Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Manager sind weniger gestresst als angenommen
Gefühl der Kontrolle scheint einen Teil des psychologischen Drucks abzufangen
Das Bild des gestressten Managers muss offenbar revidiert werden: Denn Führungskräfte sind trotz ihres meist sehr anspruchsvollen Jobs nicht mehr, sondern eher weniger gestresst als Menschen ohne Mitarbeiterverantwortung. Das haben US-Forscher jetzt entdeckt, als sie die Stresshormonspiegel von Freiwilligen aus verschiedenen Positionen und diversen Führungsebenen in öffentlichem Dienst und Militär untersuchten. Entscheidend scheint dabei das Gefühl für Kontrolle zu sein: Da Führungskräfte häufig mehr entscheiden können, haben sie eher das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Das wiegt dann andere Stressfaktoren auf, schreiben Gary Sherman von der Harvard University und seine Kollegen im Fachblatt "PNAS".
Konferenztisch
Konferenztisch
© SXC Konferenztisch
Ein hohes Stressniveau gilt als typisch für den Arbeitsalltags eines Managers: Die Ansprüche an ihn steigen ständig, während die verfügbaren Ressourcen normalerweise nicht in gleichem Maß zunehmen - ein klassischer Stressfaktor. Diese Annahme spiegelt sich unter anderem darin wider, dass seit einigen Jahren das Angebot an Anti-Stress-Coachings und Methoden des Stressmanagements stetig zunimmt. Doch möglicherweise zielen diese Programme gar nicht in die richtige Richtung, legt nun die neue Studie nahe.

Sowohl psychologische als auch physiologische Daten erfasst
Sherman und seine Kollegen hatten Teilnehmer eines Weiterbildungsprogramms für Führungskräfte, speziell aus dem öffentlichen Dienst und dem Militär, mit einer zufälligen Auswahl von Arbeitnehmern und Selbstständigen aus dem Großraum Boston verglichen. Die Teilnehmer wurden als Führungskraft registriert, wenn sie Verantwortung für Mitarbeiter trugen. Alle sollten in einem Fragebogen angeben, wie stressig und belastend sie ihren Arbeitsalltag empfanden. Zusätzlich gaben sie Speichelproben ab, in denen die Forscher die Menge des Stresshormons Cortisol bestimmten.

Überraschenderweise lagen die Werte der Manager sowohl beim Cortisol als auch beim subjektiv empfundenen Stress unter denen der Vergleichsgruppe, wie die Auswertung ergab. Um diesen Effekt besser zu verstehen, schlossen die Wissenschaftler eine zweite Studie an, in der sie ausschließlich Führungskräfte erfassten - in diesem Fall jedoch aus unterschiedlichen Managementebenen. Registriert wurden dabei die Gesamtanzahl an Untergebenen, der Grad an Autorität der Führungskraft und die Anzahl der Mitarbeiter, die dem Manager direkt unterstellt waren.

Entscheidender Faktor ist Gefühl der Kontrolle
Wieder zeigte sich: Je höher der Rang einer Führungskraft, desto geringer waren der subjektive und der gemessene Stress. Ausnahmen gab es jedoch dann, wenn der Manager sehr vielen Mitarbeitern direkt Anweisungen geben musste, ohne die Aufgaben delegieren zu können. Das Forscherteam schlussfolgert aus diesen Ergebnissen, dass das Gefühl von Kontrolle dem Stress entgegenwirkt und ihn zumindest zum Teil abpuffern kann. Allerdings lasse sich aus den vorliegenden Daten nicht ablesen, ob die geringere Stressbelastung der Führungskräfte tatsächlich dem Job geschuldet sind oder einfach eine bestimmte persönliche Veranlagung widerspiegeln, die erst dazu geführt hat, dass jemand eine Führungsposition erreichen konnte.

Die Befunde passen aber zu dem, was sich in früheren Studien bereits in Versuchen mit Affen gezeigt hat: Auch hier geht ein höherer Rang in der Gruppenhierarchie häufig mit einem eher niedrigen Cortisolspiegel einher. Das gelte vor allem dann, wenn es nur wenig Konkurrenz um die Führungsposition gebe, erläutern die Forscher. Ein solches Szenario passe sehr gut zur aktuellen Studie, da die meisten der untersuchten Führungskräfte ebenfalls einen recht sicheren, stabilen Job innehatten. Als nächstes soll nun untersucht werden, ob weniger Stabilität oder mehr Konkurrenz im Unternehmen einen Einfluss auf den beobachteten Zusammenhang haben. (doi: 10.1073/pnas.1207042109)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Psychologie, Arbeitsmedizin, Führungskräfte, Manager, Rang, Stress, Cortisolspiegel
Weitere News zum Thema
Mit Adele und Enya gegen Flugangst? (17.05.2013)
Gezielte Musik-Berieselung soll Angstgefühle lindern und den Körper beruhigen
Online-Test verrät Abhängigkeit von Facebook und Co (30.04.2013)
Wie groß ist die Angst, im sozialen Online-Netzwerk etwas zu verpassen?
Fünfjährige haben schon einen Sinn für gerechte Verteilung (23.04.2013)
Vorschulkinder fordern "reiche" andere Kinder zum Teilen auf, Kindergartenkinder noch nicht
Wir haben Mitleid auch mit Robotern (23.04.2013)
Beobachtung von Roboter oder Mensch aktiviert gleiche Hirnareale
Placebos vom Hausarzt sind kein Einzelfall (21.03.2013)
Studie: 97 Prozent der Mediziner geben zu, schon Scheinbehandlungen durchgeführt oder verordnet zu haben
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Volkskrankheiten
Gehirnforschung
Dossiers zum Thema
Gehirnforschung
Dem menschlichen Denken auf der Spur
Migräne: Die Axt im Kopf
Fakten und Mythen einer geheimnisvollen Krankheit
Vitamine im Zwielicht
Nutzen und Schaden von Radikalfängern, Rauchervitaminen und Co.
Volkskrankheiten
Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf dem Vormarsch
Das Gehirn vor Gericht
Auf der Suche nach den neurobioloigischen Wurzeln der Moral
Die Gedanken der Anderen
Der Zuschreibung von Wahrnehmungen und Gedanken auf der Spur
News des Tages
Kastration ließ Eunuchen länger leben
Manager sind weniger gestresst als angenommen
Stratosphäre beeinflusst die Meeresströmungen
Nur wenige Biotreibstoffe sind "grün"
Bücher zum Thema
50 Schlüsselideen Psychologie
von Adrian Furnham
Das Angstbuch
Woher sie kommen und wie man sie bekämpfen kann von Borwin Bandelow
Das selbstbewusste Gehirn
Perspektiven der Neurophilosophie
Der Beobachter im Gehirn
Essays zur Hirnforschung von Wolf Singer
Descartes' Irrtum
Fühlen, Denken und das menschliche Gehirn von Antonio R. Damasio
Die heimlichen Krankmacher
Wie Elektrosmog und Handystrahlen, Lärm und Umweltgifte unsere Gesundheit bedrohen von Lilo Cross und Bernd Neumann
Gefühle lesen
Wie Sie Emotionen erkennen und richtig interpretieren von Paul Ekman
Was hab ich bloß?
Die besten Krankheiten der Welt von Werner Bartens
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
3. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
4. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk
5. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir