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Montag, 29.05.2017
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Auch Biomasse heizt Klima an

CO2-Neutralität gilt nicht für kurze Zeiträume

Welche Auswirkungen hat die Biomasseverbrennung auf das globale Klima? Wirken die ausgestoßenen Gase und Schwebstoffe eher abkühlend oder tragen sie noch zusätzlich zur Erwärmung bei? Diese seit langem von Klimaforschern diskutierte Frage könnte jetzt endgültig beantwortet worden sein. Eine neue Studie hat ergeben, dass die Schwebteilchen zwar kurzfristig eine globale Abkühlung auslösen, aber langfristig die bei der Verbrennung freigesetzten Gase mit ihrer Treibhauswirkung überwiegen.
Waldbrand

Waldbrand

Treibhausgase wie Kohlendioxid gelten als die Hauptantriebsmotoren der globalen Erwärmung. Rund zwei Drittel des vom Menschen freigesetzten CO2 stammt aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen, ein Drittel aber aus brennender Biomasse. Diese setzt dabei neben Gasen auch Schwebstoffe in die Atmosphäre frei, die nach bisheriger Annahme das Sonnenlicht reflektieren und damit zu einer Abkühlung beitragen. Die kombinierte Wirkung beider Komponenten, der Gase und der Teilchen, sind bislang jedoch noch nicht untersucht worden.

Mark Z. Jacobson, Professor für Umweltwissenschaften an der amerikanischen Stanford Universität hat für seine Studie Daten von Emissionen und anderen Klimaparametern aus 14 Jahren ausgewertet und in ein Modell überführt. Sein Ergebnis: „Die Kontrolle der Biomasseverbrennung, vor allem durch Brandrodungen, ist eine sichere Langzeitmethode, um die globale Erwärmung zu verlangsamen, trotz der Schwebstoffe“, erklärt Jacobson. „Im schlimmsten Falle wird es keinen Netto-Temperaturänderungen geben.“

Da in Bäumen der meiste Kohlenstoff gespeichert ist, wirken sich Waldbrände weitaus stärker auf das Klima aus als die Verbrennung von Ernten oder Grasland. Mehr als 80 Prozent der Waldbrände jedoch sind nicht natürlichen Ursprungs sondern eine Folge der Brandrodung zur Landgewinnung für Weiden oder Felder. „Die gesamte CO2-Emission durch Brandrodung macht sieben bis zehn Prozent der globalen Emissionen aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen aus“, so Jacobson.


Doch auch die als erneuerbare Energie geförderte Biomasseverbrennung zur Erzeugung von Strom oder wärme kommt in der Studie nicht gut weg: Die Ergebnisse zeigen, dass weder Biomasse noch Biotreibstoffe vollständig CO2-neutral sind. Zwar wird im Prinzip nicht mehr CO2 abgegeben, als zuvor während des Wachstums der Pflanzen in ihnen als Kohlenstoffverbindungen gespeichert worden ist, aber wegen des Zeitabstands zwischen dem Verbrennen und einem Nachwachsen resultiert auch die Biomasseverbrennung in einem Nettozuwachs von Kohlenstoff in der Atmosphäre.

Würde man jede Verbrennung von Biomasse stoppen, könnten die globalen Temperaturen um bis zu 0,2 Grad in 100 Jahren gesenkt werden. Eine Reduzierung der Brandrodung, vor allem in den tropischen Regionen Afrikas und Südamerikas, wäre dabei wahrscheinlich das effektivste Mittel, um den Ausstoß von Kohlendioxid aus Biomasseverbrennung zu reduzieren. „Mit diesen Daten haben Politiker und Klimaschützer jetzt eine festere Grundlage, wenn es um die Kontrolle der Biomasseverbrennung geht“, erklärt Jacobson. „Da die Schwebstoffe aus der Verbrennung auch Gesundheitsrisiken bergen, könnte eine solche Kontrolle auch für die öffentliche Gesundheit nützlich sein.“
(Stanford University, 25.08.2004 - NPO)
 
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