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Stress macht Knochen anfälliger für Metastasen
Brustkrebszellen können sich im gestressten Körper leichter ansiedeln
Stress senkt die Widerstandkraft von Knochen gegen Krebs. Von einem Tumor abgegebene Brustkrebszellen können sich dadurch leichter ansiedeln und Metastasen bilden. Verantwortlich dafür ist ein Signalstoff, der bei starkem Stress verstärkt an den Knochen gebildet wird. Das fanden US-amerikanische Wissenschaftler durch Versuche mit Mäusen heraus. Gestresste Tiere entwickelten dabei deutlich mehr Metastasen als entspannte. Erhielten die gestressten Mäusen aber ein stresshemmend wirkendes Medikament, wurden ihre Knochen seltener von Krebszellen befallen. Dies deute darauf hin, dass die Therapie mit solchen Betablockern möglicherweise auch beim Menschen Metastasen an Knochen verhindern könnte, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "PLoS Biology".
Brustkrebszelle
Brustkrebszelle
© NCI Brustkrebszelle
"Brustkrebspatienten sterben häufiger an Metastasen, also der Ausbreitung von Krebszellen auf andere Organe, als an dem ursprünglichen Tumor", sagt Florent Elefteriou, Direktor des Vanderbilt Center for Bone Biology in Nashville. Metastasen zu unterbinden, sei deshalb das übergeordnete Ziel in der Krebstherapie. Dass die Bildung von Metastasen in Knochen durch Stress beschleunigt wird, vermuteten die Forscher bereits. Denn vorangegangene Studien wiesen darauf hin, dass sich bei Stress körpereigene Moleküle in der Skelettumgebung bilden, von denen einige möglicherweise die Ansiedlung von Krebszellen am Knochen erleichtern.

Signalmolekül fördert Knochenumbau
Für ihre Studie hatten Elefteriou und seine Kollegen entspannten und gestressten Mäusen Brustkrebszellen injiziert und beobachtet, wie viele Knochenmetastasen die Tiere entwickelten. Einen Teil der Tiere stressten sie dafür durch ein Medikament, einen weiteren, indem sie die Mäuse für zwei Stunden in eine enge Plastikröhre einsperrten. In beiden Fällen entwickelten die Tiere vermehrt Metastasen an den Knochen, wie die Forscher berichten. Durch weitere Untersuchungen am Knochengewebe konnten die Mediziner zudem zeigen, dass die Ansiedlung von Krebszellen am Knochen durch ein bestimmtes Signalmolekül namens RANKL gefördert wurde. Dieses Signalmolekül ist bekannt dafür, dass es bei Stress entsteht und unter anderem Osteoklasten in Knochen bildet. Das sind Zellen, die Skelettgewebe zerstören und damit den Knochenumbau fördern.

Betablocker verhindert Krebsbefall
Für die praktische Anwendung ihrer Erkenntnisse wollten die Wissenschaftler auch wissen, ob Medikamente, die Stresssymptome lindern, zugleich auch Metastasen an Knochen verhindern können. Dafür behandelten sie die gestressten Mäuse mit einem Betablocker. Diese Medikamente hemmen Stresshormone im Körper und wirken gleichzeitig blutdrucksenkend. Gestresste Mäuse, die dieses Mittel erhielten, entwickelten weniger Knochenmetastasen als unbehandelte gestresste Tiere, schreiben die Studienautoren. Sie folgern daraus, dass solche Betablocker die Bildung des Signalmoleküls RANKL beeinflussen.

Der Einsatz von Betablockern könnte demnach bei der Langzeitbehandlung von Brustkrebs sinnvoll sein, sagen die Wissenschaftler. Aber auch Wirkstoffe, die RANKL direkt blockieren, könnten dazu beitragen, die Metastasierung von Brustkrebs einzudämmen. Dies müsste sich allerdings erst noch in weiteren klinischen Studien bestätigen. Ihre Ergebnisse könnten möglicherweise auch erklären, warum Brustkrebspatienten mit chronischen Stressleiden wie Depressionen besonders häufig an Metastasen sterben. (doi: 10.1371/journal.pbio.1001363)
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