• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Dienstag, 30.05.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Sechs Millionen Jahre alter Vormensch ging aufrecht

Oberschenkelknochen beweist zweibeinigen Gang bei fossilem Hominiden

Jüngste Knochenuntersuchungen haben gezeigt, dass ein Vormensch von der Größe eines Schimpansen schon vor sechs Millionen Jahren aufrecht durch die Tugen Hills in Kenia wanderte – rund drei Millionen Jahre vor „Lucy“, dem vor Jahren entdeckten berühmten aufrechtgehenden Australopithecus.
Oberschenkelknochen eines sechs Millionen Jahre alten Vormenschen

Oberschenkelknochen eines sechs Millionen Jahre alten Vormenschen

Robert Eckhardt, Professor für Entwicklungsgenetik und Morphologie an der Penn State Universität erklärt: „Wir haben eindeutige Beweise für die früheste aufrechte Haltung und das bipede Gehen datiert auf sechs Millionen Jahre.“ Der Wissenschaftler leitete das Forschungsteam, das mithilfe von computertomographischen Scans die interne Struktur fossiler Knochen untersucht hat. Die Ergebnisse wurden in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Science veröffentlicht.

Das Fossil, das das Team untersucht hat, ist Teil eines linken Oberschenkelknochens, der vor fast vier Jahren in der kenianischen Lukeino Formation gefunden worden war. Das Fragment umfasst den intakten Oberschenkelhals und –kopf und einen Teil des Schafts. Messungen zeigen, dass der fossile Knochen in etwa die gleiche Größe wie der Oberschenkelknochen eines Schimpansen hat. Aber CT Aufnahmen des Knocheninneren enthüllten, dass der Oberschenkelhals, der die Gelenkkugel mit dem Schaft verbindet, oben dünner ist als unten – nach Ansicht der Wissenschaftler ein Hinweis darauf, dass das Individuum, von dem er stammt, aufrecht auf zwei Beinen gelaufen sein muss.

“Heute sind die Dicken von oberem und unterem Oberschenkelhals bei Schimpansen und Gorillas etwa gleich. Beim modernen Menschen ist dagegen der obere Bereich im Verhältnis eins zu vier dünner als der untere“, erklärt Eckhardt. „In diesem Fossil liegt das Verhältnis bei eins zu drei.“


Diese Größenverhältnisse im Fossil sind ein Indiz für den Übergang zu einer aufrechten Haltung und einem gewohnheitsmäßigen zweibeinigen Gang, argumentieren die Forscher. Außerdem, merkt Eckhardt an, ist es zusätzlich ein Hinweis darauf, dass die fossilen Knochen tatsächlich zu einem Hominiden gehören, da der aufrechte Gang eines der Hauptmerkmale der Vormenschen ist. Die Wissenschaftler schreiben in ihrem Bericht: „In den bekannten inneren und äußeren Strukturen zeigt BR1002'00 insgesamt ein morphologisches Muster, dass sich deutlich von dem der afrikanischen Affen unterscheidet. Es weist auf zweibeinige Gangart hin und ist passend für eine am Beginn der menschlichen Linie stehende Population.“
(Penn State, 06.09.2004 - NPO)
 
Printer IconShare Icon