Scinexx-LogoSpringer-Verlag, Heidelberg
Donnerstag, 24.05.2012
Gingko gegen Demenz?
Doppelblindstudie soll Wirksamkeit bei Frühstadium testen
Traditionell als pflanzliche Therapie gegen Kreislauferkrankungen eingesetzt, könnte sich Gingko zukünftig auch als Mittel gegen Demenz bewähren. In London beginnt eine Studie, die die Wirksamkeit des Pflanzenpräparats an Patienten mit Gedächtnisstörungen, einem frühen Symptom von Demenz, getestet werden soll.

Gingko
Gingko
© A&M University
Die Studie an 250 Patienten über 55 Wochen ist der erste Test an Demenzpatienten in frühem Stadium, vorherige Untersuchungen konzentrierten sich auf bereits stationär in Krankenhäusern betreute Fälle. „Wir glauben, dass Gingko sich in der vertrauten Umgebung der Patienten als wirksamer erweisen könnte“, erklärt James Warner, Psychiater von Imperial College in London und Leiter der Studie. „Diese Studie wird uns helfen herauszufinden ob im Falle von Gingko die Behandlungsdevise lautet ‚Je früher desto besser‘.“

Gingko erweitert die Blutgefäße und soll so auch die Durchblutung des Gehirns verbessern, zudem verdünnt es das Blut und mindern so das Risiko für Verklumpungen. Möglicherweise könnte das Präparat auch antioxidative Effekte aufweisen und so die Nervenzellen vor einem biologischen „Rosten“ schützen. „Alle diese Effekte deuten darauf hin, dass Gingko einen degenerativen Prozess wie Demenz verlangsamen könnte“, erklärt Warner.

Allein in Grossbritannien sind nach Schätzungen rund 700.000 Menschen von Demenz betroffen, 60 Prozent von diesen leiden unter Alzheimer. Gingko könnte eine günstigere Alternative zu konventionellen Medikamenten bilden und weniger Nebenwirkungen wie Übelkeit, Müdigkeit und Durchfall haben. Die Teilnehmer der Doppelblindstudie werden ihre konventionellen Arzneimittel für den altersbedingten Gedächtnisverlust auch während der Studie weiter nehmen. Sechs Monate lang erhalten sie zusätzlich zwei Mal täglich 60 Milligramm Gingkoextrakt oder ein Placebo. Die Forscher untersuchen bei jedem Probanden vor und während der Therapie die kognitiven Funktionen, die Lebensqualität und das Verhalten.
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Medizin, Gingko, Pflanzenwirkstoffe, Pflanzenmedizin, Medikament, Präparat, Demenz, ALzheimer, GEdächtnis, STudie, Krankheit, Neurologie, Hirn, Gehrin
Weitere News zum Thema
Mentale Ablenkung dämpft Schmerzen schon im Rückenmark (18.05.2012)
Geistige Anstrengung setzt körpereigene Hemmstoffe frei
Diabetes: Wie Zucker zu Schmerzen führt (15.05.2012)
Wissenschaftler klären Entstehung der diabetischen Nervenerkrankung
Die meisten Kinder sterben an vermeidbaren Infektionen (14.05.2012)
Zwei Drittel aller Todesfälle gehen auf gut behandelbare Krankheiten zurück
Forscher erzeugen Strom aus Viren (14.05.2012)
Biologisches Bauteil wandelt Fingerdruck in elektrische Energie um
Große Unterschiede bei Pollen-Aggressivität (14.05.2012)
Allergie-auslösende Wirkung schwankt innerhalb einer Art um den Faktor zehn
Suche
Erweiterte Suche
Special
Dossier: Mythos 2012 - Die Maya, der 21. Dezember und die Fakten
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Dossiers zum Thema
Arzneimittelforschung
Mit Hightech auf der Suche nach Naturwirkstoffen
Gehirnforschung
Dem menschlichen Denken auf der Spur
News des Tages
Weiße Wale „sprechen“ individuell
Stammzellen: Geheimnis der asymmetrischen Teilung enthüllt
Gingko gegen Demenz?
Wie ernähren sich die Deutschen?
Shiitake mit Nebenwirkungen
Plaste zu Keramik
Tropische Sumpf-Wälder gefährdet
Top-Clicks der Woche
1. Risiko für nuklearen GAU größer als gedacht
2. Stress macht Männer sozialer
3. Feste Essenszeiten wirken Übergewicht und Diabetes entgegen
4. Gelähmte steuert Roboterarm mit ihren Gedanken
5. Ruß und Ozonsmog verstärken die Wanderung der Klimazonen