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Montag, 24.07.2017
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Genvariante verdoppelt Risiko für Schlaganfälle

Zehn Prozent der Menschen tragen die Veränderung auf Chromosom sieben

Menschen mit einer bestimmten Genvariante auf ihrem siebten Chromosom haben ein bis zu zweifach erhöhtes Schlaganfallrisiko. Das hat ein internationales Forscherteam nach Genanalysen bei fast 10.000 Menschen herausgefunden. Betroffen von dieser neuentdeckten Genveränderung sei fast jeder Zehnte. Sie fördere eine der häufigsten Schlaganfallformen, die Blockade einer der großen Hirnarterien. Ein Drittel der Schlaganfälle gehe darauf zurück, berichten die Forscher im Fachmagazin „Nature Genetics“.
DNA-Analyse mittels Elektrophorese

DNA-Analyse mittels Elektrophorese

Schlaganfall gilt als eine der drei häufigsten Todesursachen bei Erwachsenen und ein Hauptrisiko für bleibende Behinderungen. Bisher habe man aber nur wenig über die Rolle der genetischen Veranlagungen für diese Krankheit gewusst, sagen die Forscher. Lediglich drei Genorte standen zuvor im Verdacht, das Schlaganfallrisiko zu erhöhen.

„Diese Entdeckung hat einen völlig neuen Mechanismus für die Entstehung von Schlaganfällen identifiziert“, sagt Hugh Markus von der University of London, einer der Autoren der Studie. Die Veränderung im Gen HDAC9 wirke sich nicht auf alle Schlaganfallarten aus, sondern nur auf die der großen Hirnarterien. Das deute darauf hin, dass den verschiedenen bekannten Schlaganfallformen auch unterschiedliche genetische Risikofaktoren zugrundelägen.

Neue Chancen für Behandlung und Früherkennung


Nach Ansicht der Forscher eröffnet die Identifizierung der Genvariante und des von ihr produzierten Proteins auch neue Chancen für die Behandlung und Früherkennung. „Interessanterweise gibt es bereits Wirkstoffe, die das HDAC9-Protein hemmen“, sagt Markus. Möglicherweise könnten diese eines Tages zur Therapie eingesetzt werden.


Vorher aber müsse man erst den Mechanismus aufklären, durch den das Gen und Protein das Schlaganfallrisiko erhöhe, betonen die Forscher. Es könne sein, dass diese Genvariante die Arteriosklerose beschleunige oder dass sie die Reaktion des Gehirns auf Durchblutungsveränderungen beeinflusse. Das müsse nun erst geklärt werden.

Suche nach potenziell auslösenden Sequenzen im Erbgut


Für ihre Studie hatten die Forscher das Genom von 3.548 Patienten mit verschiedenen Schlaganfallsformen und 5.972 gesunde Kontrollpersonen aus mehreren Ländern Europas analysiert. Dabei suchten sie gezielt nach Sequenzen im Erbgut, die besonders häufig bei den Schlaganfallpatienten auftraten.

Die zunächst 38 herausstechenden Genorte untersuchten die Wissenschaftler genauer und engten das Feld so auf eine Mutation auf dem siebten Chromosom ein. Sie erwies sich als eng gekoppelt mit dem Auftreten von Blockaden in den Hirnarterien. Außerdem fanden sie drei weitere Genveränderungen, die bereits zuvor im Verdacht standen, das Schlaganfallrisiko zu erhöhen.

Jede einzelne mutierte Kopie des HDAC9-Gens erhöhe das Risiko für einen großen Hirnschlag um das etwa 1,4-Fache, berichten die Forscher. Wer zwei Kopien dieser Variante trage - eine vom Vater, eine von der Mutter geerbt - erleide mehr als doppelt so häufig einen Schlaganfall in einer der großen Hirnarterien wie ein Mensch ohne diese Genveränderung. (Nature Genetics, 2012; doi:10.1038/ng.1081)
(Nature Genetics / dapd, 06.02.2012 - NPO)
 
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