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Samstag, 21.10.2017
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Wasserräder für Äthiopien

"TRAFO-MILLS" liefern billige Energie nach Baukastenprinzip

In den Staaten der Dritten Welt ist die Energieversorgung häufig ein zentrales Problem, das die wirtschaftliche Entwicklungsmöglichkeiten beeinträchtigt und damit die Verbesserung der Lebenssituation der Menschen behindert. An der Universität Siegen wird jetzt mit dem Projekt "TRAFO-MILLS" dem alten Prinzip Wasserkraft zu neuer Aktualität verholfen.
Prototyp des Wasserrads

Prototyp des Wasserrads

In vielen Entwicklungsländern gibt es keine flächenabdeckende Versorgung mit elektrischer Energie. Die Nutzung der regenerativen Energie Wasserkraft stellt in Regionen mit hohem Wasserkraftpotential - wie zum Beispiel in Äthiopien - eine ideale Lösung des Problems dar. Die Lebenssituation der Menschen in diesen Regionen wird so verbessert, Ressourcen geschont, Emissionen vermieden und die Umwelt nachhaltig geschützt.

Die Forschungsstelle Wasserwirtschaft und Umwelt (fwu) des Fachbereichs Bauingenieurwesen der Universität Siegen hat mit dem Forschungsprojekt "TRAFO-MILLS" eine neue Form der Energiegewinnung, speziell für Entwicklungsländer erarbeitet. Ziel des Forschungsvorhabens war es, Grundlagen für einen Standard zu schaffen, auf dessen Basis nach einem "Baukastenprinzip" kleine Wasserkraftanlagen kostengünstig implementiert werden können.

Dies wurde durch die Entwicklung eines so genannten Dreieck-Zellensegment-Wasserrades (DZW) erreicht. Es gibt in Entwicklungsländern einen großen Bedarf an mechanischer Arbeitsleistung für den Antrieb von Ölpressen, Getreidemühlen und Wasserpumpen, auch in entlegenen Gebieten. Zielsetzung des Siegener Projekts war es zu erreichen, dass das Wasserrad direkt über eine mechanische Kupplung Verbraucher wie beispielsweise Getreidemühlen antreiben oder alternativ über einen Generator elektrischen Strom erzeugen kann.


Das DZW wurde speziell für die manuelle Produktion und den manuellen Zusammenbau entwickelt. Im Wasserbaulabor der fwu wurde ein funktionstüchtiges Modell des Wasserrades aufgebaut und in Zusammenarbeit mit dem Institut für Leistungselektronik und Elektrische Antriebe (LEA) der Universität Siegen optimiert. Der Wirkungsgrad und auch die Wirtschaftlichkeit der gesamten Kleinwasserkraftanlage werden im Wasserbaulabor der Uni Siegen sowie in den geplanten Pilotanlagen in Äthiopien weiter optimiert. Auch in Deutschland wäre eine Reaktivierung historische Mühlenstandorte mit dieser Technik möglich. Das Konzept ist als weltweit einsetzbare dezentrale Energieversorgung gedacht.
(Universität Siegen, 01.09.2004 - NPO)
 
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