Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Diabetes-Mittel lässt neue Gehirnzellen wachsen
Metformin weckt Hoffnung auf neue Therapien für Alzheimer und andere neurologische Erkrankungen
Das Diabetes-Mittel Metformin hat eine überraschend positive Wirkung auf das Gehirn - und könnte sogar Alzheimer und andere neurologische Krankheiten behandeln helfen. Denn das Diabetesmedikament fördert die Bildung neuer Gehirnzellen und verbessert das Gedächtnis. Das haben kanadische Forscher in Experimenten mit menschlichen Zellen und mit Mäusen herausgefunden. Injizierten sie den Mäusen über etwa einen Monat hinweg Metformin, vermehrten sich deren Gehirnzellen unter anderem in einem für das Gedächtnis besonders wichtigen Areal, dem Hippocampus. In Labyrinthversuchen erwiesen sich diese Mäuse anschließend als deutlich lernfähiger als ihre unbehandelten Artgenossen. Das zeige, dass Metformin sowohl das Wachstum neuer Gehirnzellen stimuliere als auch das räumliche Gedächtnis verbessere, berichten die Forscher im Fachmagazin "Cell Stem Cell". Auch in Kulturen mit menschlichen neuronalen Stammzellen habe das Metformin die Bildung neuer Gehirnzellen gefördert.
Forschungslandschaft Gehirn
Forschungslandschaft Gehirn
© Hemera
"Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Metformin die Basis für neue therapeutische Strategien gegen neurologische Erkrankungen des Menschen bilden könnte", schreiben Jing Wang vom Hospital for Sick Children der University of Toronto und seine Kollegen. Gerade der Hippocampus spiele eine Schlüsselrolle für die geistige Leistung und sei durch Krankheiten wie Alzheimer oder einen Schlaganfall besonders gefährdet. Metformin stärke die Regenerationsfähigkeit dieses Gehirnbereichs und könnte daher den Schäden entgegenwirken, sagen die Forscher.

Bereits zuvor hatte es erste Anzeichen dafür gegeben, dass sich die Symptome von Alzheimer-Patienten leicht besserten, die Metformin wegen einer Diabetes eingenommen hatten. Bisher sei dies aber auf den besser eingestellten Blutzuckerspiegel und die Behandlung der Diabeteserkrankung zurückgeführt worden, berichten die Wissenschaftler. Jetzt zeige sich, dass Metformin unabhängig von seiner Wirkung auf den Diabetes auch dazu beitrage, neue Gehirnzellen wachsen zu lassen. Es könnte daher auch die Reparatur der bei Alzheimer geschädigten Hirnbereiche fördern. Der große Vorteil sei, dass das Medikament bereits auf dem Markt sei und sich bei zahllosen Diabetespatienten bereits als verträglich und sicher erwiesen habe.

Metformin aktiviert Zellteilungs-Signal
Für ihre Studie hatten die Forscher zunächst neuronale Stammzellen von Mäusen in einem Nährmedium gezüchtet, das 500 Mikroliter Metformin enthielt. Bereits nach drei Tagen zeigten sich in den Zellkulturen Anzeichen dafür, dass sich die Stammzellen zu unreifen Gehirnzellen weiterentwickelten, wie die Wissenschaftler berichten. Das Gleiche habe man in einem weiteren Ansatz mit menschlichen neuronalen Stammzellen beobachtet. Weitere Tests ergaben, dass das Metformin einen speziellen Stoffwechselweg in den neuronalen Stammzellen aktivierte. Dieses Signal bringe die Zellen dazu, sich zu teilen und zu verschiedenen Gehirnzellen weiterzuentwickeln, sagen die Forscher.

Um zu testen, welchen Effekt das Metformin im lebenden Organismus hat, injizierten die Wissenschaftler erwachsenen Mäusen über 38 Tage hinweg täglich das Mittel in einer Dosis von 200 Milligramm pro Kilogramm. "Metformin erhöhte die Bildung neuer Gehirnzellen vor allem im Hippocampus der Mäuse", berichten Wang und seine Kollegen. Dass dieser Effekt sich auf das Gedächtnis der Mäuse auswirkte, zeigte ein anschließender Labyrinthtest. Die Tiere mussten sich dabei zunächst die Lage einer knapp unter der Wasseroberfläche verborgenen Plattform merken und diese schwimmend ansteuern. War dies gelungen, veränderten die Forscher den Standort der Plattform und testeten, wie lange die Mäuse benötigen, um auch den neuen Ort zu erlernen. Die mit Metformin behandelten Mäuse hätten dabei deutlich besser abgeschnitten als ihre nicht behandelten Artgenossen, berichten die Wissenschaftler. (doi:10.1016/j.stem.2012.03.016)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Neurologie, Gehirn, Diabetes, Alzheimer, Metformin, Hippocampus, Labyrinthversuche, Mäuse
Weitere News zum Thema
Forscher bremsen Parkinson bei Mäusen aus (24.04.2013)
Neuer Wirkstoff könnte auch beim Menschen schädliche Ablagerungen im Gehirn verhindern
Migräne ist an Hirnanatomie ablesbar (26.03.2013)
Form und Dicke der Hirnrinde sind bei Betroffenen anders
Fibromyalgie: Körperliche Ursache entdeckt (14.03.2013)
Neu entdeckte Schäden an kleinen Nervenfasern könnten die Diagnose zukünftig erleichtern
Tiefe Hirnstimulation hilft gegen Magersucht (07.03.2013)
Pilotstudie weckt Hoffnung für Patienten mit schwerer chronischer Anorexie
EEG sagt Lernerfolg voraus (13.02.2013)
Hirnströme verraten schon im Vorhinein, wie gut das Gehirn neue Informationen verarbeiten kann
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Wunder Gehirn
Gehirnforschung
Dossiers zum Thema
Arzneimittelforschung
Mit Hightech auf der Suche nach Naturwirkstoffen
Gehirnforschung
Dem menschlichen Denken auf der Spur
Rätsel Hirnschwund
Auf der Suche nach den Ursachen von Alzheimer und Parkinson
Seltene Krankheiten
Gibt es Hoffnung auf neue Therapien?
News des Tages
Weltraumflug macht Fadenwürmer langlebiger
Diabetes-Mittel lässt neue Gehirnzellen wachsen
Tiere sind größte Ansteckungsquelle für Infektionskrankheiten
Forscher weisen erstmals elementares Fluor in der Natur nach
Materialmix verleiht Mini-Krebsen Biss
Beschichtung macht Fensterscheiben zu "Wohlfühlglas"
Bücher zum Thema
Alzheimer
Spurensuche im Niemandsland von Michael Jürgs
Der Beobachter im Gehirn
Essays zur Hirnforschung von Wolf Singer
Intelligente Zellen
von Bruce Lipton
Medizin für das Gehirn
Hrsg. Spektrum der Wissenschaft
Zukunft Gehirn
Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen von Peter Gruss und Tobias Bonhoeffer (Herausgeber)
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Verblüffend naturgetreue Nanoblüten aus Kristallen
3. Eingeschleppter Käfer kämpft mit raffinierter Biowaffe
4. Neuer Weltrekord bei der Datenübertragung per Funk
5. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir