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Donnerstag, 27.07.2017
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Monoklonale Antikörper gegen Blutkrankheit

Wirkstoff gegen seltene HES-Erkrankung im Test am Patienten

Das Hypereosinophile Syndrom, kurz: HES, ist eine extrem seltene Krankheit. Die genaue Anzahl der Betroffenen ist nicht bekannt. In Deutschland schätzt man die Zahl auf wenige 100. Zurzeit testen Forscher einen viel versprechenden Wirkstoff namens Mepolizumab, der diese seltene Krankheit erstmals ursächlich behandeln könnte.
Man spricht von einem HES, wenn die Zahl der Eosinophilen (einer bestimmten Art der weißen Blutkörperchen) über mindestens sechs Monate über einem Grenzwert liegt, Organe des Körpers geschädigt werden und bekannte Ursachen hierfür ausgeschlossen wurden. Erschwert wird die Diagnose durch nicht eindeutige Symptome. Oft leiden die Patienten an Hautödemen und Juckreiz. Aber es kann auch zu Problemen im oberen und unteren Magen-Darm-Trakt und zur Infiltration von Leber und Milz kommen. Auch können Infiltrationen des kardialen Gewebes einschließlich der Herzklappen sowie Lungensymptome, die sich als Asthma darstellen, auftreten. Im schlimmsten Fall kann das HES sogar zum Tod führen.

"Das macht die Diagnose von HES so schwierig," sagt Dr. Jürgen Dethling, Fachbereichsleiter Infektiologie, Virologie und Onkologie bei GlaxoSmithKline. "Die Symptome sind extrem facettenreich. Meist sind es die Hämatologen und die Dermatologen, die dem Hypereosinophilen Syndrom auf die Spur kommen."

Die Ursache der Krankheit ist bis heute nicht eindeutig erklärt. Man vermutet eine Autoimmunerkrankung und spricht von einer leukämieähnlichen Krankheit. Die Patienten weisen erhöhte Werte an eosinophilen Leukozyten auf. Sie werden meist mit hochdosiertem Kortison behandelt, teilweise auch mit Immunsuppressiva und Chemotherapie. Die Krankheit selbst, aber auch die Behandlung mit hochdosierten Medikamenten verursacht einen hohen Leidensdruck.


Mepolizumab, ein monoklonaler Antikörper hat in einem Programm zur Einzelfallbehandlung bereits erste ermutigende Ergebnisse gezeigt: Durch die Blockade des humanen Interleukin-5 verhindert es die Anhäufung und Aktivierung der Eosinophilen im Blut und letztlich im Zielgewebe - also in Haut, Lunge, Herz, Leber und Milz.

Nun muss Mepolizumab in einer multizentrischen, randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie der Phase III seine Wirksamkeit und Sicherheit beweisen. In parallelen Patienten-Gruppen möchte man die Reduzierung und Einsparung von Kortikosteroiden bei HES-Patienten beurteilen. Diese internationale Studie wird mit 84 männlichen oder weiblichen Patienten mit HES im Alter von 18 - 75 Jahren durchgeführt. Auch in Deutschland gibt es zwei Prüfzentren. Wird die Studie erfolgreich abgeschlossen, rechnet GSK mit einer Zulassung bis spätestens 2007.
(GSK, 25.08.2004 - NPO)
 
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