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Klimawandel lässt spät wandernde Lachse aussterben
Nachzügler-Erbgut verschwindet aus dem Genpool der Lachspopulation
Der Klimawandel hat bereits Spuren im Erbgut der Pazifischen Lachse hinterlassen: Immer weniger von ihnen gehören zu einem Gentyp, der erst spät zur Wanderung in ihre Laichgebiete aufbricht. Das haben US-amerikanische Forscher bei Gentests an wilden Lachsen festgestellt. Stattdessen schwimmen die meisten Pazifiklachse heute zwei Wochen früher als noch vor 32 Jahren vom Meer aus die Flüsse Alaskas hinauf. Dadurch vermeiden sie, zur Laichzeit in zu warmes Wasser zu geraten. Diese Anpassung beruhe auf einer deutlichen Verschiebung der genetischen Typen innerhalb dieser Art, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the Royal Society B". Das belege, dass die Erwärmung nicht nur das Verhalten der Lachse, sondern auch dessen genetische Basis verändere.
Buckellachs (Oncorhynchus gorbuscha)
Buckellachs (Oncorhynchus gorbuscha)
© Timothy Knepp / U.S. Fish and Wildlife Service Buckellachs (Oncorhynchus gorbuscha)
"Unsere Ergebnisse liefern eindeutige Belege dafür, dass der Klimawandel die Evolutionsdynamik der Lachspopulationen beeinflusst", schreiben Ryan Kovach von der University of Alaska in Fairbanks und seine Kollegen. Die Erwärmung habe selektiv die Genvarianten gefördert, die früher ihre Wanderung beginnen. Der Buckellachs (Oncorhynchus gorbuscha) sei damit eines der ersten Beispiele, bei denen man diese Wirkung des Klimawandels auf die genetische Evolution innerhalb einer Population nachgewiesen habe.

Die Buckellachse, wegen des rötlichen Schimmers ihrer Seiten auch Pink Salmon genannt, sind eine der häufigsten Lachsarten im Nordpazifik. Die Jungtiere schlüpfen in Flüssen und Flussmündungen und ziehen hinaus ins Meer. Nach etwa zwei Jahren im Ozean kehren die ausgewachsenen Fische dann wieder an die Orte ihrer Geburt zurück um dort zu laichen. Am Auke Creek, einem kleineren Fluss nahe Juneau in Alaska, haben die Forscher untersucht, wie sich dieses Verhalten und die damit verbundenen Gene seit 1971 verändert haben. Dazu ermittelten sie alle zwei Jahre, wie viele Fische ein bestimmtes Wehr passierten. Außerdem fingen sie insgesamt 160 bis 190 Tiere in jedem Probenjahr ein und entnahmen ihnen eine DNA-Probe.

Heute gibt es kaum Nachzügler mehr
Wie die Forscher berichten, existierten vor gut 30 Jahren bei den Lachsen aus dem Auke Creek noch zwei zeitlich etwas versetzte Wanderungsgruppen. Eine zog Anfang August, die zweite Anfang September vom Meer aus flussaufwärts. Das habe sich inzwischen geändert. "Heute ziehen die Lachse deutlich früher und innerhalb einer kürzeren Zeit ins Süßwasser", stellten Kovach und seine Kollegen fest. Eine Nachzüglergruppe gebe es heute fast gar nicht mehr. In der Zeit von 1971 bis 2011 habe sich der Anteil der spät flussaufwärts wandernden Lachse von fast 40 auf nur noch rund fünf Prozent verringert.

Die DNA-Proben ergaben im gleichen Zeitraum auch deutliche genetische Veränderungen. Bereits 1979 hatten die Forscher ein bestimmtes Markergen identifiziert, an dem sich die späte Wanderungsgruppe auch genetisch erkennen lässt. Der Anteil dieses Markergens sei in der Population der Auke Creek Lachse stark zurückgegangen, sagen die Forscher. Insgesamt habe die Menge der Lachse in dieser Region aber nicht abgenommen. Die genetische Anpassung habe dem Lachs offenbar das Überleben unter den wärmeren Bedingungen erleichtert. Dafür allerdings habe sich die genetische Bandbreite innerhalb der Population verringert. (doi: 10.1098/rspb.2012.1158)
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Fische, Lachse, Buckellachse, Pink Salmon, Laichzeit, Alaska, Auke Creek, Genetik, DNA
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