• Schalter wissen.de
  • Schalter wissenschaft
  • Schalter scinexx
  • Schalter scienceblogs
  • Schalter damals
  • Schalter natur
Scinexx-Logo
Logo Fachmedien und Mittelstand
Scinexx-Claim
Facebook-Claim
Google+ Logo
Twitter-Logo
YouTube-Logo
Feedburner Logo
Donnerstag, 19.10.2017
Hintergrund Farbverlauf Facebook-Leiste Facebook-Leiste Facebook-Leiste
Scinexx-Logo Facebook-Leiste

Antikörper gegen Ebolavirus entwickelt

Neue entdeckte Ansatzstelle eröffnet Chance für Impfstoff gegen alle Ebola-Stämme

Forscher haben erstmals einen Antikörper entdeckt, der den tödlichen Sudan-Stamm des Ebolavirus außer Gefecht setzt. Der Antikörper verhindert, dass das Virus in das Innere der Zellen gelangt. Das eröffne eine Möglichkeit, einen Impfstoff gegen die Krankheit zu entwickeln, berichten Forscher im Fachmagazin „Nature Structural and Molecular Biology“.
Ebola-Virus

Ebola-Virus

Der Sudan-Stamm des vor allem in Afrika verbreiteten Virus ist für rund die Hälfte aller bekannten Ebola-Ausbrüche verantwortlich. Bisher gibt es gegen ihn und gegen andere Stämme des Ebolavirus keinen Impfstoff.

„Wir vermuten, dass wir eine Schlüsselstelle für die Neutralisierung von Ebolaviren gefunden haben“, sagt Studienleiterin Erica Ollmann Saphire von der Scripps Institution im kalifornischen La Jolla. In ihrer Studie stellten die Forscher fest, dass sich der von ihnen entwickelte Antikörper 16F6 an zwei Proteine auf der Oberfläche des Virus anlagert und diese damit verknüpft. Dadurch sei die Funktion dieser Proteine blockiert und das Virus könne nicht mehr in das Zellinnere gelangen, berichten die Forscher. Stattdessen bleibe es in kleinen Membranbläschen eingeschlossen und werde von der Zelle zerstört.

Zwei Antikörper, eine Strategie


„Die Bindungsstelle des Antikörpers 16F6 ist eine der wenigen Stellen, an denen die viralen Proteine von Ebola angreifbar sind“, sagt Ollmann Saphire. Das gelte offenbar nicht nur für den Sudan-Stamm, sondern auch für Ebola-Zaire und andere Stämme des tödlichen Virus. In einer anderen Studie hatten die Forscher bereits Antikörper gegen den Ebola-Zaire-Stamm entwickelt, die ebenfalls dort ansetzten. „Es ist unserer Ansicht nach kein Zufall, dass die beiden unterschiedlichen, gegen zwei verschiedene Ebolaviren entwickelten Antikörper die gleiche Strategie nutzen“, meinen die Forscher.


Die jetzt entdeckte Schwachstelle könne die Entwicklung von Impfstoffe und Therapien gegen die tödliche Viruserkrankung vorantreiben. "Es hilft uns besser zu verstehen, wo ein Impfstoff gegen Ebola ansetzen muss", sagt Ollmann Saphire.

Ebolakrankheit verläuft zu 90 Prozent tödlich


Ebolaviren gehören zu den tödlichsten Viren weltweit. Sie lösen ein mit starken inneren Blutungen verbundenes Fieber aus und töten 90 Prozent der Erkrankten. Übertragen werden die Viren über Körperflüssigkeiten und winzige Flüssigkeitströpfchen in der Ausatemluft Infizierter.

Die Suche nach einem Impfstoff gegen Ebola wurde bisher dadurch erschwert, dass es fünf verschiedene Stämme des Erregers gibt. Von diesen sind der Sudan-Stamm und Ebola-Zaire für die meisten Krankheits- und Todesfälle verantwortlich. „Diese Arten unterscheiden sich so weit voneinander, dass Antikörper, die gegen den einen helfen, nicht gegen die anderen schützen“, sagt Ollmann Saphire.

Virus gut gegen Immunabwehr geschützt


Zudem sei das Virus gegen Angriffe der körpereigenen Immunabwehr gut geschützt: „Das Virus ist wie ein Wolf im Schafspelz, weil seine Außenhülle mit menschlichen Zuckermolekülen bedeckt ist, die normale Antikörper nicht als fremd ansehen“, sagt die Forscherin.

Die bisher einzige bekannte Schwachstelle scheine die Bindungsstelle des jetzt entwickelten Antikörpers 16F6 zu sein. „Es könnte auch noch andere Angriffsstellen bei den Ebolaviren zu geben, aber bisher ist dies die einzige, die wir gefunden haben“, sagt Ollmann Saphire.

Sowohl in Zellkulturen als auch in Versuchen mit Mäusen habe der Antikörper die Vermehrung des Ebolavirus verhindert, berichten die Forscher. Von den infizierten Mäusen seien signifikant weniger und dies deutlich später gestorben. Ziel sei es nun, auf Grundlage dieser Erkenntnisse einen Impfstoff zu entwickeln. (Nature Structural and Molecular Biology, 2011; doi: 10.1038/nsmb.2150)
(Nature Structural and Molecular Biology / dapd, 22.11.2011 - NPO)
 
Printer IconShare Icon