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Montag, 23.01.2017
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Weiße Wale „sprechen“ individuell

Tonlagen und Stimmen bei jedem Tier unterschiedlich

Weiße Wale lassen sich an der Stimme erkennen, denn sie „sprechen“ in individuell unterschiedlichen Tonlagen. Dies haben russische Wissenschaftler bei Untersuchungen im Weißen Meer nördlich von Archangelsk herausgefunden. Die verschiedenen Stimmlagen könnten dazu genutzt werden, die Anzahl der seltenen Tiere besser abzuschätzen.
Weißer Wal (Beluga)

Weißer Wal (Beluga)

„Weiße Wale können praktisch wie Menschen an ihrer Stimmen identifiziert werden“, erklären V.M. Bel'kovich and S.A. Kreichi vom Shirshov Institut für Ozeanologie. Die Wissenschaftler haben jedes Jahr eine Population Weißer Wale vor der Insel Bolshoi Solovetskii beobachtet, die viele Weibchen mit ihren Jungen umfasst. Das akustische „Abhörsystem“ der Forscher, bestehend aus Hydrophonen, Verstärkern und digitalen Rekordern, registrierte die Rufe der Wale in einem Frequenzbereich zwischen 0.06 und 20 Kilohertz.

Die Rufe der Weißen Wale können mit menschlichen Lauten verglichen werden. Sie geben unterschiedliche Stimmen-artige, pfeifende, hicksende oder schmatzende Geräusche von sich, die die Forscher mit ähnlichen Mitteln analysierten wie sie für die menschliche Stimmenanalyse üblich sind.
Mithilfe des Computerprogramms „Speech Analyser“ maßen die Wissenschaftler Amplitude, Frequenz und Spektrum der Rufe über die Zeit und ermittelten daraus die speziellen Charakteristiken der Walrufe.

Dabei erhielten sie seltsame, Vokal-artige Töne, die entweder kurz wie in der menschlichen Sprache, oder aber lang wie bei Gesang oder einem Muhen waren. Genau in diesen Klängen stellten sie zudem deutliche individuelle Unterschiede in Dauer, Tonhöhe und Timbre fest. Dabei ergaben sich zwischen den Geschlechtern ähnliche Klangunterschiede wie in der menschlichen Bevölkerung, die Weibchen „sprachen“ im Durchschnitt in einer höheren Tonlage als die Männchen.


Bel'kovich und Kreichi haben die individuellen und charakteristischen Strukturen der Walstimmen ausgewertet und insbesondere gestestet, ob diese sich zu einer Identifizierung im praktischen Einsatz eignen. Bei einem Test schätzten sie über die Stimmenerkennung eine Walpopulation auf rund 40 Tiere – ein Wert der mit den direkten Beobachtungen übereinstimmte.
(Informnauka (Informscience) Agency Date: 2004-08-18 , 20.08.2004 - NPO)
 
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