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Donnerstag, 25.05.2017
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Desinfektion von Ballastwasser gegen Invasoren

Neues System soll Einschleppung fremder Organismen durch Schiffe verhindern

Eine spezielle Technik zur Wasseraufbereitung soll den Schiffsverkehr umweltverträglicher machen und die Meere vor eingeschleppten Fremdorganismen schützen. Das neue System desinfiziert das Ballastwasser von Schiffen, aber auch das Kühlwasser mit einer Kombination von chemischer Reinigung und Filtern und entfernt so ungewollte "Mitreisende". Die Internationale Seeschifffahrts-Organisation (IMO) hat bereits die Zulassung für dieses als Sicure bezeichnete Verfahren erteilt.
Das Sicure-Ballastwasser-System im Test

Das Sicure-Ballastwasser-System im Test

Unbeladene Schiffe nehmen zur Stabilisierung ihrer Lage meist Ballastwasser aus dem Meer auf. Beim Ablassen dieses Wassers am Zielort werden die darin enthaltenen Lebewesen freigesetzt. Auf diese Weise können Schiffe fremde Organismen in Ökosysteme einschleppen. Zum Beispiel wurde die europäische Zebramuschel durch Ballastwasser in die großen Seen Nordamerikas eingeführt, wo sie beträchtliche Schäden an Wasserrohren und Leitungen verursacht. Die Wollhandkrabbe ist wiederum von Nordasien nach Europa und Nordamerika eingeschleppt worden und hat mehrere Fischarten lokal ausgerottet.

Um solche Schäden für Natur und Wirtschaft zu vermeiden, verlangt die IMO in einer Richtlinie zertifizierte Systeme zur Ballastwasserbehandlung. Allerdings bleiben diese Systeme mehr als 95 Prozent der Zeit ungenutzt, weil die Ballastvorgänge immer nur für kurze Zeit benötigt werden. Dies soll das neue System Sicure ändern. Denn es lässt sich sowohhl für die Behandlung von Ballast- als auch von Kühlwasser einsetzen und macht so ein zusätzliches System für das Kühlwasser überflüssig. Die IMO bestätigte nun die Umweltverträglichkeit von Sicure sowie die Einhaltung der Sicherheitsstandards.

Das System funktioniert auf Basis eines Elektrolyseverfahrens: Dieses erzeugt das Desinfektionsmittel Hypochlorit aus dem im Meerwasser befindlichen Salz. Kombiniert wird dabei eine Filtrationsstufe mit einem nachfolgenden Elektrolyseschritt und einer Dosiereinheit, die die Einleitung des Hypochlorits präzise regelt. Außerdem schützt das Sicure-System den Ballastwasserfilter vor Biofouling, indem es eine kleine Menge Hypochlorit-Lösung vor dem Filter in das Wasser injiziert. Sicure ist eine Weiterentwicklung des seit 35 Jahren erfolgreich zur Behandlung von Meerwasserkühlkreisläufen eingesetzten Chloropac-Systems.
(Siemens, 11.05.2012 - NPO)
 
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