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Neue Steinzeitmenschen in China entdeckt
Fossilien zeigen ungewöhnliche Mischung aus primitiven und modernen Merkmalen
In China haben Forscher Überreste eines völlig neuen Typ von Steinzeitmenschen entdeckt. Die 14.500 bis 11.500 Jahre alten Schädel und Kieferknochen zeigen eine ungewöhnliche Mischung aus primitiven und modernen Merkmalen. Damit gehören sie zu den jüngsten nicht eindeutig modernen Vormenschen, die bisher auf dem asiatischen Festland gefunden wurden, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „PloS ONE“ berichten.
Auf Fossilfunden basierende Rekonstruktion
Auf Fossilfunden basierende Rekonstruktion
© Peter Schouten Auf Fossilfunden basierende Rekonstruktion
Die Forscher haben den neuen Menschentyp „Red-Deer-People“ - Rothirschvolk - getauft. Denn die Fossilien zeigen, dass diese Menschen eine heute ausgestorbene Hirschart jagten und in ihrer Höhle im chinesischen Maludong verzehrten. Das Rothirschvolk lebte zu einer Zeit, als im restlichen China die modernen Homo sapiens-Menschen bereits damit begannen, Landwirtschaft zu betreiben.

Tod am Ende der letzten Eiszeit
„Diese neuen Fossilien könnten einer älteren, zuvor unbekannten Art angehören, die sich in Asien entwickelte und bis zum Ende der letzten Eiszeit in Asien überlebte“, schreiben Darren Curnoe von der University of New South Wales und seine Kollegen. Alternativ könnten diese Steinzeitmenschen aber auch sehr früh aus Afrika nach Asien eingewandert sein. Denn in Afrika habe man bereits mehrere menschliche Überreste aus dem Eiszeitalter entdeckt, die moderne und primitive Merkmale kombinierten.

Beide Szenarien könnten nach Ansicht der Forscher die seltsame Mischung aus alten und neuen Merkmalen erklären. Welches davon zutrifft, sei aber noch ungeklärt. „Die Entdeckung der Rothirsch-Menschen öffnet ein neues Kapitel in der Evolutionsgeschichte der Menschheit - und speziell Asiens“, sagt Curnoe. Denn obwohl heute mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in Asien lebe, wisse man bisher nur wenig darüber, wie sich dort der moderne Mensch entwickelte.

Überreste blieben über Jahrzehnte ununtersucht
Die fossilen Überreste von mindestens drei verschiedenen Vertretern der Rothirschvolks entdeckten chinesische Archäologen bereits 1989 in der Maludong-Höhle nahe der Stadt Mengzi im Südwesten Chinas. Untersucht wurden die Relikte jedoch erst ab 2008 durch das internationale Forscherteam, das jetzt die Ergebnisse präsentiert. Im Rahmen ihrer Studie vermaßen sie sämtliche Knochenstrukturen und analysierten die Zahn- und Kiefermerkmale der Fossilien.

Bei den Analysen stellten die Wissenschaftler auch fest, dass ein weiteres, bereits 1979 im nahegelegenen Longlin gefundenes Fossil ähnliche Merkmale aufwies und auch von einem Angehörigen des Rothirschvolks stammen könnte. (PloS ONE, 2012; doi:10.1371/journal.pone.0031918)
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Steinzeit, Menschen, Volk, China, Fossilien, Schädel, Kieferknochen, Merkmale, Evolution, Maludong-Höhle
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