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Donnerstag, 08.12.2016
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Rio+20- Artenschutz: Schwund geht unvermindert weiter

Desinteresse lähmt Fortschritte in der Biodiversitäts-Konvention

Im Bereich Artenvielfalt sieht es nur wenig besser aus als beim Klimaschutz: In einigen tier- und Pflanzengruppen sind bis zu zwei Drittel aller Arten vom Aussterben bedroht, so haben die UNEP-Forscher ermittelt. Die Populationen der Wirbeltiere seien weltweit um 30 Prozent gesunken. Nach Angaben der International Union for Conservation of Nature (IUCN) sind 30 Prozent der Amphibien, 25 Prozent der Säugetiere und 21 Prozent der Vögel in akuter Gefahr.

Artenvielfalt

Artenvielfalt

Im Oktober fasste Ahmend Djoghlaf, Exekutivsekretär der Biodiversitätskonvention das Ergebnis der Artenschutzbemühungen so zusammen: "Lasst uns den Mut haben, in die Augen unserer Kinder zu sehen und zuzugeben, dass wir versagt haben." Die Artenvielfalt gehe weiter mit einer nie dagewesenen Geschwindigkeit verloren. Den am stärksten betroffenen Regionen und Ländern fehlt es unter anderem an Geld, um Artenschutzmaßnahmen umzusetzen. Aber meist scheitern sie schon weit davor: Es fehlt an Geld und Infrastruktur, um überhaupt erst mal festzustellen, wie der Status der Biodiversität bei ihnen ist.

Kein Interesse am Artenschutz


Einer der Gründe für den chronischen Geldmangel ist schlicht - Desinteresse. Das zumindest meint Cyriaque Sendashonga, Direktorin für globale Maßnahmen bei der IUCN: "Der politische Wille ist einfach nicht da", sagt sie. Die Biodiversität führe im öffentlichen Bewusstsein noch immer ein Schattendasein - entsprechend wenig motiviert sind Politiker, dieses Thema in größerem Rahmen anzugehen. Es fehle zudem an Geldern für den Artenschutz in den am stärksten betroffenen Ländern. "Wenn wir in diesem Tempo so weiter machen, reden wir noch auf dem Rio+80-Gipfel über die beste Möglichkeit, die Artenvielfalt zu erhalten", so Sendashonga.

Erst vor rund zwei Monaten einigten sich die Vertragsstaaten der UN-Biodiversitäts-Konvention darauf, ein Gremium ähnlich dem IPCC auch für den Artenschutz einzurichten. Dieser Biodiversitätsrat, so hoffen die Forscher, könnte die Dringlichkeit des Artenschutzes mit wissenschaftlichen Erkenntnissen untermauern und so auch für mehr Öffentlichkeit sorgen. Er soll auch dazu beitragen, die 20 Ziele, die beim letzten Biodiversitätsgipfel in Nagoya beschlossen wurden, in messbare Maßnahmen und Strategien umzuwandeln.

Mehr zur Konferenz Rio+20 und der Bilanz 20 Jahre nach dem Erdgipfel finden Sie in unserem Rio+20-Special.
(Nature, Geo-5, 18.06.2012 - NPO)
 
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