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Montag, 23.10.2017
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Auch erwachsene Frauen können neue Eizellen bilden

Fund von Stammzellen im Eierstock stellt gängige Theorie in Frage

Auch erwachsene Frauen können wahrscheinlich noch neue Eizellen bilden: Forscher haben in menschlichen Eierstöcken Stammzellen gefunden. In Versuchen entstanden aus diesen Vorläuferzellen sowohl in der Petrischale als auch in Mäusen neue Eizellen, berichten sie im Fachblatt „Nature Medicine“. Ihre Ergebnisse lassen an der allgemein anerkannten Theorie zweifeln, dass alle Frauen mit einer begrenzten Zahl von Eizellen geboren werden, deren Vorrat im Laufe ihres Lebens nur noch abgebaut wird.
Menschliche Eizelle

Menschliche Eizelle

Dass solche Stammzellen bei Mäusen existieren, wusste man bereits. Erstmals haben die Forscher diese Zellen jetzt auch im Eierstockgewebe von Frauen gefunden. Die Eierstöcke war jungen, fruchtbaren Frauen herausoperiert worden, die eine Geschlechtsumwandlung machen ließen.

Aus den eingefrorenen Eierstöcken gewannen die Forscher um Yvonne White vom Massachusetts General Hospital in Boston die Stammzellen und vermehrten sie in der Petrischale, wo sich einige von ihnen spontan zu Eizellen umwandelten. „Das Hauptziel dieser Studie war zu beweisen, dass eizellenbildende Stammzellen tatsächlich in den Eierstöcken von fruchtbaren Frauen existieren - und ich denke, das zeigt diese Studie sehr deutlich“, sagt Studienleiter Jonathan Tilly vom Massachusetts General Hospital.

Eine Samenbank für Eizell-Stammzellen


Die Existenz dieser Stammzellen könne Frauen helfen, die sich beispielsweise einer Chemotherapie unterziehen müssten und dadurch ihre Fruchtbarkeit einbüßen, schreiben die Forscher. Diese Frauen könnten dann solche eizellenbildenden Stammzellen entnehmen lassen und für später hinterlegen, ähnlich wie es bei einer Samenbank mit menschlichem Sperma gemacht wird. Denn im Gegensatz zu Eizellen vertragen die Stammzellen das Einfrieren und Wiederauftauen, ohne Schaden zu nehmen.


Die neu gefundenen Stammzellen sind aber auch willkommene Forschungsobjekte: An ihnen lasse sich untersuchen, welche Hormone und anderen Faktoren die Stammzellen dazu bringen, Eizellen auszubilden. So ließen sich vielleicht auch die Ergebnisse bei künstlichen Befruchtungen verbessern, hoffen die Forscher.

Bei der Maus gab es auch Nachwuchs


Ob sich die in der Petrischale gebildeten menschlichen Eizellen auch befruchten lassen und sich zu gesunden Embryos weiterentwickeln, konnten die Wissenschaftler aufgrund ethischer und rechtlicher Bedenken nicht ausprobieren. Bei Mäusen allerdings funktionierte das. Nach Schätzungen der Forscher waren 0,014 Prozent aller Zellen in den Eierstöcken der untersuchten Tiere Stammzellen. Durch eine Markierung dieser Zellen konnten die Forscher klar erkennen, dass sich nach einer künstlichen Befruchtung Embryos aus den Eizellen entwickelten, welche zuvor aus den Stammzellen entstanden waren.

Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass das auch beim Menschen möglich wäre. Denn die menschlichen Stammzellen ähnelten denen der Maus stark, sowohl in Größe, Aussehen und Zellbiologie. Die menschlichen Stammzellen teilten sich in der Petrischale lediglich etwas langsamer als die tierischen, berichten White und ihre Kollegen. Die sich entwickelnden menschlichen Eizellen zeigten alle Charakteristika von Eizellen, wie sie auch in Eierstöcken zu finden sind. (Nature Medicine, 2012; doi: 10.1038/nm.2669)
(Nature Medicine / dapd, 27.02.2012 - BOS)
 
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