Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Mögliches Schlüsselgen für Plötzlichen Kindstod entdeckt
Studie an Mäusen belegt wichtige Rolle von Atoh1 bei der Atemsteuerung
Schäden an einem Gen namens Atoh1 könnten eine Schlüsselrolle beim Plötzlichen Kindstod spielen. Das legt jetzt eine Studie US-amerikanischer Forscher mit Mäusen nahe. Demnach ist der Erbgutabschnitt entscheidend für die Regelung der Atmung: Bei neugeborenen Tieren sorgt er dafür, dass der Atemreflex angestoßen wird, während er bei erwachsenen offenbar dafür zuständig ist, auf Schwankungen im Kohlendioxid- und Sauerstoffgehalt des Blutes zu reagieren. Obwohl der Zusammenhang bisher nur bei Mäusen nachgewiesen ist, gibt es Hinweise darauf, dass Atoh1 auch beim Menschen eine ähnliche Funktion hat. So ist es vor allem in einem Teil des Hirnstamms aktiv, dessen Fehlbildung erst kürzlich mit dem Plötzlichen Kindstod in Verbindung gebracht wurde. Das berichten Wei-Hsiang Huang vom Baylor College of Medicine in Houston und seine Kollegen im Fachmagazin "Neuron".
Schreiender Säugling
Schreiender Säugling
© SXC Schreiender Säugling
Ohne Alarmsignal kein Luftschnappen
Bereits seit einigen Jahren vermuten Wissenschaftler, dass beim Plötzlichen Kindstod eine entscheidende Atemkontrolle im Schlaf versagt - das automatische Schnappen nach Luft. Steigt nämlich der Kohlendioxidgehalt im Blut ungewöhnlich stark an oder sinkt die Sauerstoffkonzentration ab, löst das Gehirn normalerweise eine Art Alarm aus: Es befiehlt dem Atemzentrum, sofort seinen üblichen Rhythmus aufzugeben und einen besonders tiefen Atemzug zu veranlassen. Gleichzeitig sorgt es dafür, dass der Betreffende aufwacht. Fehlt dieses Alarmsignal jedoch, kann es zu einer fatalen Unterversorgung mit Sauerstoff kommen. Im schlimmsten Fall ersticken dann die scheinbar völlig gesunden Säuglinge.

Als einer der Schlüsselfaktoren für den fehlenden Alarm galt bisher vor allem ein Mangel des Hirnbotenstoffs Serotonin. Die neue Studie weist nun in eine etwas andere Richtung: Huang und seine Kollegen hatten eher zufällig entdeckt, dass etwa die Hälfte ihrer Testmäuse direkt nach der Geburt starb, wenn bei ihnen das Gen Atoh1 gentechnisch ausgeschaltet war. Die andere Hälfte hatte Zeit ihres Lebens Probleme mit dem Atmen, vor allem damit, zu hohe Kohlendioxidkonzentrationen in ihrem Blut auszugleichen.

Atoh1 steuert Wanderung von Nervenzellen
Auf der Suche nach der Ursache dieses Phänomens stießen die Forscher auf ein Hirnareal namens retrotrapezoider Nucleus, kurz RTN. Es residiert im Hirnstamm direkt über dem Rückenmark und scheint einer der zentralen Sensoren für den Sauerstoff- und Kohlendioxidgehalt des Blutes zu sein. Genauere Untersuchungen zeigten dann: Bei Mäusen mit ausgeschaltetem Atoh1 waren zwar die Nervenzellen intakt, die den RTN bilden, sie befanden sich jedoch nicht am richtigen Ort. Zudem bildeten sie nicht ausreichend Kontakte zu anderen Atemkontrollzentren wie etwa dem Prä-Bötzinger-Komplex, der für den Atemrhythmus zuständig ist.

Häufige Fehlbildung des RTN beim Plötzlichen Kindstod
Dass der RTN tatsächlich mit dem unerwarteten Tod von Säuglingen in Verbindung stehen könnte, legt eine weitere gerade erst erschienene Studie italienischer Forscher nahe. Das Team um Anna Lavezzi von der Universität Mailand hatte die Gehirne von 58 verstorbenen Kindern untersucht. Ergebnis: Bei 71 Prozent der Kleinen, die am Plötzlichen Kindstod gestorben waren, ließen sich Fehlbildungen im RTN nachweisen - aber nur bei 10 Prozent der Kinder, deren Tod auf andere Ursachen zurückging. (doi: 10.1016/j.neuron.2012.06.027)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Atmen, Atemreflex, Plötzlicher Kindstod, Gehirn, retrotrapezoider Nucleus, RTN, Gene, Atoh1, Mäuseversuche
Weitere News zum Thema
Flammschutzmittel belasten Büro-Arbeiter (28.03.2013)
Forscher weisen wahrscheinlich krebserregendes TDCPP im Urin aller untersuchten Angestellten nach
Atemtest verrät Stress-Niveau (01.03.2013)
Gehalt von sechs Molekülen in der Ausatemluft verändert sich bei gestressten Menschen messbar
Schiffslärm stresst auch Krebse (27.02.2013)
Schon eine Vorbeifahrt löst eine messbare körperliche Stressreaktion bei Strandkrabben aus
Runzlige Finger geben "Grip" (09.01.2013)
Spülhände helfen durch ihr Profil beim Greifen nasser Objekte
Baby-Strampler schützt vor plötzlichem Kindstod (03.01.2013)
Sensoren warnen bei ausbleibender Atembewegung der Kinder
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Genetik
DNS-Scanner
Dossiers zum Thema
DNA
Von Genen, Mördern und Nobelpreisträgern
DNS-Scanner
Gencheck mit Terahertz-Strahlung
Epigenetik – Mehr als nur die Gene
Auf der Suche nach dem "Zweiten Code" des Lebens
Klonen
Menschen nach Maß?
Seltene Krankheiten
Gibt es Hoffnung auf neue Therapien?
News des Tages
Mögliches Schlüsselgen für Plötzlichen Kindstod entdeckt
Litt Pharao Tutanchamun an Epilepsie?
Software identifiziert Betrunkene anhand der Gesichtstemperatur
Silber und Gold entstanden in verschiedenen Sternen
Späte Geburt schadet Kindern langfristig nicht
Klimabilanz: Tiefkühlprodukte nicht schlechter als Frischware
Bücher zum Thema
50 Schlüsselideen Genetik
von Mark Henderson
Der erweiterte Phänotyp
Der lange Arm der Gene von Richard Dawkins
Der zweite Code
Epigenetik - oder wie wir unser Erbgut steuern können von Peter Spork
Die Genetik der Ursünde
Die Auswirkung der natürlichen Selektion auf die Zukunft der Menschheit von Christian René de Duve
Die Macht der Gene
Schön wie Monroe, schlau wie Einstein von Markus Hengstschläger
Die neue Welt der Gene
Visionen - Rätsel - Grenzen von Joachim Bublath
Meine Gene - mein Leben
Auf dem Weg zur personalisierten Medizin von Francis S. Collins
Top-Clicks der Woche
1. Zucker macht Goldgewinnung "grün"
2. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund
3. Ältestes Wasser der Erde entdeckt
4. Nächster Schritt zum Rechnen mit Licht
5. Die Minoer kamen nicht aus Afrika