Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Neue Kohlenstoff-Variante ist härter als Diamant
Forscher erzeugen neuartige Mischung aus Kristallen und ungeordneten Strukturen
Diamant, Graphit und Ruß haben Familienzuwachs bekommen: US-Forscher haben eine völlig neue, ungewöhnlich aufgebaute Kohlenstoffform hergestellt. Sie entsteht unter hohem Druck und ist so hart, dass es sogar Diamanten beschädigen kann . Besonders interessant ist die innere Struktur dieses ultraharten Kohlenstoffs: Sie besteht aus einzelnen Klumpen ungeordneter Kohlenstoffteilchen, die in einer Art übergeordnetem Kristallgitter angeordnet sind. Das neue Material könnte neben seiner extremen Härte auch noch andere ungewöhnliche optische oder elektrische Eigenschaften besitzen, hofft das Team um Lin Wang von der Carnegie Institution in Argonne. Die Forscher stellen ihre Arbeit im Fachblatt "Science" vor.
Rohdiamant
Rohdiamant
© Rob Lavinsky, iRocks.com – CC-BY-SA-3.0
Ungewöhnliche Vielfalt an Strukturen und Eigenschaften
Kohlenstoff kommt in vielen verschiedenen Strukturen und Formen daher, die alle unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Bei Diamanten sind die Kohlenstoffatome in einem Kristallgitter angeordnet, dies macht den transparenten Edelstein zum härtesten natürlichen Material. Das dunkelgraue Graphit hat dagegen eine Schichtstruktur, die das beispielsweise in Bleistiftminen eingesetzte Material weich und blättrig macht.. Ruß ist ein sogenanntes amorphes Material, bei der die Teilchen völlig ungeordnet vorliegen. Fullerene schließlich sind kugelförmige, hohle Kohlenstoffkäfige aus mindestens 60 Kohlenstoffatomen. Das bekannteste, das Buckminster-Fulleren, besteht wie ein Fußball aus regelmäßigen Fünf- und Sechsecken und besitzt wiederum völlig andere Eigenschaften als die anderen Kohlenstoffvarianten.

So unterschiedlich diese Kohlenstoffformen auch sind, sie haben eines gemeinsam: Ihr Aufbau ist entweder kristallin, also sehr regelmäßig, oder aber amorph, das heißt völlig ungeordnet. Eine Mischform gab es bisher nicht. Jetzt scheint dem Team um Wang jedoch die Herstellung einer Kohlenstoffvariante gelungen zu sein, die sowohl kristalline wie amorphe Eigenschaften besitzt. Die Forscher hatten dazu Buckminster-Fulleren in Xylol gelöst, einem organischen Lösungsmittel, und diese Lösung extrem hohem Druck ausgesetzt. Dabei erhielten sie ein Material, das so hart war, dass es die Diamantstempel in der Druckkammer beschädigte. Es blieb auch nach dem Nachlassen des Drucks stabil - laut den Forschern eine Voraussetzung dafür, dass es überhaupt in Labor oder Technik eingesetzt werden kann.

Zusammenbruch der Kugelmoleküle
Mit Hilfe von Infrarotlicht und Röntgenstrahlung konnten die Forscher auch klären, wie die neue Kohlenstoffform entstanden war: In seinem Urzustand ist jeder Fulleren-Ball von mehreren Lösungsmittelmolekülen umgeben, die ihn von seinen Nachbarn trennen. Steigt der Druck, beginnen die hohlen Fulleren-Käfige zu kollabieren und sich in amorphe Kugeln zu verwandeln. Da die Lösungsmittelmoleküle jedoch ihre Position beibehalten, werden auch die kollabierten Fullerene an ihrem ursprünglichen Platz festgehalten. Auf diese Weise entsteht eine regelmäßige, gitterartige Struktur aus amorphen Kohlenstoffclustern. Vorausgesetzt, der eingesetzte Druck liegt über 32 Gigapascal - ist also mehr als 320.000 Mal so hoch wie der Atmosphärendruck -, bleibt diese Struktur auch nach dem Ablassen des Drucks stabil.

Schon alleine die extreme Härte mache das neue Material interessant, kommentieren die Forscher. Sie wollen nun untersuchen, welche sonstigen Eigenschaften ihre Kohlenstoffform aufweist. Zudem soll künftig das Xylol durch andere, ähnliche Lösungsmittel ersetzt werden, um zu sehen, ob sich so maßgeschneiderte Materialien mit ganz bestimmten Eigenheiten herstellen lassen. (doi: 10.1126/science.1220522)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Chemie, Kohlenstoff, Härte, Diamanten, Kristalle, Kristallgitter, Buckminster-Fulleren, Xylol
Weitere News zum Thema
Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen (17.05.2013)
Komplexe Formen durch gezielte Manipulation der Wachstumsbedingungen
Merkmale des seltensten chemischen Elements enträtselt (15.05.2013)
Experiment klärt das Ionisations-Verhalten von kurzlebigem Element Astat
Warum die Erdbeere nach Erdbeere riecht (14.05.2013)
Forscher entschlüsseln letzten Bildungsschritt des Erdbeeraromas
Klima: Schwebstoffe kühlen weniger als gedacht (10.05.2013)
Ein Großteil der Sulfat-Aerosole entsteht anders als gedacht und sinkt schnell wieder zu Boden
Handschuh als Giftwarner (03.05.2013)
Neuartiges Textil zeigt Präsenz toxischer Substanzen durch einen Farbwechsel an
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Hightech-Rohstoffe
Das Geheimnis der Elemente
Dossiers zum Thema
Diamanten
Hochkarätiges aus dem Bauch der Erde
Die Ordnung der Dinge
Dmitri Mendelejew und die Suche nach dem Periodensystem der Elemente
Paare in leitender Funktion
Phänomen Supraleitung
Aus Pulver gebaut
Additive Manufacturing auf dem Vormarsch
Kohle aus dem "Dampfkochtopf"
Neue Methode verwandelt Biomasse in wertvolle Rohstoffe
Nanoröhrchen
Kohlenstoffwinzlinge als Bausteine für Computer der Zukunft
News des Tages
ADHS-Kinder nehmen Zeit anders wahr
Neuer Ansatz für die "Pille für den Mann"
Neue Kohlenstoff-Variante ist härter als Diamant
Gehirn verrät wahres Alter eines Kindes
Zoo begünstigt Entstehung neuer Krankheitserreger
Virus schwächt im Alter die Abwehrkräfte
Bücher zum Thema
Chemie erleben
von Edgar Wawra, Helmut Dolznig und Ernst Müllner
Die chemischen Elemente
Ein Streifzug durch das Periodensystem von Lucien F. Trueb
Nanotechnologie für Dummies
Spannende Entdeckungen aus dem Reich der Zwerge von Richard D. Booker und Earl Boysen
Welt der Elemente
von Hans-Jürgen Quadbeck- Seeger
Top-Clicks der Woche
1. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
2. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
3. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk
4. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
5. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund