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Dienstag, 30.05.2017
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Herzinfarkt und Schlaganfall sind Todesursache Nummer 1

Leichter Rückgang der Sterbefälle ist kein Grund zur Entwarnung

Mehr als vier Millionen Menschen in Europa sterben jährlich an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind damit bei uns weiterhin die Todesursache Nummer 1, trotz eines leichten Rückgangs seit 2008. Das zeigt der anlässlich des Weltherztages am 29. September veröffentlichte 4. Bericht der European Society of Cardiology (ESC) und des European Heart Network (EHN). Allein am Schlaganfall stirbt demnach eine von sieben Frauen und einer von zehn Männern in Europa. Ein Herzinfarkt ist sogar die Todesursache für jeden fünften Europäer. Seit 2008 sei der Anteil dieser Krankheiten an allen Todesfällen aber geringfügung von 48 auf 47 Prozent zurückgegangen, berichten die Autoren.
An einem EKG lässt sich der Herzzustand ablesen

An einem EKG lässt sich der Herzzustand ablesen

Beim Herzinfarkt sei der Hauptgrund für den Rückgang der Todesfälle aber nicht, dass weniger Europäer erkrankten, sagen die Autoren. Stattdessen würden dank besserer medizinischer Behandlung weniger Erkrankte am Infarkt sterben. Anders ist dies dagegen beim Schlaganfall: Hier sind den Zahlen nach zwar die Krankheitsfälle in den letzten Jahren in den reicheren Ländern ein wenig zurückgegangen. Fortschritte in der Therapie habe es aber kaum gegeben, berichten die Forscher. Von den Schlaganfall-Patienten, die ins Krankenhaus eingeliefert werden, sterben heute noch fast genauso viele wie vor zehn Jahren.

Die im Bericht zusammengetragenen Zahlen belegen auch, dass es große Unterschiede zwischen den europäischen Regionen gibt. Generell verursachen Herz-Kreislauf-Erkrankungen demnach in Nord- und Westeuropa weniger Todesfälle als in den ehemaligen Ostblockstaaten Mittel- und Osteuropas. So sterben in Deutschland und den Niederlanden durchschnittlich 16 von 100.000 Männern an Herzinfarkt und Schlaganfall, in Russland sind es dagegen 186 pro 100.000.

Kein Grund zur Entwarnung


Generell sei der leichte Rückgang der Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen kein Grund zur Entwarnung, kommentiert Hans Stam, Präsident des EHN die neuen Ergebnisse. Denn wie der Bericht zeigt, nehmen Risikofaktoren wie Diabetes und Übergewicht in den meisten europäischen Ländern zu. In 34 von 40 Ländern seien mehr als die Hälfte der Erwachsenen übergewichtig, berichten die Autoren. In Deutschland haben nach letztem Datenstand 45,5 Prozent der Männer und 29,5 Prozent der Frauen Übergewicht, rund 20 Prozent aller Erwachsenen gelten als fettleibig. Auch das Rauchen bleibe noch immer ein großes Gesundheitsproblem, sagen die Forscher. Insbesondere unter den Frauen und Mädchen Nord- und Westeuropas steige die Zahl der Raucherinnen deutlich an.


"Wir erwarten, dass sich die Probleme durch die alternde Bevölkerung und die ungesunde Lebensweise in den kommenden Jahren wieder verschärfen", sagt Panos Vardas, Präsident der European Society of Cardiology (ESC). Es müsse daher dringend mehr in Vorbeugungs- und Aufklärungsmaßnahmen investiert werden, um die Gesundheit der europäischen Bevölkerung zu verbessern, aber auch um die Belastung für die Gesundheitssysteme nicht noch weiter steigen zu lassen. Schon jetzt verursachten Herz-Kreislauf-Erkrankungen jährliche Ausgaben in Europa von geschätzt 196 Milliarden Euro pro Jahr.

Für ihren Bericht hatten die Forscher vor allem Daten internationaler und europäischer Organisationen und Gremien ausgewertet, darunter auch der Weltgesundheitsorganisation WHO. Sie erfassten die Daten für alle Länder, die in der WHO als Region Europa registriert sind. Neben den Staaten der Europäischen Union und allen Balkanländern gehören dazu auch Russland und ehemalige Sowjetrepubliken wie Georgien, Kasachstan, Turkmenistan und Aserbaidschan, außerdem die Türkei, Israel, Weißrussland und die Ukraine.
(European Society of Cardiology, 01.10.2012 - NPO)
 
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