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T. rex hatte stärksten Biss im Tierreich
Neue Messung widerlegt These vom schwachen Kiefer des Raubsauriers
Ein ausgewachsener Tyrannosaurus rex konnte stärker zubeißen als jedes andere Landtier: Schon ein einziger Backenzahn des Raubsauriers bohrte sich mit einer Kraft in seine Beute, die einem Gewicht von mehreren Tonnen auf weniger als einem Zentimeter Fläche entsprach. Das haben britische Forscher durch Vermessungen von Tyrannosaurus-Schädeln und biomechanische Computersimulationen ermittelt.
Schädel des Tyrannosaurus rex
Schädel des Tyrannosaurus rex
© David Monniaux / GFDL Schädel des Tyrannosaurus rex
Der Biss des Tyrannosauriers sei damit sowohl absolut als auch bezogen auf seine Körpergröße der wahrscheinlich kraftvollste im gesamten Tierreich. In früheren Analysen sei die Beißkraft dieses Dinosauriers um mindestens die Hälfte unterschätzt worden, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin „Biology Letters“. (doi: 10.1098/rsbl.2012.0056) Ihr starker Biss habe es den erwachsenen Tyrannosauriern wahrscheinlich ermöglicht, zu nahezu konkurrenzlosen Spezialisten für große Beute zu werden

Der fast sieben Tonnen schwere und 13 Meter große Tyrannosaurus rex gilt vielfach als Ikone der Urzeit und Modellorganismus für die Ära der Dinosaurier. Aber wie stark der vor 65 Millionen Jahren lebende Raubsaurier zubeißen konnte, sei bisher umstritten, sagen die Wissenschaftler. Während einige Studien dem T. rex einen „knochenzerquetschenden Biss“ bescheinigten, gingen andere davon aus, dass die Beißkraft des Urzeitriesen gerade einmal ausreichte, um Aas zu fressen.

Tyrannosaurus rex
Tyrannosaurus rex
© MMCD Tyrannosaurus rex
Tyrannosaurier-Beißkraft mit anderen Raubtieren verglichen
In ihrer Studie hatten Karl Bates von der University of Liverpool und Peter Falkingham von der University of Manchester zunächst die Schädel von einem ausgewachsenen und einem jungen T. rex mittels Laserscanner vermessen und eingescannt. Am digitalen Modell rekonstruierten sie die Kiefermuskeln der Tiere und berechneten aus deren Merkmalen die maximale Bisskraft. Nach dem gleichen Verfahren simulierten sie auch die Bisskraft des rund 90 Millionen Jahre vor dem Tyrannosaurus lebenden Allosaurus und von heutigen Mississippi-Alligatoren.

„Ein Backenzahn des Tyrannosaurus allein erzeugte bereits Kräfte von 35.000 bis 57.000 Newton“, schreiben die Forscher. Das entspricht etwa 3.500 bis 5.700 Kilogramm Gewicht, die auf die kleine Fläche der Zahnspitze konzentriert werden. Selbst in Anbetracht der Schädel- und Körpergröße des T. rex sei das enorm, keines der anderen untersuchten Tiere habe da mithalten können.

Jungtiere hatten zehnfach schwächeren Biss
Die hohen Werte gelten allerdings nur für den ausgewachsenen Tyrannosaurus. Die Jungtiere hatten einen deutlich schwächeren Biss - nicht nur weil sie kleiner waren. „Die jungen Tyrannosaurier besaßen einen flacheren Schädel mit längerer Schnauze“, erklären die Forscher. Das sei biomechanisch ungünstiger. Die maximale Beißkraft eines Jungtiers war daher mit 2.565 bis 4.012 Newton gut zehn Mal geringer als die eines ausgewachsenen T. rex - aber immer noch vergleichbar mit der eines Löwen.

„Die jungen Tyrannosaurier waren zudem athletischer als die Erwachsenen und gut ausgerüstet, um eher kleine bis mittlere Beutetiere zu jagen“, sagen die Wissenschaftler. Erst nach der Phase ihres stärksten Wachstums stellten die jungen Tyrannosaurier ihre Nahrung auf größere Beute um. Damit belege die Messung auch, dass junge und ausgewachsene Tyrannosaurier damals vermutlich nicht um ihre Nahrung konkurrierten, meinen die Forscher. Denn beide waren auf jeweils unterschiedliche Beute spezialisiert. (Biology Letters, 2012; doi: 10.1098/rsbl.2012.0056)
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