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Sonntag, 22.01.2017
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Tideelbe rutscht ins Sauerstoffloch

Sauerstoffmangel im Flusswasser trotz gemäßigter Wassertemperaturen

Umweltverbände schlagen Alarm: Seit gestern fallen die Sauerstoffwerte der Tideelbe unter die kritische Grenze von 3 Milligramm pro Liter. Unterhalb dieses Werts können Fische nicht mehr gut atmen und auch ihr Laich droht abzusterben. Problematisch sei diese Entwicklung auch deshalb, weil die Sauerstoffwerte bereits bei relativ gemäßigten Wassertemperaturen von unter 20°C einbrechen, sagen die Verbände. Das sei ein klarer Beleg für den gestörten Zustand der Elbe.
Containerschiffe auf der Unterelbe

Containerschiffe auf der Unterelbe

Von kritischen Sauerstoffwerten sind vor allem wandernde Fischarten wie Meerforelle und Lachs sowie Neunaugen betroffen, teilt das Aktionsbündnis für eine Lebendige Tideelbe, bestehend aus BUND, NABU und WWF, mit. Besonders sensibel reagieren außerdem Fischeier und Larven, etwa die der Finte, in dem vom Sauerstoffloch betroffenen Elbabschnitt ihr Hauptlaichgebiet hat. Eine der Ursachen für diese Entwicklung sehen die Verbände in der 1999/2000 durchgeführten Elbvertiefung. Unter anderem deshalb protestieren sie gegen die bereits geplante nächste Vertiefung des Flusses.

Aktionsbündnis geht davon aus, dass bei einer erneuten Vertiefung weitere gravierende ökologische Probleme auftauchen werden. Auch das Sauerstoffproblem werde sich nochmals verschärfen. „Die nächste Elbvertiefung führt nach unseren Erkenntnissen dazu, dass sich die Sauerstoffsituation und damit die ökologische Gewässerqualität im anfälligsten Abschnitt der Tideelbe nochmals deutlich verschlechtern werden. Ein Grund mehr, mit unserer Klage gegen die Elbvertiefung die Einhaltung des geltenden Rechts einzufordern“, so die Verbände. Sie verweisen darauf, dass sowohl der Integrierte Bewirtschaftungsplan für die Tideelbe als auch die Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie für die Tideelbe einen Sauerstoffgehalt von mindestens 6 mg/l einfordern. Nur dann sei ein guter ökologischer Zustand gesichert.
(WWF, 22.06.2012 - NPO)
 
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