Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Feine Körperhaare helfen bei der Abwehr von Blutsaugern
Auf der Haut krabbelnde Insekten werden schneller bemerkt
Der feine Flaum aus dünnen, kurzen Härchen auf unserer Haut ist kein unnützes Überbleibsel des Fells unserer fernen Vorfahren. Denn die feine Behaarung hilft dem Menschen dabei, blutsaugende Parasiten wie Zecken, Mücken oder Bettwanzen besser zu erspüren. Das haben britische Forscher in einem Experiment herausgefunden. In ihrem Versuch bemerkten Versuchspersonen mit intakter Behaarung am Unterarm krabbelnde Bettwanzen deutlich früher als Personen, deren Unterarme rasiert waren. Außerdem benötigten die Bettwanzen auf behaarter Haut länger, um eine für das Blutsaugen geeignete Stelle zu finden, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin "Biology Letters" berichten.
Bettwanze (Cimex lectularius) beim Blutsaugen
Bettwanze (Cimex lectularius) beim Blutsaugen
© CDC/ Harvard University Bettwanze (Cimex lectularius) beim Blutsaugen
Im Gegensatz zu unseren Primatenvorfahren besitzen wir Menschen kein dichtes Fell mehr. Stattdessen ist unsere Haut nahezu überall mit feinen Härchen bedeckt. Der Flaum isoliere nicht gegen Kälte oder Nässe und spiele auch als Unterscheidungsmerkmal kaum eine Rolle, sagen die Forscher. Daher sei bisher unklar gewesen, warum der Mensch diesen Flaum überhaupt noch behalten habe. "Unsere Ergebnisse deuten nun darauf hin, dass das spärliche Körperhaar beim Menschen zumindest teilweise dazu beiträgt, den Parasitenbefall zu reduzieren", schreiben Isabelle Dean von der University of Sheffield und ihre Kollegen.

Wenn Wanzen oder Zecken beim Krabbeln auf der Haut die feinen Haare berühren, werde dies besser wahrgenommen als das Krabbeln auf nackter Haut. "Aus Sicht des Menschen ist es von Vorteil, blutsaugende Parasiten gut zu erkennen und zu beseitigen, denn sie rufen Schäden und Allergien hervor und können Krankheiten übertragen", sagen die Wissenschaftler. Das könnte daher erklären, warum die Reste des früheren Fells auch bei uns modernem Menschen noch immer erhalten geblieben sind.

Rasierte Unterarme im Dienste der Forschung
Für ihre Studie rasierten die Forscher zehn jungen Frauen und 19 jungen Männern die Oberseite eines Unterarms. Auf einen abgetrennten Bereich des rasierten Arms wurde eine Bettwanze gesetzt, ohne dass die Probanden das Tier sehen konnten. Sie sollten mit einem Zähler angeben, wann sie jeweils die Berührung der Wanze spürten. Später wurde dieser Versuch mit dem unrasierten Arm wiederholt. Wie die Forscher berichten, spürten alle Versuchsteilnehmer die Bewegungen der Wanzen häufiger auf dem noch behaarten Arm. "Wenig überraschend sind Männer dabei zudem besser als Frauen, weil sie mehr Körperhaare als Frauen besitzen", schreiben Dean und ihre Kollegen.

In den Versuchen zeigte sich aber auch, dass die Bettwanzen auf behaarten Unterarmen länger brauchten, um zum Stich anzusetzen. Sie liefen länger nach einer geeigneten Stelle suchend herum als auf den rasierten Armen. "Solche verlängerten Suchzeiten bedeuten einen Nachteil für die Parasiten, denn sie verbrauchen mehr Energie und werden leichter entdeckt", meinen die Forscher. (Biology Letters, 2011; doi:10.1098/rsbl.2011.0987)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Haare, Haut, Blutsauger, Zecken, Stechmücke, Bettwanze, Parasiten, Evolution, Behaarung
Weitere News zum Thema
Hummeln lehren Vögel das Fürchten (29.05.2013)
Mit aggressivem Summen vertreiben die Insekten Meisen aus ihren Nestern - um sie dann selbst zu besiedeln
Auferstehung: Moos übelebt 400 Jahre im Eisgrab (28.05.2013)
Jahrhunderte unter einem arktischen Gletscher begrabene Moose schlagen wieder neu aus
Präbiotika in Babymilch als Allergieschutz? (28.03.2013)
Präbiotische Zusätze in Babynahrung können allergischen Hautauschlägen bei Säuglingen vorbeugen
Schimpansen: Fleisch essen ist Männersache (26.03.2013)
Geschlechtsspezifische Ernährungsvorlieben gibt es auch bei Menschenaffen
Wölfe: Rotkäppchen hat gelogen (05.03.2013)
Das steht wirklich auf dem Speiseplan der Wölfe
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Blutsauger
Dossiers zum Thema
Blutsauger
Zecken, Mücken und Co.: Kleiner Stich mit bösen Folgen
Der bewohnte Mensch
Unseren "Untermietern" auf der Spur
Unter die Haut
Barriere im Belagerungszustand
Lebenselixier Blut
„Ein ganz besondrer Saft“
News des Tages
Neue Hinweise auf Higgs-Teilchen
Homo sapiens: Besserer Geruchssinn als der Neandertaler
Forscher finden kleinste Landwirbeltiere der Welt
Feine Körperhaare helfen bei der Abwehr von Blutsaugern
DNA-Synthese in Aktion sichtbar gemacht
Bücher zum Thema
Blutsauger, Staatsgründer, Seiden- fabrikanten
von May R. Berenbaum
Wunder Mensch
Eine Reise durch unseren Körper von Alexander Tsiaras und Barry Werth
Die Steinzeit steckt uns in den Knochen
Gesundheit als Erbe der Evolution von Detlev Ganten, Thilo Spahl und Thomas Deichmann
Wächst die Seuchengefahr?
von Stefan H. E. Kaufmann und Susan Schädlich
Top-Clicks der Woche
1. Obst und Gemüse mit Perchlorat kontaminiert
2. Egoismus macht nicht glücklich
3. Frühe Steinzeitbauern bevorzugten Inzucht
4. Forscher erfinden ein Lichtrad
5. Mittelalterliches Lepra-Rätsel gelöst