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Mittwoch, 24.05.2017
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DNA-Synthese in Aktion sichtbar gemacht

Fluoreszierender Marker ermöglicht Beobachtung am lebenden Organismus

Forscher haben eine neue Substanz entdeckt, mit der es möglich wird, die DNA im lebenden Organismus zu markieren. Dadurch lässt sich die Synthese von Biomolekülen im intakten Organismus sichtbar machen. Wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS) berichten, können mit Hilfe dieses Verfahrens beispielsweise Virusinfektionen oder Gewebewucherungen, wie sie bei der Krebsentstehung vorkommen, identifiziert und neue Wege bei der Medikamentenentwicklung eingeschlagen werden.
Zebrafisch-Larve mit F-ara-Edu markiert

Zebrafisch-Larve mit F-ara-Edu markiert

Viele zentrale Lebensvorgänge in den Zellen erfordern die Interaktion biologischer Makromoleküle. Makromoleküle entstehen in lebenden Zellen durch die Verkettung vieler kleiner Moleküle. Natürlich vorkommende Makromoleküle sind beispielsweise die Erbsubstanz DNA oder Eiweiße. Die Erforschung der Entstehung dieser Biomoleküle im lebenden Organismus ist eine wichtige Voraussetzung, um grundlegende Lebensvorgänge zu verstehen und neue Medikamente entwickeln zu können.

Um die Synthese von Biomolekülen in einem ganzen Organismus sichtbar zu machen, baut man synthetische Moleküle mittels zelleigener Biosynthese in die DNA ein und markiert sie anschließend mit fluoreszierenden Substanzen. Bisher hatte dieses Verfahren jedoch einen großen Nachteil: Die für die Markierung verwendeten Substanzen waren toxisch und destabilisierten die DNA, was häufig den Zelltod oder einen Wachstumsstopp der Zelle auslöste.

Ungiftiger Marker


Nun hat Anne Neef von der Universität Zürich eine neue Substanz entwickelt, die das natürliche Nucleosid Thymidin in der DNA-Synthese ersetzen kann. Dieses Nucleosid mit dem Namen "F-ara-Edu" markiert die DNA mit nur geringem oder keinem Einfluss auf die DNA-Funktionen in der lebenden Zelle. Es stoppt das Zellwachstum nicht und ist im Vergleich zu anderen Substanzen um einiges sensitiver. "F-ara-Edu" eigne sich daher hervorragend für Experimente mit der DNA-Synthese im lebenden Organismus.


"Wir haben F-ara-Edu in Zebrafischeier unmittelbar nach deren Befruchtung zugegeben. Somit konnten wir die Entwicklung der Fische von der allerersten Zelldifferenzierung bis zum Schlüpfen beobachten", erklärt Nathan Luedtke, der die Forschungsarbeit von Anne Neef leitet. "Mit Hilfe der Visualisierung in lebenden Tieren können Virusinfektionen und Krebsgewebe identifiziert werden, da in diesen Geweben die DNS-Synthese der Zellen deutlich erhöht ist", fügt Luedtke hinzu. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Entwicklung neuer Medikamente. (Proceedings of the National Academy of Sciences, 2011; doi:10.1073/pnas.1101126108)
(Universität Zürich, 14.12.2011 - NPO)
 
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