Scinexx-Logo
Scinexx mobil
Mobil
Jetzt neu: Nutzen Sie unser Smartphone optimiertes Angebot.
Erfahren Sie mehr
Scinexx auf Facebook
Werden Sie Scinexx-Fan und kommentieren Sie unsere Artikel auf Facebook!
Scinexx auf Facebook
Newsletter
Bestellen Sie jetzt den kostenlosen Newsletter!
Weitere Titel bei Amazon
Unser Partner
Logo Bild der Wissenschaft
Wissen erleben
Science Center
Naturkundemuseen
Sternwarten
Planetarien
Zoos
Nationalparks
Naturparks
Geoparks
Besucherbergwerke
Botanische Gärten
Schülerlabore
Lernwelten
Lernwelten

Erleben, Lernen, Wissen
Antworten auf viele Fragen zu Alltagsphänomenen, kniffelige Quizze, spannende Tipps für Entdeckernaturen und vieles mehr...

Das Gehirn würfelt
Gezielte Informationsverarbeitung trotz scheinbar unzuverlässiger Vorgehensweise
Wenn man einem Computer zehnmal die gleiche Aufgabe stellt, so laufen zehnmal genau die gleichen Rechenschritte ab. Im Gehirn ist das anders: Die Verarbeitung funktioniert jedes Mal unterschiedlich. Grazer Informatiker haben nun eine Erklärung dafür gefunden, wie das Gehirn trotz dieser scheinbar unzuverlässigen Vorgehensweise gezielt Informationen verarbeiten und Schlüsse ziehen kann.
Gehirn
Gehirn
© IMSI MasterClips
Die neue Theorie könnte entscheidende Relevanz für die Weiterentwicklung von Computern haben, schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift „PLoS Computational Biology“.

Gezielte Berechnungen
Das Muster der elektrischen Impulse der Neuronen im menschlichen Gehirn variiert so stark, dass es schwierig ist, Ähnlichkeiten darin zu entdecken. „Dieses Phänomen ist ein Hinweis darauf, dass Informationsverarbeitung im Gehirn fundamental anders organisiert ist als im Computer, zumindest als in den bisher gebauten Computern“, erklärt Wolfgang Maass vom Institut für Grundlagen der Informationsverarbeitung der Technischen Universität (TU) Graz.

Gemeinsam mit seinem Team hat er eine Theorie entwickelt, die zeigt, dass auch Neurone, die mehr oder weniger zufällig Impulse, so genannte „spikes“, an andere Neurone aussenden, sehr gezielt Berechnungen durchführen können.

Unzuverlässige Neuronen
„Der Grund ist, dass solche ‚unzuverlässigen‘ Neurone so zu einem Netzwerk verschaltet werden können, dass das Gehirn eine große Zahl an verschiedenen Möglichkeiten quasi spontan, also zufallsgesteuert, durchspielen kann, um eine geeignete Lösung eines Problems zu ermitteln“, erklärt Maass.

Diese Theorie erklärt eine große Zahl von experimentellen Ergebnissen der Neurowissenschaft und Kognitionswissenschaft, so die Forscher. Daneben gibt sie den Informatikern aber auch neue Ideen, wie man zukünftige Rechner aus sehr billigen und extrem kleinen unzuverlässigen Rechenelementen bauen kann, die möglicherweise lediglich aus einigen wenigen Molekülen bestehen.

Prototyp in Arbeit
Die These der Grazer Forscher besagt, dass ein geeignetes Netzwerk neuartiger elektronischer Bausteine mit neuronenartigem Verhalten ebenfalls in der Lage sein kann, aus einer großen Anzahl von unsicheren Fakten und Vermutungen intelligente Schlüsse zu ziehen. Ein Prototyp eines solchen neuartigen Rechners entsteht derzeit in Zusammenarbeit der Informatiker aus Graz mit Physikern der Universität Heidelberg im Rahmen des EU-Projekts BrainScales.

Schon bald wollen die Forscher nachprüfen können, ob die Vorhersagen der neuen Theorie auch für Rechner gelten, die aus in Silizium nachgebildeten künstlichen Neuronen bestehen. (PLoS Computational Biology, 2011)
Artikel drucken
Nach verwandten Themen suchen:
Gehirn, Computer, Informatik, Informationen, Rechenschritte, Neuronen, Nervenzellen
Weitere News zum Thema
Kluge Hirne sind wählerisch (24.05.2013)
Ein simpler Wahrnehmungstest erweist sich als zuverlässiger Anzeiger für die Intelligenz
Mit Adele und Enya gegen Flugangst? (17.05.2013)
Gezielte Musik-Berieselung soll Angstgefühle lindern und den Körper beruhigen
Was macht eineiige Zwillinge trotz gleicher Umwelt verschieden? (10.05.2013)
Mäuse-Experiment beobachtet Entstehung der individuellen Persönlichkeit im Gehirn
Frühkindliche Erkältung könnte an Lernstörungen schuld sein (07.05.2013)
Häufiges Atemwegsvirus hinterlässt im Tierversuch Spätfolgen in Gehirn und Verhalten
Zwei Eltern sind besser als einer (03.05.2013)
Kinder Alleinerziehender zeigen Unterschiede in Gehirn und Verhalten - bei Mäusen
Suche
Erweiterte Suche
Offizieller Partner
Wissenschaftsjahr 2013
DOSSIER: Sieht Deutschland bald alt aus?
Diaschauen zum Thema
Quantencomputer
Wunder Gehirn
Neurocomputer
Dossiers zum Thema
Gehirnforschung
Dem menschlichen Denken auf der Spur
Elektrische Synapsen
„Aschenputtel“ unter den Zellkontakten
Der Kitt denkt mit
Geheimnisvolle Gliazellen im Gehirn
Quantencomputer
Tops und Flops beim Rechnen mit den kleinsten Teilchen
Computer der Zukunft
Rechnen mit Quanten, Licht und DNA
News des Tages
Größtes Massen-Aussterben dauerte nicht mal 200.000 Jahre
Auch Neandertaler waren anpassungsfähig
Wie Fliegen fliegen
Narkose blockiert Kommunikation innerhalb des Gehirns
Das Gehirn würfelt
Nano-Lichtspeicher aus Diamant entwickelt
Bücher zum Thema
Medizin für das Gehirn
Hrsg. Spektrum der Wissenschaft
Zukunft Gehirn
Neue Erkenntnisse, neue Herausforderungen von Peter Gruss und Tobias Bonhoeffer (Herausgeber)
Expedition Zukunft
Wie Wissenschaft und Technik unser Leben verändern von Nadja Pernat
Wissen hoch 12
Ergebnisse und Trends in Forschung und Technik von Harald Frater, Nadja Podbregar und Dieter Lohmann
Just for Fun
Wie ein Freak die Computerwelt revolutionierte von Linus Torvalds und David Diamond
Das Affenpuzzle
Und weitere bad news aus der Computerwelt von David Harel
Top-Clicks der Woche
1. Giftiges Mutterkorn breitet sich an der Nordsee aus
2. Neandertaler-Mütter stillten ihre Kinder genauso kurz wie wir
3. Kluge Hirne sind wählerisch
4. Himmelsschauspiel: Planetendreieck am Abendhimmel
5. Urzeit-Wald auf Baustelle entdeckt