografie besser gefunden als mit der herkömmlichen, auf Röntgenfilmen basierenden. Die Rate der falsch positiven Diagnosen steigt durch den Wechsel auf die Digitaltechnik nicht - entgegen bisherigen Befürchtungen. Das zeigt eine Studie niederländischer Forscher, die insgesamt rund 1,2 Millionen Mammografie-Befunde aus den Niederlanden ausgewertet haben. Durch den Wechsel zum digitalen Brustkrebs-Screening seien nicht mehr langsam wachsende und damit wenig gefährliche Tumore entdeckt worden als zuvor. Die Entdeckungs-Rate bei den schnell wachsenden, potenziell invasiven Tumoren sei aber deutlich gestiegen, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Radiology"
.

Mammografie-Aufnahme einer gesunden Brust (links) und einer Brust mit einem Tumor.

Mammografie-Aufnahme einer gesunden Brust (links) und einer Brust mit einem Tumor.

"Das Ziel der Früherkennung bei Brustkrebs ist es nicht, einfach nur Tumore als solche zu entdecken", erklären Adriana Bluekens vom Nationalen Experten- und Trainingszentrum für Brustkrebs Screening in Nijmegen und ihre Kollegen. Denn nicht aus allen Frühstufen des Burstkrebses entwickele sich in der Lebenszeit der Patientinnen ein lebensbedrohlicher Tumor. Das Ziel sei es daher, möglichst viele der potenziell aggressiven Frühformen zu identifizieren, um zu verhindern, dass sich diese weiterentwickeln. "Alles andere wäre eine Überdiagnose", betonen die Forscher. Ein gewisser Anteil solcher Überdiagnosen sei zwar beim Brustkrebs-Screening kaum zu vermeiden. Unklar sei jedoch bisher geblieben, inwieweit die neue digitale Mammografie den Anteil solcher Überdiagnosen möglicherweise erhöhe.

Befunde im direkten Vergleich


Für ihre Studie hatten die Forscher die Mammografie-Unterlagen von insgesamt 1.198.493 Untersuchungen ausgewertet, die zwischen 2003 und 2007 an drei großen niederländischen Brustkrebszentren durchgeführt worden waren. 12,7 Prozent der Mammografiebilder wurden digital erstellt, der Rest mit Hilfe herkömmlicher Röntgenfilme. 18.896 Frauen wurden aufgrund positiver oder unklarer Befunde zu einer Nachuntersuchung gebeten, wie die Forscher berichten. Der Anteil dieser sogenannten Recalls sei bei der digitalen Mammografie etwas höher gewesen als bei der herkömmlichen.

Letztlich mit Brustkrebs diagnostiziert wurden 6.410 Frauen. "Die digitale Mammografie hat dabei signifikant mehr Tumore gefunden als die herkömmliche", berichten Bluekens und ihre Kollegen. Bei der digitalen Früherkennung habe die Detektionsrate pro tausend Frauen bei 6,8 gelegen, bei der Film-Variante nur bei 5,6. Vor allem aggressive Formen des Duktalen Karzinoms in situ (DCIS), einer der Brustkrebsvorstufen, seien durch die digitale Mammografie besser detektiert worden. Nach Angaben der Forscher liegt das vor allem daran, dass mikroskopisch kleine Kalkablagerungen, die häufig ein DCIS anzeigen, von der Digitaltechnik besser aufgelöst werden.


Keine Unterschiede im Anteil langsam wachsender Tumore


Bei beiden Mammografie-Techniken hätten langsam wachsende, sogenannte geringgradige DCIS nur drei Prozent der Befunde ausgemacht. "Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Überdiagnosen durch die digitale Mammografie bei der Brustkrebs-Früherkennung nicht zunehmen", konstatieren Bluekens und ihre Kollegen. Dafür erhöhe sie aber die Chancen, potenziell aggressive Tumore früher zu erkennen.

In Deutschland werden seit 2005 Frauen im Alter von 50 bis 69 Jahren alle zwei Jahre zur Mammografie-Untersuchung eingeladen. In den Niederlanden gibt es ein landesweites Programm zum Mammografie-Screening schon seit 1990. Bei der Mammografie werden Röntgenaufnahmen der weiblichen Brust gemacht, um damit Tumore und ihre Vorstadien möglichst früh zu identifizieren. (doi: 10.1148/radiol.12111461)
(Radiology, 02.10.2012 - NPO)
 
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