Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Stratosphäre beeinflusst die Meeresströmungen
Forscher entdecken bisher unbekannte Wechselwirkung zwischen oberer Atmosphäre und Ozean
Forscher haben eine bisher unbekannte Wechselwirkung zwischen der oberen Atmosphäre und dem Ozean entdeckt. Sie könnte dafür verantwortlich sein, dass Meeresströmungen und Klima im Nordatlantik in einem rund zehnjährigen Zyklus schwanken. Wie die deutschen und US-amerikanischen Wissenschaftler feststellten, wirken Windveränderungen in 25 bis 50 Kilometern Höhe direkt auf die Zirkulation im Nordatlantik ein. Dies verändert die für das Klima der Nordhalbkugel wichtige Meeresströmung in dieser Region. Die Entdeckung dieser Wechselwirkung habe bedeutende Auswirkungen auf die Vorhersage des Klimas der kommenden Jahrzehnte und müsse zukünftig in den Klimamodellen berücksichtigt werden, konstatieren die Forscher der University of Utah in Salt Lake City und des Max-Planck-Instituts für Meteorologie in Hamburg im Fachmagazin " Nature Geoscience".
Dieses Schema zeigt vereinfacht den neu entdeckten Einfluss von Temperaturen und Winden in der Stratosphäre (polarer Vortex) auf die Meeresströmungen im Nordatlantik.
Dieses Schema zeigt vereinfacht den neu entdeckten Einfluss von Temperaturen und Winden in der Stratosphäre (polarer Vortex) auf die Meeresströmungen im Nordatlantik.
© Thomas Reichler, University of Utah Dieses Schema zeigt vereinfacht den neu entdeckten Einfluss von Temperaturen und Winden in der Stratosphäre (polarer Vortex) auf die Meeresströmungen im Nordatlantik.
Wie die Forscher berichten, ist es nicht neu, dass die Stratosphäre die darunter liegende Atmosphärenschicht, die Troposphäre beeinflusst. Und auch nicht, dass diese wiederum auf den Ozean wirkt. "Aber jetzt haben wir erstmals belegt, dass es eine direkte Verbindung zwischen allen drei Elementen gibt", erklärt Erstautor Thomas Reichler von der University of Utah in Salt Lake City. Für ihre Studie hatten die Forscher zunächst Wetter- und Meeresdaten der letzten 30 Jahre ausgewertet und zusätzlich die Veränderungen von Stratosphäre und Ozeanströmungen der letzten 4.000 Jahre mit Hilfe von Computersimulationen rekonstruiert.

Überraschende Parallelen zwischen Meer und Stratosphäre
In den Daten der letzten 30 Jahre stießen die Forscher auf überraschende Parallelen: Wenn sich die Stratosphäre über der Arktis, der sogenannte polare Vortex, ungewöhnlich stark erwärmte und die normalerweise über 120 Kilometer pro Stunde schnellen Winde abflauten, veränderten sich auch die Meeresströmungen im Nordatlantik. So ereigneten sich in den 1980er und 200er Jahren eine ganze Reihe dieser Abschwächungen des polaren Vortex, in den 1990er dagegen keine einzige. Die nordatlantische Umwälzströmung schwächte sich parallel dazu in den 1980er und 2000er Jahren ab, war aber in den 1990ern stark positiv. "Die Stärke der Zirkulation in der Stratosphäre korrespondiert deutlich mit den Veränderungen der Meeresströmungen im Nordatlantik", sagt Reichler.

Um sicher zu gehen, dass dieser Effekt nicht nur zeitweilig auftrat, kombinierten die Forscher 18 Klima- und Ozeanmodelle, um die Verhältnisse der gesamten letzten 4.000 Jahre zu rekonstruieren. "Die Computersimulation zeigt, dass immer, wenn wir eine Serie dieser Abschwächungen im polaren Vortex haben, auch die Meereszirkulation darauf reagiert", sagt Reichler. Das belege, dass es einen direkten Einfluss der Stratosphäre auf den Ozean gebe.

Die wiederkehrenden Vortex-Veränderungen erzeugen langlebige Störungen an der Meeresoberfläche, wie die Forscher erklären. Diese setzten sich in größere Tiefen fort und beeinflussten so, wie viel kaltes Wasser im Nordatlantik in tiefere Wasserschichten absinke und wie viel wärmeres Wasser von Süden her aus dem Golfstrom nachfließe. "Signale aus der Stratosphäre können so auf das gesamte Strömungssystem des Meeres wirken", sagen die Forscher.

Diese Erkenntnis zeige aber auch, dass der Mensch diese Wechselwirkung beeinflussen könne. "Gute Beispiele dafür sind das Ozonloch und die Verbrennung fossiler Brennstoffe, die Treibhausgas bis in die Stratosphäre transportieren", sagt Reichler. Auch diese menschengemachten Veränderungen wirkten über die Stratosphäre auf den Ozean und damit auf eine wichtige Stellschraube für das globale Klima. (doi:10.1038/NGEO1586)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Klimaforschung, Atmosphäre, Stratosphäre, Troposphäre, Ozeane, Meeresströmungen, Wasserkreislauf, Zirkulation, polarer Vortex
Weitere News zum Thema
Urzeit-Wald auf Baustelle entdeckt (22.05.2013)
13.000 Jahre alte Holzstümpfe sind wichtiger Fund für die Dendrochronologie
Macht der Klimawandel den Nordatlantik süßer? (03.05.2013)
Jahresringe im Skelett von Rotalgen sollen diese Frage künftig beantworten helfen
Klimavergangenheit der Kontinente entschlüsselt (22.04.2013)
Neue Datenreihe zeigt Klima der letzten 2.000 Jahre so detailliert wie nie zuvor
Eisbohrkern entpuppt sich als „Rosetta-Stein“ des Klimas (05.04.2013)
Andengletscher erlaubt bisher genaueste Klimarekonstruktion der letzten 1.800 Jahre
Handysignale als Regenmesser (05.02.2013)
Forscher nutzen Mobilfunk-Daten zur Erstellung einer Niederschlagskarte
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Ozeanwetter
Klimaforschung
Dossiers zum Thema
Detektive im System Erde
Das GeoForschungsZentrum Potsdam
Aerosole
Würzstoffe in der Klimaküche
Globale Zirkulationen
Alles im Fluss...
Klimawandel
Bringt der Mensch das irdische Klima aus dem Gleichgewicht?
Auftriebsgebiete der Ozeane
Alles Gute kommt von unten
News des Tages
Kastration ließ Eunuchen länger leben
Manager sind weniger gestresst als angenommen
Stratosphäre beeinflusst die Meeresströmungen
Nur wenige Biotreibstoffe sind "grün"
Bücher zum Thema
Atmosphäre im Wandel
Die empfindliche Lufthülle unseres Planeten von Thomas E. Graedel, Paul J. Crutzen
Die Atmosphäre der Erde
Eine Einführung in die Meterologie von Helmut Kraus
Die Erfindung der Wolken
Wie ein unbekannter Meteorologe die Sprache des Himmels erforschte von Richard Hamblyn
Farbatlas Wetterphänomene
von Hans Häckel
Wetter & Klima
Das Spiel der Elemente - Atmosphärische Prozesse verstehen und deuten von Dieter Walch und Harald Frater
Top-Clicks der Woche
1. Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert
2. Egoismus macht nicht glücklich
3. Frühe Steinzeitbauern bevorzugten Inzucht
4. Forscher erfinden ein Lichtrad
5. Mittelalterliches Lepra-Rätsel gelöst