Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Schokoladen-Inhaltsstoff macht Schnecken schlauer
Experiment stützt Gedächtnis-fördernde Wirkung des Kako-Bestandteils Epicatechin
Kakao macht Wasserschnecken schlauer: Wird ihr Wasser mit einem bestimmten Inhaltsstoff aus dem Genussmittel angereichert, verbessert sich ihr Gedächtnis. Das hat jetzt ein kanadisches Forscherteam gezeigt. Die Substanz namens Epicatechin, die zu den Flavonoiden gehört und auch in grünem Tee und Rotwein zu finden ist, steht schon länger im Verdacht, auch beim Menschen die Leistungsfähigkeit des Gehirns zu erhöhen. Allerdings seien die bisherigen Studien zu diesem Thema nicht ganz eindeutig gewesen, erläutern die Forscher. Die neuen Ergebnisse stützten nun jedoch die These, Kakao und dunkle Schokolade würden sich positiv auf das menschliche Gedächtnis auswirken, schreiben Lee Fruson von der University of Calgary und seine Kollegen im Fachblatt "Journal of Experimental Biology".
Spitzhornschnecke Lymnaea stagnalis
Spitzhornschnecke Lymnaea stagnalis
© gemeinfrei Spitzhornschnecke Lymnaea stagnalis
Dunkler Schokolade mit hohem Kakaoanteil wurden bereits verschiedene gesundheitsfördernde Effekte zugeschrieben: Sie verbessere die Durchblutung, senke den Cholesterinspiegel und den Blutdruck, verlangsame die Alterung und verbessere Gedächtnis und geistige Leistungsfähigkeit. Meist werden dafür die sekundären Pflanzenstoffe verantwortlich gemacht, zu denen unter anderem das Epicatechin gehört. Allerdings sind die meisten der Studien, die bisher zu diesem Thema gemacht wurden, in Zusammenarbeit mit Lebensmittelkonzernen entstanden und daher möglicherweise nicht ganz objektiv. Zudem sei es schwierig, die Wirkung eines einzigen Nahrungsmittels auf ein so komplex reguliertes System wie das menschliche Gedächtnis von der anderer Einflussfaktoren zu trennen, erläutern die Forscher.

Daher konzentrierten sich die Forscher bei ihrer Arbeit auf die Spitzhornschnecke Lymnaea stagnalis, die in Tümpeln, Seen und Flüssen lebt. Sie eignet sich nach Angaben der Wissenschaftler sehr gut dazu, grundlegende Gedächtnisprozesse zu untersuchen, denn sie ist in der Lage, einfache Zusammenhänge zu erlernen. In der aktuellen Studie senkten die Forscher dazu gezielt den Sauerstoffgehalt im Teichwasser, in dem die Schnecken gehalten wurden. Wenn die Tiere dann an die Oberfläche schwammen und begannen, ihre Atemöffnung zu öffnen, stupsten die Forscher sie jedes Mal mit einem spitzen Stab an. Als Reaktion darauf schlossen die Schnecken die Atemöffnung wieder. Mit der Zeit lernen sie schließlich, die Öffnung trotz des niedrigeren Sauerstoffgehalts im Wasser geschlossen zu halten.

Länger erinnern und weniger vergessen dank Epicatechin
Wie lange dieser Lerneffekt anhält, hänge von der Intensität des Trainings ab, erläutert das Team. Eine halbe Stunde Training wirkt im Allgemeinen etwa drei Stunden nach, danach haben die Schnecken die Konditionierung vergessen. Das ändert sich jedoch, wenn ihr Wasser mit Epicatechin versetzt wird, wie die Forscher zeigen konnten: Bei einer Konzentration von 15 Milligramm Epicatechin pro Liter Wasser hielten die Erinnerungen mehr als 24 Stunden vor. Zwei Trainingseinheiten blieben sogar für über drei Tage haften. Zudem blieben die Erinnerungen nicht nur länger erhalten, sie prägten sich auch stärker ein, zeigten weitere Experimente.

Die Epicatechin-Menge entsprach umgerechnet in etwa der, die ein Mensch bei einem normalen Schokoladen- und Weinkonsum zu sich nehme, schreiben die Wissenschaftler. Wie genau die Substanz allerdings das Gedächtnis beeinflusst, sei bislang unklar. Offenbar wirke sie direkt auf die Nervenzellen im Zentralen Nervensystem der Schnecken ein. Möglicherweise schützt sie die Neuronen dank ihrer antioxidativen Wirkung vor Schäden durch die sogenannten freien Radikale, möglicherweise beschleunigt sie aber auch molekulare Vorgänge bei der Erinnerungsbildung. Diese Frage wollen die Forscher als nächstes untersuchen. (doi: 10.1242/jeb.010300)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Schokolade, Kakao, Epicatechin, Gedächtnis, Gehirn, Hirnfunktion, Lernen, Neurobiologie
Weitere News zum Thema
Chips: Was ist der Sucht-Auslöser? (18.04.2013)
Fett und Kohlenhydrate allein erklären nicht, warum man nicht mehr aufhören kann
Blühender Nusshandel im Kakadu-Käfig (13.03.2013)
Papageien zeigen überraschende Selbstbeherrschung beim Tauschen von Futter
Kakao: In Orange schmeckt er am besten (07.01.2013)
Tassenfarbe beeinflusst den Geschmack von heißer Schokolade
Reaktion eines Hirnareals macht Schokolade so unwiderstehlich (21.09.2012)
Opium-ähnliche Substanz weckt Gier nach mehr
Forscher entwickeln Schokolade mit halbem Fettgehalt (16.08.2012)
Winzige Fruchtsaft-Kügelchen ersetzen einen Teil der Kakaobutter
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Neuro-Enhancement
Wunder Gehirn
Dossiers zum Thema
Doping fürs Gehirn
Neuro-Enhancement und die Folgen
Die Macht der Hormone
Alleskönner, Jungbrunnen und Liebestrank?
Altern mit Köpfchen
Wie der Geist lange fit bleibt
„Der kleine Unterschied“ im menschlichen Gehirn
Wie Östrogen und Co. die kognitiven Leistungen beeinflussen
News des Tages
Forscher bauen biologisch abbaubare Computerchips
Schokoladen-Inhaltsstoff macht Schnecken schlauer
Geburt eines Quasars beobachtet
Nahaufnahme des Gesichts macht misstrauisch
Vorboten für Diabetes entdeckt
Experten warnen vor Badesalz-Drogen
Bücher zum Thema
Im Fokus: Neurowissen
Träumen, Denken, Fühlen - Rätsel Gehirn von Nadja Podbregar und Dieter Lohmann
Zukunft Gehirn
Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen von Peter Gruss und Tobias Bonhoeffer (Herausgeber)
Die blinde Frau, die sehen kann
Rätselhafte Phänomene unseres Bewußtseins von Vilaynur S. Ramachandran und Sandra Blakeslee
Eine kurze Reise durch Geist und Gehirn
von Vilaynur S. Ramachandran
Top-Clicks der Woche
1. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund
2. Ältestes Wasser der Erde entdeckt
3. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
4. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
5. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk