Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Der Mars hat doch eine Plattentektonik
Forscher entdeckt Hinweise auf sich bewegende Kontinentalplatten
Und er bewegt sich doch: Auch der Mars könnte langsam wandernde Kontinentalplatten besitzen - er wäre damit nach der Erde der zweite Planet des Sonnensystems mit einer solchen Plattentektonik. Hinweise darauf hat ein US-amerikanischer Geologe bei der Analyse von mehr als hundert hochauflösenden Satellitenaufnahmen gefunden. Demnach müssen sich die beiden Seitenwände der Valles Marineris, einem gewaltigen Schluchtensystem des Mars, im Laufe von Millionen Jahren um rund 150 Kilometer gegeneinander verschoben haben. Das erkenne man unter anderem daran, dass die Ränder alter Einschlagskrater einander nicht mehr gegenüberliegen, berichtet An Yin von der University of California in Los Angeles im Fachmagazin "Lithosphere".
Nach Ansicht des Forschers könnte der gewaltige Grabenbruch heute noch aktiv sein und sogar Erdbeben auf dem Mars auslösen. Allerdings sei die Bewegung des Untergrunds sehr viel langsamer als die irdische Plattentektonik. Vermutlich ruhe das System für lange Zeit und wache nur alle paar Millionen Jahre mal auf.

Falschfarbenaufnahme des zentralen Teils des Valles Marineris auf dem Mars
Falschfarbenaufnahme des zentralen Teils des Valles Marineris auf dem Mars
© Google Mars / MOLA Science Team Falschfarbenaufnahme des zentralen Teils des Valles Marineris auf dem Mars
Im Gegensatz zur Erde, auf der sich sieben größere und zahlreiche kleinere Bruchstücke der Erdkruste gegeneinander bewegen, besitzt der Mars offenbar nur zwei tektonische Platten. "Der Mars ist in einem primitiven Stadium der Plattentektonik", erklärt Yin. Weil der Planet kleiner sei als die Erde und weniger Hitze in seinem Inneren gespeichert habe, stehe auch weniger Energie für die Bewegung der Platten zur Verfügung. Auf der Erde treiben auf- und absteigende Strömungen im glutflüssigen Gestein des Erdinneren die Drift der Kontinente an. Wie Eisschollen auf dem Meer werden sie von diesen Strömungen mitgezogen.

Hinweise in Aufnahmen des marsianischen Grand Canyon
Für seine Studie hatte der Forscher mehr als hundert hochauflösende Aufnahmen des südlichen Teils der Valles Marineris ausgewertet, die verschiedene Marssonden in den letzten Jahren geliefert hatten. Der große Graben des Roten Planeten ist insgesamt mehr als 4.000 Kilometer lang und bis zu sieben Kilometer tief. Er gilt als das größte Grabenbruchsystem des Sonnensystems und wird oft auch als Grand Canyon des Mars bezeichnet. Lange Zeit vermuteten Forscher, die gewaltige Schlucht sei vor Milliarden Jahren durch einen Bruch in der sich abkühlenden Kruste des Planeten entstanden.

"Als ich die Aufnahmen vom Mars studierte, glichen viele der Strukturen den aktiven Verwerfungssystemen, die ich vom Himalaya und aus Kalifornien kannte", erklärt Yin. So seien der Graben und seine Seitenränder in Ost-West-Richtung gegeneinander verschoben. Das passe nicht zu der Vorstellung, dass der Untergrund einfach nur aufgeplatzt sei. Stattdessen gleiche es eher einer Plattengrenze ähnlich der am Toten Meer auf der Erde. "Die Kruste des Mars ist offensichtlich gebrochen und bewegt sich horizontal", erklärt der Geologe. Das Ausmaß der Verschiebung - 150 Kilometer - sei etwa halb so groß wie an der San Andreas Verwerfung in Kalifornien. An dieser Nahtstelle der Erde driftet die Pazifische an der Nordamerikanischen Erdplatte vorbei und löst dabei immer wieder schwere Erdbeben aus. Wenn man aber berücksichtige, dass der Mars kleiner sei als die Erde, seien beide Verwerfungen durchaus vergleichbar.

Zwei wandernde Platten erkennbar
Der Geologe hat zwei Kontinentalplatten beiderseits des marsianischen Grand Canyon identifiziert, die er Valles Marineris Nord und Süd getauft hat. Hinweise auf weitere Platten sehe er bisher nicht. "Die Wahrscheinlichkeit, dass es auch in anderen Regionen des Mars noch tektonische Platten gibt, ist sehr sehr gering", sagt Yin. Denn außer dem Valles Marineris gebe es keine weiteren eindeutigen Gräben oder Verwerfungszonen.

Der Forscher hält seine Ergebnisse für sehr verlässlich, räumt aber ein, dass noch viele Fragen offen bleiben. "Ich verstehe noch nicht so ganz, warum sich die Platten in diesem Ausmaß bewegen und in welcher Geschwindigkeit sie dies tun", erklärt Yin. Die Wanderungsrate müsse deutlich langsamer sein als auf der Erde. Möglicherweise besitze der Rote Planet eine andere Form der Plattentektonik als diese. (doi:10.1130/L192.1)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Sonnensystem, Planeten, Mars, Geologie, Plattentektonik, Kontinentaldrift, Verwerfungen
Weitere News zum Thema
Himmelsschauspiel: Planetendreieck am Abendhimmel (24.05.2013)
Venus, Jupiter und Merkur bilden eine enge Formation am West-Horizont
Titan: Erste topografische Karte des Saturnmonds (16.05.2013)
Radar-Daten der NASA-Sonde Cassini geben ersten Eindruck von Bergen und Tälern auf dem Titan
Mond erbte sein Wasser von der Erde (10.05.2013)
Wassermoleküle überstanden die gewaltige Kollision, die den Erdtrabanten schuf
Weltraum-Teleskop Herschel geht in Ruhestand (02.05.2013)
Nach dreieinhalb Jahren ist das Kühlmittel des Infrarot-Teleskops aufgebraucht
Jahrhundert-Komet auf Sonnenkurs (25.04.2013)
Weltraumteleskop liefert ersten genaueren Blick auf sich nähernden Komet C/ISON
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Marsrover "Curiosity"
Marsmonde
Mars-500
Marsmission Phoenix Lander
Mars-Erkundung
Planeten
Dossiers zum Thema
Mars - das Update
Neue Ergebnisse der aktuellen Mars-Missionen
Mit "Curiosity" zum Mars
Bohrroboter, Chemielabor und hochsensible Spürnase zugleich
Phoenix auf dem Roten Planeten
NASA-Raumsonde sucht nach Wasser und Leben in der marsianischen Arktis
Reiseziel: Mars
Im "Viererpack" zum Roten Planeten
Tausend Tage Mars
Die Mission Mars Exploration Rover
Marsinvasion
Die Suche nach Mikroben im Sonnensystem
Mehr Licht im Dunkel der Mars-Trabanten
Mit Mars Express und Phobos Grunt bei den „Söhnen“ des Kriegsgotts
Plattentektonik
Alfred Wegener und der Weg zu einem neuen Bild der Erde
Sonderfall Erde
Warum nur unser Planet so ist, wie er ist
News des Tages
Antibakterieller Zusatzstoff schwächt Mäuse-Muskeln
Der Mars hat doch eine Plattentektonik
Klimawandel ließ Mumienkult entstehen
Schwefelwasserstoff vergiftete Urzeit-Ozeane
Ecstasy-Nutzer erkennen nur positive Emotionen besser
Bücher zum Thema
Das Sonnensystem
Planeten und ihre Entstehung von Bernd Lang
Der Mars
Bilder vom roten Planeten von Guillaume Cannat und Didier Jamet
Die Planeten
von David McNab und James Younger
Was zu entdecken bleibt
Über die Geheimnisse des Universums, den Ursprung des Lebens und die Zukunft der Menschheit von John R. Maddox
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir
3. Urzeit-Wald auf Baustelle entdeckt
4. Zweisprachige nutzen zwei Lautsysteme
5. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen