|
|
Scinexx mobil |
|
|
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
|
|
|
|
|
|
|
|
Scinexx auf Facebook |
|
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Lernwelten |
|
 |
Erleben, Lernen, Wissen Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...
|
|
|
|
|
|
|
|
| Unterwasser-Eruption trifft Meeresökosystem schwer |
| Vulkanausbruch vor der Kanareninsel El Hierro macht Ozean über Wochen zur Todeszone |
|
|
Der Ausbruch eines Unterwasservulkans vor der Kanareninsel El Hierro hat eine der artenreichsten Lebensgemeinschaften des Nordatlantiks dramatisch gestört: Hitze, Sauerstoffmangel und stark saures Wasser machten das Meer rund um den Feuerberg noch Wochen später für Fische zur Todeszone. Algenpopulationen brachen ein, dafür vermehrten sich Bakterien in dem verschmutzten Wasser rasant, wie spanische Forscher im Fachmagazin "Scientific Reports" berichten. Sie hatten zum ersten Mal die unmittelbaren ökologischen Auswirkungen einer solchen unterseeischen Eruption untersucht. "Der Ausbruch hat starke chemische und physikalische Veränderungen ausgelöst, die dieses sensible und artenreiche Meeresökosystem empfindlich getroffen haben", schreiben Eugenio Fraile-Nuez vom Centro Oceanografico de Canarias auf Teneriffa und seine Kollegen. |
|
|
|
 | | Aufgewühltes Wasser während des unterseeischen Vulkanausbruchs vor El Hierro © Isis Comas  | Der Vulkan liegt 1,8 Kilometer südlich der Kanareninsel El Hierro in rund einem Kilometer Tiefe. Ursprünglich war sein Gipfel von 300 Metern Wasser bedeckt, wie die Forscher berichten. Doch der Ausbruch am 10. Oktober 2011 ließ den Feuerberg innerhalb kürzester Zeit so stark anwachsen, dass sein Gipfel heute nur noch 88 Meter unter der Wasseroberfläche liegt. Die Eruption erhöhte die Wassertemperaturen über dem Krater um bis zu 18 Grad Celsius. Noch 300 Meter vom Vulkan entfernt habe sich das Meer um durchschnittlich drei Grad erwärmt, sagen die Forscher. Innerhalb kürzester Zeit stieß der Feuerberg zudem große Mengen Kohlendioxid (CO2) aus. Dieses Gas löste sich im Meerwasser und machte es sauer. Der pH-Wert sei selbst in zwei Kilometern Entfernung um 2,8 Einheiten auf 5,2 abgesunken.
"Die physikalisch-chemischen Veränderungen hatten enorme Folgen für die Lebensgemeinschaften des Meeres", schreiben Fraile-Nuez und seine Kollegen. In dem zuvor wegen seines Artenreichtums beliebten Tauchgebiet habe man nach dem Ausbruch keinen einzigen Fischschwarm mehr gefunden. Nahe der Wasseroberfläche sei eine sauerstoffarme Schicht entstanden, in der kaum noch Plankton vorkam. Weil das trübe, von Vulkanstaub verschmutzte Wasser weniger Licht durchließ, halbierte sich auch die Menge der Blaualgen in mittleren Wassertiefen, wie die Forscher berichten. In den tieferen Wasserschichten vermehrten sich dagegen massenweise Bakterien.
|  | Forscher lassen ein Probengerät ins Wasser © Isis Comas  | Natürliches Testlabor für die Folgen des Klimawandels
Fünf Monate später sei das Wasser in Vulkannähe noch immer deutlich saurer gewesen als normal, schreiben die Wissenschaftler. Auch die Wassertemperaturen seien noch immer minimal höher. Nach Ansicht der Forscher ähneln die längerfristigen Folgen der Eruption damit durchaus den Veränderungen, die für den zukünftigen Klimawandel vorausgesagt werden. Denn auch die globale Erwärmung lasse die Meerestemperaturen ansteigen, erhöhe den Säuregrad des Wassers und führe zu zunehmendem Sauerstoffmangel. Eine Eruption wie der El Hierro könne daher durchaus als natürliches Testmodell für die Auswirkungen des Klimawandels auf die Meeresumwelt dienen, konstatieren Fraile-Nuez und seine Kollegen.
Für ihre Studie hatten die Wissenschaftler vom Zeitpunkt der Eruption an regelmäßig Messgeräte in das Wasser rund um den Unterwasservulkan abgelassen, um Temperatur, Salzgehalt, Säuregrad sowie den Sauerstoff- und CO2-Gehalt des Wassers zu messen. Zusätzlich entnahmen sie regelmäßig Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen, um die Dichte und Artenverteilung der Algen und anderer kleiner Meereslebewesen zu untersuchen. Da die Auswirkungen des Ausbruchs noch immer anhalten, gehe auch die Untersuchung zurzeit noch weiter, berichten die Wissenschaftler. (doi:10.1038/srep00486)
|
|
| (Scientific Reports, 09.07.2012 - NPO) |
|
|
|
Artikel drucken |
|
| |
| Nach verwandten Themen suchen: |
|
|
| |
| Weitere News zum Thema |
Edelsteine als Indikatoren für die Plattentektonik (21.05.2013) Rubine und Jade zeigen an, wo die Erdplatten einst kollidierten |
Ältester See Europas ist mehr als eine Million Jahre alt (07.05.2013) Tiefbohrung verrät, wann der Ohrid-See in Mazedonien entstand |
Recycling: Einmal Erdmantel und zurück (25.04.2013) Polynesischer Vulkan fördert Reste 2,45 Milliarden Jahre alter Urzeit-Kruste zutage |
Rätsel der verschwundenen Holzkohle gelöst (19.04.2013) Kohle aus Waldbränden landet in Flüssen und Ozean, statt im Boden zu bleiben |
Schärferer Blick ins Südpolarmeer (16.04.2013) Neue Karte zeigt zum ersten Mal detailliert die gesamte Topografie des antarktischen Meeresbodens |
|
|
|
|
|