Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Neue Methode lässt Fingerabdrücke leuchten
Forscher machen latente Abdrücke mithilfe von Elektrochemilumineszenz sichtbar
Chinesische Forscher haben eine neue Methode entwickelt um Fingerabdrücke schnell und hochaufgelöst sichtbar zu machen: Sie bringen die Wirbel und Linien mittels Elektrochemilumineszenz zum Leuchten. Die Fingerabdrücke sind dabei so fein aufgelöst, dass nicht nur das Rillenmuster, sondern auch Feinmerkmale, wie Verzweigungen und Endungen der Linien, und sogar die Verteilung der Poren in den Furchen zu erkennen sind, wie die Forscher im Fachmagazin "Angewandte Chemie" berichten.
.

Negativ- (links) und Positivbild eines Fingerabdrucks, erzeugt mittels Elektrochemilumineszenz
Negativ- (links) und Positivbild eines Fingerabdrucks, erzeugt mittels Elektrochemilumineszenz
© Wiley-VCH Negativ- (links) und Positivbild eines Fingerabdrucks, erzeugt mittels Elektrochemilumineszenz
Fingerabdrücke sind nicht nur eine wesentlich Säule der Forensik und bei der Identifikation von Personen, sondern können auch für Sicherheitsüberprüfungen, Zugangskontrollen und Beglaubigungen von Dokumenten herangezogen werden. Fingerabdrücke bestehen aus Schweiß, Hautfett und Verbindungen, die in der Umwelt aufgenommen wurden. Mit dem bloßen Auge sind diese latenten Fingerabdrücke oft nicht zu erkennen. Es gibt inzwischen eine Vielzahl an Methoden um sie sichtbar zu machen. Ein Team um Bin Su von der Zhejiang University in China fügt diesem Reigen nun eine weitere interessante Methode hinzu, die auf Elektrochemilumineszenz basiert.

Elektrisch angeregte Reaktion bringt Moleküle zum Leuchten
Als Elektrochemilumineszenz bezeichnet man ein Phänomen, bei dem durch Anlegen einer elektrischen Spannung Elektronen von einer chemischen Verbindung, beispielsweise einem Rutheniumkomplex, auf eine Elektrode übertragen werden. Der Rutheniumkomplex reagiert dann mit einem Reaktionspartner, typischerweise Tripropylamin. Dabei entsteht ein Produkt in einem elektronisch angeregten Zustand, das unter Abstrahlung von Licht in seinen Grundzustand übergeht.

Für ihre Methode verwenden die Forscher ein mit Indium-Zinn-Oxid beschichtetes Glasplättchen oder ein Plättchen aus rostfreiem Stahl als Elektrode. Darauf wird der Fingerabdruck aufgetragen. Dann geben sie eine Lösung mit der Reaktionssubstanz darauf. Wo die fetthaltigen Komponenten des Fingerabdrucks anhaften, ist die Elektrode inaktiv, die elektrochemische Reaktion kann nicht stattfinden – das Leuchten wird verhindert. So entsteht ein Negativ-Bild des Fingerabdrucks, das mit einer CCD-Kamera aufgezeichnet wird.

Sogar einzelne Poren werden sichtbar
Diese schnelle, einfache Methode macht frische sowie alte Fingerabdrücke zerstörungsfrei sichtbar. Die Fingerabdrücke sind so fein aufgelöst, dass nicht nur das Rillenmuster, sondern auch Feinmerkmale, wie Verzweigungen und Endungen der Linien, und sogar die Feinstmerkmale, die Verteilung der Poren in den Furchen, zu erkennen sind. Diese Details sind hilfreich, etwa um unvollständige Fingerabdrücke zuordnen zu können. Aufwendige Vor- oder Nachbehandlungen sind nicht nötig. Zudem werden Anwender nicht mit Dämpfen oder Stäuben belastet, wie bei vielen konventionellen Verfahren.

Elektrochemilumineszenz lässt noch einen zweiten Modus zu, bei dem der Fingerabdruck als positiv-Bild dargestellt wird. Dazu werden die Fingerabdrücke zunächst mit einem Reagenz behandelt, das an Bestandteile der Fingerabdrücke bindet. Nach Auftragen des Reaktionspartners leuchten dann ausschließlich die Linien. Dieser Modus könnte Ausgangspunkt für die Entwicklung von Methoden zum Nachweis von Drogen oder anderen Substanzen sein, die der Erzeuger der Fingerabdrücke zu sich genommen oder mit denen er in Berührung gekommen ist. (Angewandte Chemie, 2012; doi:10.1002/ange.201203815)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Fingerabdruck, Lumineszenz, Nachweismethode, Chemie, Reaktion, Elektrochemilumineszenz, Elektronen
Weitere News zum Thema
Mond erbte sein Wasser von der Erde (10.05.2013)
Wassermoleküle überstanden die gewaltige Kollision, die den Erdtrabanten schuf
Astronomen entdecken vielversprechendste Erdzwillinge (19.04.2013)
Exoplaneten sind erdähnlich und kreisen in der lebensfreundlichen Zone ihres Sterns
Atem ist so individuell wie ein Fingerabdruck (04.04.2013)
Die Zusammensetzung der ausgeatmeten Luft ist bei jedem einzigartig
Arktisches Riesenkamel entdeckt (06.03.2013)
Forscher finden Überreste eines Ur-Kamels im hohen Norden Kanadas
Forscher beweisen Mord an Ramses III. (19.12.2012)
Altägyptischer Pharao starb an einer durchtrennten Kehle
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Internetsicherheit
Das Geheimnis der Elemente
Mustererkennung
Dossiers zum Thema
Blutiger Beweis
Wie arbeiten Rechtsmediziner wirklich?
DNA
Von Genen, Mördern und Nobelpreisträgern
Sicherheit durch Hightech
Wie Forscher Attentätern, Viren und Kriminellen den Kampf ansagen
News des Tages
Früher gab es Palmen in der Antarktis
Einige Amazonas-Bewohner sind immun gegen Tollwut
Alzheimer-Bösewicht spielt Heldenrolle bei MS
Neue Methode lässt Fingerabdrücke leuchten
Bücher zum Thema
Chemie querbeet und reaktiv
Basisreaktionen mit Alltagsprodukten von Georg Schwedt
Expedition Zukunft
Wie Wissenschaft und Technik unser Leben verändern von Nadja Pernat
Die Welt hinter den Dingen
von Ludwig Schultz und Hermann- Friedrich Wagner
Top-Clicks der Woche
1. Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert
2. Egoismus macht nicht glücklich
3. Frühe Steinzeitbauern bevorzugten Inzucht
4. Forscher erfinden ein Lichtrad
5. Mittelalterliches Lepra-Rätsel gelöst