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Sonntag, 28.05.2017
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Warmzeit im arktischen Meer

Höhere Wassertemperaturen und geringere Eisbedeckung im Nordpolarmeer gemessen

Auch im Nordpolarmeer macht sich der Klimawandel inzwischen bemerkbar: Im Rahmen einer Polarexpedition an Bord des Forschungsschiffes „Polarstern“ haben Wissenschaftler jetzt durch Messungen bestätigt, dass sich Temperaturen und Stömungsverhältnisse in der arktischen See zwischen Spitzbergen und Grönland geändert haben.
Grönland

Grönland

An Bord des Forschungsschiffes “Polarstern“ vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung haben Wissenschaftler in den vergangenen sechs Wochen in der Framstraße zwischen Spitzbergen und Grönland sowie nördlich davon Veränderungen in der Temperatur des Ozeans und in der Eisbedeckung untersucht. In diesem Bereich findet der wesentliche Austausch von Wassermassen zwischen dem Nordpolarmeer und dem Nordatlantik statt. Mit der globalen Erwärmung der vergangenen Jahre haben sich auch die Verhältnisse in der Fram Straße und im Nordpolarmeer geändert.

Erwärmung in der Framstraße


Temperaturmessungen in verschiedenen Meerestiefen in der Fram Straße zeigen seit 1990 eine Erhöhung der Temperatur im Westspitzbergen-Strom, der warmes Atlantikwasser in das Nordpolarmeer führt. Die aktuellen Messungen der Ozeanografen auf “Polarstern³ deuten auf einen weiteren Erwärmungstrend hin. Im Vergleich zum Vorjahr sind die oberen 500 Meter zu 0,6°C wärmer, und die Erwärmung zeigt sich bis in Tiefen von 2000 Metern. Für ozeanische Verhältnisse ist dies ein ausgesprochen deutliches Signal. Mit dem Einstrom wärmeren Wassers in das Nordpolarmeer ändert sich auch die Meereisdecke. Satellitenaufnahmen zeigen in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang der Meereisausdehnung im Bereich der Fram Straße und der Barentssee im Vergleich zu den beiden Vorjahren.

Messung der Eisdicke


Im Klimageschehen ist aber nicht nur die Ausdehnung des Meereises wichtig, sondern auch die Dicke. Um die Dicke des Eises zu bestimmen, hat die Meereisgruppe des Alfred-Wegener-Instituts in den vergangenen Jahren einen Flugkörper mit einem Eisdickensensor entwickelt. Dieser wird von einem Hubschrauber in etwa dreißig Metern Höhe innerhalb einer Stunde über Strecken von bis zu hundert Kilometern geschleppt. Nur damit lässt sich ein repräsentatives Bild der Meereisdicke ermitteln. Für die Validierung des Eisdickensensors wurden an verschiedenen Orten viele Löcher auf einer längeren Strecke durch eine Eisscholle gebohrt und mit der Hubschraubersonde überflogen. Die mit der Sonde gemessenen Werte werden mit denen aus den Bohrungen verglichen. So kann die Genauigkeit des Sensors bestätigt werden.


Roboter studiert Eis von unten


Eine besondere Art der Vergleichsmessung fand am Mittwoch vor der grönländischen Ostküste statt, wo “Polarstern“ mit dem britischen Forschungseisbrecher “James Clark Ross“ zusammen traf, um zum ersten Mal in der Geschichte der Meereisforschung die Topographie des Meereises von oben und unten zu messen. Dazu hat das britische autonome Unterwasservehikel AUV ( Autonomous Underwater Vehicle) mit einem Sonar die Unterseite des Meereises abgetastet, während die Meereisphysiker des Alfred-Wegener-Instituts mit dem vom Hubschrauber getragenen Eisdickensensor die Oberseite und die Eisdicke vermessen haben.

Diese Arbeiten galten der Vorbereitung für die Validierung des Satelliten “CryoSat“. “CryoSat“ soll die Meereisdicke in beiden Polargebieten ab März 2005 kontinuierlich aus 700 Kilometern Höhe bestimmen. Die Bestimmung der Meereisdicke und ihre Veränderung sind in der internationalen Klimaforschung von großer Bedeutung. Das Meereis spielt im Klimasystem eine wichtige Rolle und gilt als sensibler Indikator für Klimaschwankungen. Ob diese regional beobachteten Veränderungen als Folge der globalen Erwärmung in allen Bereichen der Polargebiete auftreten, soll mit “CryoSat“ untersucht werden.
(Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung, 30.08.2004 - NPO)
 
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