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Mittwoch, 13.12.2017
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Chronische Hirnentzündungen begünstigen Alzheimer

Entzündungen fördern Bildung von Vorläufern der krankmachenden Proteine

Chronische Hirnentzündungen können die für Alzheimer charakteristischen Eiweiss-Ablagerungen, so genannte Beta-Amyloid-Plaques, auslösen. Forschende der Universität Zürich habben jetzt herausgefunden, dasss Hirnentzündungen eine Ursache und nicht die Folge der Demenzerkrankung sind. Möglicherweise verursachen auch die Entzündungen bereits einen Abbau kognitiver Leistungen, berichten sie im Fachmagazin "Journal of Neuroinflammation".
Hirnpräparat einer infizierten transgenen Maus

Hirnpräparat einer infizierten transgenen Maus

Seit der ersten Fallbeschreibung ist klar: Hirnentzündungen sind ein wichtiger Bestandteil der Alzheimer-Krankheit. Zwar haben mehrere Studien die Wirksamkeit entzündungshemmender Medikamente untersucht und auf einen möglichen Schutz im Anfangsstadium der Krankheit hingewiesen. Doch die spezifische Rolle von Entzündungen im Krankheitsverlauf zu bestimmen, ist bis heute schwierig geblieben. Hirnforscher der Universität Zürich haben nun gemeinsam mit Wissenschaftlern der ETH Zürich und der Universität Bern untersucht, welchen Einfluss eine Überstimulation des Immunsystems, vergleichbar mit einer schweren viralen Infektion, auf die Entwicklung von Alzheimer in Mäusen hat.

"Eine vorgeburtliche virale Infektion genügt, um neurologische Defizite und schwere Gedächtnisprobleme im Alter auszulösen", sagt Irene Knüsel, Studienleiterin am Institut für Pharmakologie und Toxikologie der Universität Zürich. Die betroffenen Mäuse zeigten während des Älterwerdens nicht nur eine chronische Erhöhung entzündungsfördernder Zytokine, sondern auch einen kontinuierlichen Anstieg des Amyloid-Precursor-Proteins – ein wichtiges Vorläuferprotein der Amyloid-Ablagerungen.

Alzheimer ähnliche Veränderungen fanden die Forschenden auch im Tau-Protein, das sich zudem an unüblichen Stellen in Nervenzellen ansammelte. Diese Effekte verschlimmerten sich markant, wenn die vorgeburtlich infizierten Mäuse im Alter nochmals einer Infektion ausgesetzt wurden. Genetisch nicht veränderte Mäuse entwickelten dabei in den gleichen Hirngebieten Amyloid ähnliche Ablagerungen und Tau- Aggregate, die auch früh in der Alzheimer-Erkrankung betroffen sind.


Wenn transgene Mäuse der gleichen Behandlung ausgesetzt wurden, bildeten sich die klassischen Beta-Amyloid-Plaques genau da, wo sich durch die Erstinfektion das Amyloid-Precursor-Protein abnormal in den Nervenzellen angehäuft hatte. Die große Ähnlichkeit zwischen den Ablagerungen im Gehirn von immunstimulierten Mäusen und denjenigen von Alzheimer-Patienten lassen laut Knüsel den Schluss zu: Chronische Entzündungen können neuronale Fehlfunktionen verursachen, die wiederum die Bildung von Amyloid-Ablagerungen im Alter begünstigen. Und dies möglicherweise sogar Jahre bevor sich eine Neuropathologie und damit einhergehende Demenz manifestiert.
(Universität Zürich, 02.07.2012 - NPO)
 
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