Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Reaktion der Augen verrät sexuelle Orientierung
Pupillen weiten sich unwillkürlich beim Anblick des jeweils bevorzugten Geschlechts
Die Augen verraten, wen wir sexuell attraktiv finden - ob Frauen, Männer oder beide Geschlechter. An der Weitung der Pupillen lässt sich also die sexuelle Orientierung eines Menschen ablesen. Das zeigt eine Studie US-amerikanischer Forscher. Sie hatten bei 325 Frauen und Männern die unwillkürliche Pupillenreaktion gemessen, während diese sich erotische Videos mit Frauen oder Männern anschauten. Bei heterosexuellen Männern und Frauen weiteten sich die Pupillen beim Anblick des jeweils anderen Geschlechts. Homosexuelle Versuchspersonen zeigten eine deutliche Pupillenreaktion, wenn sie Angehörige des eigenen Geschlechts in erotischen Situationen sahen. Die Studie belege erstmals an einer größeren Zahl von Personen, dass die Pupillenreaktion eine messbare Auskunft über die sexuelle Orientierung geben könne, berichten die Forscher im Fachmagazin "PloS ONE".
Auge
Auge
© MMCD Auge
Dass sich die Reaktion auf das jeweils andere Geschlecht bei hetero- und homosexuellen Menschen unterscheidet ist nichts Neues. Aber belegen ließ sich das bisher nur über mündliche Befragungen oder aber über Sensoren direkt an den Genitalien - keine sehr angenehme Prozedur. "Wir wollten eine weniger invasive Methode finden - und die Pupillenreaktion ist genau dies", erklärt Erstautor Gerulf Rieger von der Cornell University in Ithaca. Man könne nun damit auch die sexuelle Orientierung von Menschen erforschen, die nie an der unangenehmen Messung der genitalen Erregung teilnehmen würden.

Mit Hilfe der Pupillen-Methode könne man jetzt beispielsweise besser als zuvor erforschen, wie die sexuelle Orientierung bei Naturvölkern oder anderen traditionellen Kulturen sei, erklären die Wissenschaftler. Das sei beispielsweise wichtig um zu erfahren, wie sich die sexuelle Orientierung in verschiedenen Populationen weltweit unterscheide. Das könne dann auch wertvolle Aufschlüsse über die biologische Basis der menschlichen Sexualität geben.

Aussagekraft der Pupillenreaktion war bisher unklar
Schon zuvor vermutete man, dass die unwillkürliche Reaktion der Augen sich bei Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung unterscheidet. Wissenschaftliche Belege habe es dafür aber zuvor nicht gegeben, sagen die Forscher. Für ihre Studie hatten sie 160 Frauen und 165 Männer zunächst zu ihrer sexuellen Orientierung befragt. Vertreten waren dabei neben hetero- und homosexuellen auch bisexuelle Personen. Anschließend zeigten die Forscher den Versuchspersonen kurze Videoausschnitte, auf denen entweder eine neutrale Szene zu sehen war, oder aber ein Mann oder eine Frau in einer erotischen Situation. Währenddessen registrierte eine spezielle Kamera sowohl die Augenbewegung und Blickrichtung als auch die Weite der Pupillen.

Männer sind mehr "bi" als gedacht
Die Auswertung zeigte, dass die Pupillenreaktion sehr genau verriet, von wem sich die Probanden stärker angezogen fühlten. "Wenn eine Versuchsperson im Laufe der 45-minütigen Testphase immer die gleiche Reaktion auf die Bilder beispielsweise von Männern zeigt, dann spricht dies dafür, dass dies ein verlässliches Signal ist", sagen die Forscher. Nicht immer stimmte diese unwillkürliche Reaktion dabei mit dem überein, was die Probanden zuvor in der Befragung angegeben hatten: Denn bei einigen Männern und Frauen, die sich selbst als heterosexuell bezeichneten, weiteten sich die Pupillen auch deutlich beim Anblick von Angehörigen ihres eigenen Geschlechts.

Dieses Ergebnis widerlege bisherige Vorurteile vor allem über die Sexualität von Männern, berichten die Forscher. Denn bisher glaubte man, dass sich nur heterosexuelle Frauen auch vom eigenen Geschlecht angezogen fühlen können. Bei Männern, so dachte man, gebe es eine sehr viel klarere Trennung zwischen homo- und heterosexuell. Doch das stimme nicht, sagen die Forscher. "Wir können eindeutig belegen, dass es nicht nur Frauen mit flexiblem sexuellem Begehren gibt", sagt Koautor Ritch Savin-Williams. Auch bei Männern gebe es fließende Übergänge. "Wahrscheinlich reicht selbst die Einteilung in schwul, heterosexuell und bi nicht aus, um diese Abstufungen zu erfassen", konstatiert der Forscher. (doi:10.1371/journal.pone.0040256)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
sexuelle Orientierung, heterosexuell, Homosexualität, Frauen, Männer, Augen, Pupille
Weitere News zum Thema
Facebook: "Likes" verraten mehr als wir denken (12.03.2013)
Algorithmus rekonstruiert persönliche Informationen anhand von "Gefällt mir"-Klicks
Was soziale Netzwerke auch über Nicht-Mitglieder wissen (04.05.2012)
Kontaktdaten verraten selbst private Vorlieben
Geschlechtshormone im Mutterleib beeinflussen Fingerlänge (06.09.2011)
Forscher klären Mechanismus hinter den geschlechtsspezifischen Unterschieden
Waren Neandertaler promiskuitiver als wir? (09.11.2010)
Fossile Fingerknochen als Indiz für vorgeburtliche Hormongaben
Fingerlänge verrät Bewegungsdrang (18.09.2008)
Vorgeburtliche Stresshormone beeinflussen Verhalten und Anatomie
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Auge und Ohr
Mustererkennung
Dossiers zum Thema
Die Macht der Hormone
Alleskönner, Jungbrunnen und Liebestrank?
Gehirnforschung
Dem menschlichen Denken auf der Spur
„Der kleine Unterschied“ im menschlichen Gehirn
Wie Östrogen und Co. die kognitiven Leistungen beeinflussen
Das Gehirn vor Gericht
Auf der Suche nach den neurobioloigischen Wurzeln der Moral
Die Gedanken der Anderen
Der Zuschreibung von Wahrnehmungen und Gedanken auf der Spur
Teamwork der Sinne
Auch die Augen hören mit
Mustererkennung
„Mustergültige Erkenntnis“ in Astrophysik, Musik und Medizin
Sind Vögel auch nur Menschen?
Den individuellen Unterschieden im Sexualverhalten von Zebrafinken auf der Spur
News des Tages
Reaktion der Augen verrät sexuelle Orientierung
Online-Tool erlauscht Fledermaus-Arten Europas
Neigung zur Ohnmacht ist erblich bedingt
Abwasser als Pflanzendünger
Bücher zum Thema
50 Schlüsselideen Psychologie
von Adrian Furnham
Brainsex - Warum wir uns verlieben
DVD
Das egoistische Gen
von Richard Dawkins
Das selbstbewusste Gehirn
Perspektiven der Neurophilosophie
Der Beobachter im Gehirn
Essays zur Hirnforschung von Wolf Singer
Der erweiterte Phänotyp
Der lange Arm der Gene von Richard Dawkins
Die Genetik der Ursünde
Die Auswirkung der natürlichen Selektion auf die Zukunft der Menschheit von Christian René de Duve
Feuerwerk der Hormone
Warum Liebe blind macht und Schmerzen weh tun müssen von Marco Rauland
Top-Clicks der Woche
1. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
2. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
3. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk
4. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
5. Ingenieur plant Stromspeicher am Meeresgrund