Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Liste der 100 am stärksten bedrohten Arten veröffentlicht
Forscher warnen vor dem Aussterben einzigartiger Pflanzen, Tiere und Pilze
Die hundert am stärksten vom Aussterben bedrohten Arten der Erde haben Forscher jetzt erstmals auf einer Liste zusammengefasst. Auf ihr stehen so bekannte Tiere wie das Java-und das Sumatra-Nashorn, aber auch Pflanzen, von denen nur noch eine Handvoll Exemplare existieren wie die chinesische Baishan-Tanne oder ein nur in Großbritannien vorkommender Baumpilz. Alle diese Arten stehen kurz vor dem Aussterben, von vielen ist nicht einmal bekannt, wie viele Exemplare überhaupt noch existieren, wie die Forscher der International Union fort the Conservation of Nature (IUCN) in ihrem jetzt veröffentlichten Bericht erklären. "Alle hier gelisteten Arten sind einzigartig und unersetzlich, wenn sie verschwinden, kann kein Geld der Welt sie zurückholen", erklärt Ko-Autorin Ellen Butcher von der Zoological Society of London (ZSL).
Baumratte Santamartamys rufodorsalis aus den Bergen Kolumbiens
Baumratte Santamartamys rufodorsalis aus den Bergen Kolumbiens
© Lizzie Noble Foundation Baumratte Santamartamys rufodorsalis aus den Bergen Kolumbiens
Aber noch bestehe die Chance, diese bedrohten Arten zu retten - wenn man sofort handele, betonen die Forscher. Erfolgsgeschichten wie das Przewalski-Pferd oder der Buckelwal zeigten, dass gezielte Maßnahmen Arten vor dem fast schon sicheren Aussterben retten können. Das aber erfordere ein Umdenken. Die Gesellschaft müsse begreifen, dass auch vermeintlich nutzlose Arten ein Existenzrecht besitzen.

"Die Spendergemeinschaft und der Artenschutz tendieren immer mehr zu einer 'Was kann die Natur für uns tun'-Haltung", sagt Jonathan Baillie, Direktor für Artenschutz bei der ZSL. Arten und Lebensräume würden dabei immer stärker danach bewertet, welchen Nutzen sie für den Menschen hätten. Das mache es immer schwerer, die am stärksten bedrohten und oft vermeintlich nutzlosen Arten zu schützen.

Das Sumatra-Nashorn Diceros sumatrensis gehört zu den hundert am meisten bedrohten Arten weltweit.
Das Sumatra-Nashorn Diceros sumatrensis gehört zu den hundert am meisten bedrohten Arten weltweit.
© Save the Rhino International Das Sumatra-Nashorn Diceros sumatrensis gehört zu den hundert am meisten bedrohten Arten weltweit.
Vom Zwergfaultier bis zum Riffbarsch
Zusammengestellt wurde die Liste der 100 am meisten bedrohten Pflanzen, Tiere und Pilzarten von mehr als 8.000 Wissenschaftlern der IUCN. Auf ihr stehen Arten aus 48 Ländern. Zu den Säugetieren in der Liste gehören das Zwergfaultier Bradypus pygmaeus, das nur noch auf einer kleinen Insel vor der Küste von Panama vorkommt, der in China lebende Hainan-Gibbon (Nomascus hainanus) von dem nur noch weniger als 20 Exemplare existieren oder die auch als asiatisches Einhorn bekannte Saola-Antilope (Pseudoryx nghetinhensis). Neben vielen Fröschen und Kröten finden sich auch Reptilien, Fische und Vögel auf der Liste, wie die Indische Riesentrappe (Ardeotis nigriceps).

Der Araripe-Helmpipra (Antilophia bokermanni) lebt an Wasserläufen in einem kleinen Gebiet in Brasilien.
Der Araripe-Helmpipra (Antilophia bokermanni) lebt an Wasserläufen in einem kleinen Gebiet in Brasilien.
© Ciro Albano www.nebrazilbirding.com Der Araripe-Helmpipra (Antilophia bokermanni) lebt an Wasserläufen in einem kleinen Gebiet in Brasilien.
Nahezu alle auf der Liste stehenden Arten seien durch den Menschen in Gefahr geraten, berichten die Forscher. Meist wurde ihr Lebensraum zerstört, indem beispielsweise der Wald gerodet, ein Fluss aufgestaut oder Feuchtgebiete trockengelegt wurden. Einige Arten werden jedoch auch bereits als Opfer des Klimawandels gelistet, wie der Galapagos-Riffbarsch, von dem nicht bekannt ist, ob es überhaupt noch lebende Exemplare gibt. Auch für die nur auf einer Insel der Seychellen vorkommende Schneckenart Moominia willii geben die Wissenschaftler als Hauptbedrohung Klimawandel und die Verdrängung durch invasive Arten an.

"Diese 100 Arten sprechen für sich: Sie sind schön, faszinierend, einzigartig und ungewöhnlich", kommentiert John G. Robinson von der Wildlife Conservation Society die jetzt veröffentlichte Liste. Jede dieser Arten sei Ausdruck der Vielfalt der Natur und repräsentiere eine evolutionäre Lösung für ganz spezielle Umweltbedingungen. "Wir schulden es uns selbst und ihnen, auf diesem Planeten Raum für sie alle zu finden", sagt Robinson.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Erde, Artenschutz, bedrohte Arten, Artensterben, Artenvielfalt, Aussterben, Ökologie, Naturschutz
Weitere News zum Thema
Himmelsschauspiel: Planetendreieck am Abendhimmel (24.05.2013)
Venus, Jupiter und Merkur bilden eine enge Formation am West-Horizont
Wie Fledermaus-Junge Tischmanieren lernen (24.05.2013)
Futter von der Mutter hilft beim Erkennen von Beutesignalen und beim Fressen wehrhafter Insekten
Klon-Stammzellen: Forscher räumt Fehler ein (24.05.2013)
Veröffentlichung sei übereilt gewesen, die Ergebnisse aber real
Das Very Large Telescope feiert sein 15-Jähriges (24.05.2013)
Das Himmelsauge auf dem Paranal ist noch immer das modernste optische Teleskop der Welt
Kluge Hirne sind wählerisch (24.05.2013)
Ein simpler Wahrnehmungstest erweist sich als zuverlässiger Anzeiger für die Intelligenz
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Ökosysteme und Artensterben
Artenvielfalt Südafrika
Schatzkammer Ozean
Klimafolge Artensterben
Dossiers zum Thema
Eine Erde voller Arten
Darwins Vermächtnis in der heutigen Evolutionsbiologie
Massenaussterben
Katastrophale "Unfälle" der Evolution?
Alfred Edmund Brehm
Der Vater des Tierlebens
Charles Darwin
Leben ist Veränderung
Das große Sterben
Wie reagiert die Natur auf den Klimawandel?
Bedrohtes Paradies Wattenmeer
Wo der Meeresboden begehbar ist...
Die große Zählung
Bestandsaufnahme in den Meeren der Welt
Wunderwelt Ozean
Zehn Jahre Volkszählung im Meer - „Census of Marine Life“
Überlebenskampf im Krater
Der Ngorongoro zwischen Paradies und Bedrohung
Launen der Natur
Schnabeltiere und Ameisenigel
Komplexer ist einfacher
Wie wirkt sich das Artensterben auf Ökosysteme aus?
Überlebenskampf am Kap
Südafrikas Artenvielfalt in Gefahr?
News des Tages
Fettreiche Kost erhöht Brustkrebs-Risiko über mehrere Generationen
Hinweise auf Schwarzes Loch im Orionnebel
Überschüssige Ameisenköniginnen werden zu Soldatinnen
Liste der 100 am stärksten bedrohten Arten veröffentlicht
Bücher zum Thema
Die Letzten ihrer Art
Eine Reise zu den aussterbenden Tieren unserer Erde von Douglas Adams und Mark Carwardine
Biologie für Einsteiger
Prinzipien des Lebens verstehen von Olaf Fritsche
Botanik
Die umfassende Biologie der Pflanzen von Ulrich Lüttge, Manfred Kluge und Gerhard Thiel
Das ist Evolution
von Ernst Mayr
Die Zukunft ist wild
Unsere Welt in Jahrmillionen von Dougal Dixon and John Adams
Regenwald
von Thomas Marent
Schatzkammer Ozean
Volkszählung in den Weltmeeren von Darlene Trew Crist, Gail Scowcroft und James M. Harding
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir
3. Kluge Hirne sind wählerisch
4. Urzeit-Wald auf Baustelle entdeckt
5. Himmelsschauspiel: Planetendreieck am Abendhimmel