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Donnerstag, 19.01.2017
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Häufiges Röntgen beim Zahnarzt erhöht Risiko für Hirntumor

Strahlenbelastung für Kinder unter zehn Jahren besonders schädlich

Häufiges Röntgen der Zähne erhöht das Risiko für einen gutartigen Hirntumor. Menschen, die ein- oder mehrmals jährlich beim Zahnarzt geröntgt werden, haben eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit, an einem solchen Meningiom zu erkranken. Bei häufig geröntgten Kindern unter zehn Jahren ist das Risiko sogar bis zu fünffach höher. Das haben US-amerikanische Forscher in einer Studie mit fast 3.000 Teilnehmern festgestellt.
Seitliche Röntgenaufnahme einer Zahnreihe

Seitliche Röntgenaufnahme einer Zahnreihe

Dentale Röntgenaufnahmen seien klar mit einem erhöhten Risiko für ein Meningiom verbunden - vor allem wenn sie häufig und in einem jungen Alter verabreicht würden. Diese Ergebnisse seien wichtig, denn das Röntgen beim Zahnarzt sei eine der häufigsten Quellen der Strahlenbelastung für Menschen in den USA und anderen Industrieländern, berichten die Forscher im Fachmagazin "Cancer".

"Unseres Wissens nach ist dies die bisher umfangreichste Studie, die den Zusammenhang zwischen dentalen Röntgenaufnahmen und dem Risiko für ein Meningiom untersucht hat", schreiben Elizabeth Claus von der Yale University und ihre Kollegen. Das Ergebnis spreche dafür, dass man zukünftig die Röntgenaufnahmen bei Zahnarztpatienten auf ein absolut notwendiges Mindestmaß beschränken sollte. "Obwohl diese Aufnahmen ein wichtiges Werkzeug der Diagnose bei einigen wenigen sein können, kommt mehr Zurückhaltung den meisten Patienten zugute", sagen die Forscher.

Nach Angaben der Wissenschaftler war bereits seit einiger Zeit bekannt, dass Röntgen- oder radioaktive Strahlung Meningiome auslösen kann. Unklar sei aber bisher gewesen, inwieweit gängige Verfahren des Röntgens beim Zahnarzt dazu beitragen. Meningiome entstehen durch Entartung von Zellen der Hirnhaut und gelten als häufigste Geschwulsterkrankung im Schädel. Frauen sind von diesen gutartigen Tumoren häufiger betroffen als Männer.


Drei gängige Röntgenverfahren untersucht


Für ihre Studie hatten die Forscher 1.433 Patienten mit einem Meningiom und 1.350 gesunde Kontrollpersonen untersucht. Die Patienten waren zwischen April 2006 und April 2011 diagnostiziert worden und zu diesem Zeitpunkt zwischen 20 und 79 Jahren alt. Alle Studienteilnehmer wurden gefragt, wie häufig sie in der Vergangenheit drei verschiedene Formen von Röntgenaufnahmen beim Zahnarzt erhalten hatten: sogenannte Mundfilme, bei denen der Patient auf ein Stückchen Film beißt, seitliche Aufnahmen des Kiefers, sowie die sogenannten Panorex-Aufnahmen. Bei diesen rotiert die Röntgenkanone einmal um den Kopf und erstellt ein Komplettpanorama des Gebisses.

Teilnehmer, bei denen jährlich oder häufiger eine Mundfilm-Aufnahme gemacht wurde, seien 1,4 bis 1,9 Mal häufiger an Meningiom erkrankt als selten oder gar nicht geröntgte, berichten die Forscher. Bei den mit einer höheren Strahlenbelastung verbundenen Panorex-Aufnahmen sei das Risiko sogar drei bis fünf Mal höher. Eine ähnliche Tendenz, wenngleich nicht statistisch signifikant, habe man für die seitlichen Aufnahmen gefunden. (doi: 10.1002/cncr.26625)
(Cancer, 11.04.2012 - NPO)
 
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